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  • Mo., 08. März 2021, 14:18 Uhr
    Umspannwerk in Lampertheim-Rosengarten könnte zum Knotenpunkt für Strom aus Off- und On-Shore-Anlagen werden

    „Lampertheimer Bedarfen muss Rechnung getragen werden”

    LAMPERTHEIM – Es ist ein düsteres Szenario, das sich künftig für Lampertheim abzeichnen könnte: Mehrere Stromtrassen, die ICE-Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim, die Bundesstraßen 44 und 47 und nun Indikatoren aus dem Netzentwicklungsplan 2035 Version 2021, die nichts Gutes verheißen.

    „Geht es nach diesem Entwicklungsplan, könnte das Umspannwerk in Lampertheim-Rosengarten vereinfacht gesagt so etwas wie der Knotenpunkt für Strom aus Off- und On-Shore-Anlagen werden, der vom Norden in den Süden transportiert werden soll“, erklärt Bürgermeister Gottfried Störmer. „Dafür braucht es eine neue Gleichstromverbindung mit einer Nennleistung von 2 Gigawatt, die ebenfalls durch unsere Gemarkung führen könnte.“ Der Verwaltungschef sieht damit eine Grenze überschritten: „Es kann gelinde gesagt nicht sein, dass wir hier in Lampertheim der südwestdeutsche Ankerpunkt für infrastrukturelle Großprojekte sind!“ Die Spargelstadt sei mit den Belastungen durch die Bundesstraßen 44 und 47 sowie die geplante ICE-Neubaustrecke, welche einen erheblichen Teil des Lampertheimer Waldes durchschneiden und direkt am Stadtteil Neuschloß vorbeiführen wird, schon genug belastet. Zusätzlich gefährdet die neue Ultranet-Leitung die Entwicklung des Wohngebietes „Gleisdreieck“. „Genug ist genug!“, so das Stadtoberhaupt.

    „Die Notwendigkeit einer zuverlässigen Verfügbarkeit von Strom in öffentlichen, wirtschaftlichen und privaten Nutzungen ist unbestritten“, so Störmer. „Es muss aber auch die Belastung durch solche baulichen Maßnahmen gleichmäßig verteilt werden, um eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen.“ Eine vorausschauende Planung könne und dürfe sich laut Verwaltungschef nicht ausschließlich am Ziel eines schnellen Ausbaus orientieren. „Der Ausbau der Stromtrassen darf räumliche Entwicklungen unserer Stadt nicht unmöglich machen“, so Störmer.

    Der Bürgermeister fordert daher die Bundesnetzagentur auf, unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Netzentwicklungsplan 2035 Version 2021, die Belastungen Lampertheims durch die Verschwenkung der Ultranetleitung unter Mitverschwenkung der 380 KV-Drehstromleitung abzuwenden. Bislang wurde dieser Vorschlag weder von Amprion noch von der Bundesnetzagentur aufgenommen. „Es ist höchste Zeit den Bedarfen der Stadt Lampertheim Rechnung zu tragen, unsere Forderungen anzuerkennen und nicht noch weiter den Lebensstandard der hier lebenden Menschen zu beeinträchtigen“, macht Störmer deutlich. zg

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