„Kunst im Rathaus“ – neue Kunstausstellung bis 22. Februar zu sehen
BUZ: Das Motto „Dynamik“ bestimmt die neue Ausstellung in der Reihe „Kunst im Rathaus“. Im Bild: Heike Kissel-Eltrop (von links), Bürgermeister Felix Kusicka, Bernd Kalusche, Bernhard Hossner und Anette Janson. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Schon ein erster Blick auf die Kunstwerke im Foyer des Rathauses lässt die Dynamik ahnen, mit der die vier Künstler der Künstler-Initiative Lampertheim (KIL) ans Werk gegangen sind. Man stelle sich vor, wie Heike Kissel-Eltrop die 8.700 Stahlnägel schwungvoll eingeschlagen hat, um ihren dynamisch laufenden Mann in Lebensgröße für den Betrachter festzunageln. So läuft er, kann aber nicht weglaufen. Bernhard Hossner ist mit Holz in seinem kreativen Element, das er sägend zu einer dreidimensionalen Laufgruppe geformt hat, die zum „Herumlaufen“ einlädt und so ständig in Bewegung erscheint. Kraftvolles Rot deutet auf die enorme sportliche Kraftentwicklung hin. Anette Jansen bringt dem starren Werkstoff Beton im „Tango“ dynamische Lebendigkeit bei. Nach freier Modellierung habe sie den Beton mit Pigmenten eingefärbt, mit Acrylfarbe bepinselt oder mit Eisenoxid verrostet, erklärte sie den Besuchern der kleinen Vernissage. Bernd Kalusche lässt manchmal den Wind für sich arbeiten, dem er vorausschauend assistiert, um seinem Werk kreative Struktur zu geben. Andererseits finden sich auch klare Linien und Formen wie in dem Bild, das er „Drachentod“ nennt. Gerne nimmt er den Zufall zu Hilfe wie in den farbig strukturierten „Schüttungen“, seine die Fantasie ansprechenden, großformatigen Acrylarbeiten. Bürgermeister Felix Kusicka begrüßte Künstler und Besucher am späten Mittwochnachmittag zu dieser ersten Ausstellungseröffnung in diesem Jahr. „Das neue Jahr ist schon weiter gelaufen“, meinte Kusicka, das passe zur „Dynamik“, dem Motto der Ausstellung. Bis in den zweiten Stock sind Exponate zu entdecken, darunter ein kunstvoll integrierter Feuermelder, dessen Dynamik jedoch von der Vorstellungskraft, nicht von Strom genährt wird. Gibt es vielleicht Parallelen von ausgestellter Kunst und Verwaltungsarbeit? Eher nicht, wie Bernd Kalusche meinte, denn in der Verwaltung setze man sicher nicht auf Zufall und willkürliche Dynamik. Anette Jansen berichtete, wie die Künstlerinitiative Lampertheim auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Themen bei einem ihrer wöchentlichen Treffen auf das Thema „Dynamik“ kam – „weil es einfach zu uns passt“. Schließlich sei eine individuelle Vielfalt von Werken entstanden, die miteinander harmonisieren, obwohl nichts abgesprochen wurde. Jeder für sich hatte einen Weg gefunden Dynamik auf eigene Weise auszudrücken. Die Ausstellung ist während der üblichen Öffnungszeiten des Rathauses noch bis zum 22. Februar zu sehen. In den Räumen der Künstlerinitiative in Hofheim startet am 17. März unter dem Motto „Reduziert“ das nächste Projekt. Hannelore Nowacki