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Fr., 13. Juli 2018, 09:12 Uhr
Elektrofahrrad und E-Auto zur Ergänzung von Bus und Bahn
Lampertheim und Worms setzen auf mehr E-Mobilität
Lampertheim und Worms setzen auf E-Mobilität. Einig waren sich der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel (links), auch Aufsichtsratsvorsitzender des Energieversorgers EWR, mit dem Ersten Stadtrat Jens Klingler und SPD-Fraktionsvorsitzenden Marius Schmidt und dem Kreisbeigeordneten Karsten Krug (3. von rechts) über die Zukunft der E-Mobilität. Als SPD-Stadtverordnete nahmen Karl-Heinz Horstfeld (neben Schmidt) und Robert Lenhardt sowie Erich Thomas (rechts) vom Vorstand der Behindertenhilfe Bergstraße an dem Gespräch teil. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel traf am Donnerstagnachmittag in Lampertheim Gleichgesinnte zum Zukunftsthema E-Mobilität. Als Aufsichtsratsvorsitzender des in Worms ansässigen Energieversorgers EWR, der mit der Stadt Lampertheim eine vielfältige Kundenbeziehung pflegt, sieht Kissel weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit und will diese weiter fördern. Eingeladen hatte ihn SPD-Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt zum Gespräch mit Fraktionsmitgliedern und dem Ersten Stadtrat Jens Klingler, aber auch der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Karsten Krug als zuständiger Dezernent im Kreis Bergstraße für die Bereiche Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Umwelt gehörte zum Gesprächskreis, der sich unter freiem Himmel an der ersten öffentlichen Stromtankstelle mit Carsharing-Angebot in Lampertheim traf, die an zentraler Stelle in der Römerstraße am Rathaus und Domvorplatz die Aufmerksamkeit auf sich ziehen soll. Eine EWR-Ladestation fürIMG_1009 Elektrofahrräder gibt es nur wenige Schritte weiter. Was verbindet Lampertheim und Worms? Nicht nur die B 47 und die gemeinsame Wormser Telefonvorwahl in zwei Lampertheimer Stadtteilen oder die Buslinie 644, die neuerdings in engerer Taktung Viernheim über Lampertheim nach Worms führt, auch die in Lampertheim aktive Sparkasse Worms-Alzey-Ried und insbesondere EWR als Konzessionsnehmer für die Straßenbeleuchtung und langfristiger Partner fielen dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Schmidt ein. Besonders die Mobilitätswende, die in beiden Städten geplant und bereits in Ansätzen realisiert wurde, verbindet die beiden Kommunen, wie sich in den Stellungnahmen von Schmidt, Kissel und Klingler zeigte. „Ohne Scheu nach vorne denken“, empfiehlt Kissel, der den Lampertheimern ein gutes ökologisches Zeugnis mit „Vorbildcharakter“ ausstellte. Da die Ressourcen wie Öl und Gas endlich seien, halte er die Mobilitätswende ökologisch wie wirtschaftlich vernünftig, ein ganzheitliches Denken, das alle einbeziehe, auch den Fußgängerverkehr. Als Aufsichtsratsvorsitzender freue er sich, Lampertheim auf dem Weg in die E-Mobilität unterstützen zu können, da sich EWR als Mobilitätsdienstleister verstehe. Allerdings sieht Kissel „einen sehr langen Weg“ in die E-Mobilität, die bei allen öffentlichen Einrichtungen mitzudenken sei, doch „die Anfänge können sich sehen lassen“. Im Herbst werde den Wormsern das neue Mobilitätskonzept öffentlich vorgestellt. Im neuen Parkhaus in Rathausnähe mit insgesamt 340 Stellplätzen werde es auch mehrere Plätze mit Ladestation geben. „Wir brauchen mehr Lampertheim“, meinte der Kreisbeigeordnete Krug am Ende zusammenfassend. Lampertheim habe Vorbildcharakter, denn der ÖPNV brauche ergänzende Angebote. In seiner einführenden Rede, die Kissel anerkennend als Grundsatzrede in Sachen Mobilitätswende auffasste, lenkte der SPD-Fraktionsvorsitzende Schmidt den Blick auf den Individualverkehr, der allein in Hessen zu 38.000 Staustunden jährlich führe. „Mobilität neu denken“ bedeutet nach Schmidt die Energiewende einzubeziehen. Allerdings werde das E-Fahrzeug im Carsharing-Angebot bislang zu zwei Drittel von städtischen Mitarbeitern ausgeliehen. Hier wünscht sich Schmidt mehr Werbung, auch dazu diene das Treffen. Im Herbst werde wie schon in Worms eine VRN-Nextbike-Station in Ergänzung des ÖPNV an den Start gehen. Die SPD habe sich dafür stark gemacht, wie insgesamt für die E-Mobilität in Lampertheim. Eine zweite E-Carsharing-Station soll es am Bahnhof geben. Zum Thema „Digitalisierung und Mobilitätsmanagement“ gab Schmidt einen Ausblick auf die geplante „VRN-Mobilitätszentrale“ in der Kaiserstraße. Als Geschäftsführer der Biedensandbäder freute sich Klingler, dass man dort das E-Bike und zugleich das Handy aufladen könne. Hannelore Nowacki
Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel (links) sieht in Worms und Lampertheim die Vernetzung von ÖPNV und E-Mobilität auf einem guten Weg. Erster Stadtrat Jens Klingler legt Wert auf Sichtbarkeit wie an der Ladestation am Rathaus in zentraler Lage. Foto: Hannelore Nowacki