
LAMPERTHEIM – Wer am Samstag beim Rhine CleanUp dabei war, konnte sich kurz fragen: Gibt es hier neuerdings Sperrmüllabholung? 22 Helfer des NABU Lampertheim waren im Bereich der NATO-Rampe bis zur Gasstätte „Zum Neurhein“ unterwegs und sammelten ein, was dort so herumlag. Und das war einiges.
Greifzange raus, Handschuhe an, Müllsack auf und schon ging es los. Holzpaletten, ein Blechgitter und ein ordentliches Stück Stahlträger kamen zum Vorschein. Wer schleppt so etwas eigentlich freiwillig bis ans Rheinufer? Auch eine Windeltasche und ein Lampenschirm fanden ihren Weg in die Säcke. Licht ins Dunkel, warum der hier gelandet ist, konnte er allerdings nicht bringen. Die Krücke schien angesichts des Zustands des Rheinufers jedenfalls ganz ihrer Meinung zu sein: „So kann das hier nicht weitergehen!“ Beim Turnschuh blieb dagegen eine Frage offen: Wie verliert man einen Schuh, ohne es zu merken?
Am Rheinufer wurde wohl mehr als nur ein feucht fröhlicher Grillabend gefeiert. Ein großer Grill und mehrere Einweggrills wurden eingesammelt – und das passende Drumherum gleich mit: Pappteller, verschmierte Essensverpackungen und Verpackungen vom Grillgut. Und mittendrin lag sogar ein Espressokocher. Ob der Kaffee beim letzten Grillabend so stark war, dass anschließend niemand mehr Kraft fürs Aufräumen hatte?
Zwischen all den kuriosen Fundstücken fanden sich natürlich auch die üblichen Verdächtigen: Zigarettenkippen, Kondomschachteln und jede Menge Kleinkram. Für die Natur ist das alles andere als harmlos. Tiere können Müll verschlucken oder sich daran verletzen. Wind und Wasser sorgen dafür, dass aus „liegt doch nur kurz da“ schnell „ist irgendwo anders“ wird.
Am Ende waren die Säcke voll – und das Rheinufer ein gutes Stück leerer. Der Rhein ist vieles: Erholungsort, Lebensraum und schöne Kulisse. „Dass man hier gerne seine Zeit verbringt, können wir gut verstehen. Allerdings, was man dort hintragen kann, ist auf dem Rückweg vermutlich sogar noch leichter. Der schönste Fund beim nächsten Rhine CleanUp wäre deshalb vielleicht: nichts“, so die Bilanz des NABU und seines Helfer-Teams. zg
Beitrag aus der Rubrik