
BOBSTADT – Es läuft nicht alles so, wie man es gerne hätte. Landrat Christian Engelhardt bezog sich bei seinem Besuch in Bobstadt konkret auf die Sporthalle, aber so geht es dem Landkreis als Schulträger auch bei anderen Bauvorhaben. Von Baustellen mit Problemen mache er sich gerne selbst ein Bild, sagte Engelhardt. Am Rundgang durch die Halle und Nebenräume mit Foyer nahmen auch die Schulleiterin der Astrid-Lindgren-Schule Dagmar Arzberger und vom Eigenbetrieb Schule und Gebäudewirtschaft der technische Leiter Johannes Kühn und der kaufmännische Leiter Simon Menden teil. Herausforderungen im zeitlichen Ablauf seien eingetreten durch Verzögerung bei den Fördermitteln des Bundes, nicht hauptsächlich beim Bauen, erklärte Engelhardt, man könne erst mit dem Bauen beginnen, wenn der Bescheid vorliegt. Vor über einem Jahr beim symbolischen Spatenstich, genau am 26. Juni 2023 war Kühn noch sicher, dass die Sporthalle in anderthalb Jahren fertig werde. Die Prognose musste korrigiert werden auf das 2. Quartal 2025, wegen der Unwägbarkeiten könne kein genauer Termin genannt werden. Daher empfiehlt Landrat Engelhardt Vereinen wie der TG Bobstadt, die für ihre 100-Jahr-Feier mit einer Vorlaufzeit planen müsse, nicht mit dem 1. Juli zu rechnen. Das sieht auch Fachmann Kühn so, immerhin sei im restlichen Jahr noch Zeit zu feiern. Im Zeitplan gebe es viel Puffer, erläuterte er, aber bei Lieferproblemen komme man als öffentlicher Auftraggeber nicht ohne weiteres aus Verträgen heraus.
Umfangreiche Arbeiten vom Boden bis zum Dach
Da für den Sportunterricht der Astrid-Lindgren-Schule mit Busfahrten nach Groß-Rohrheim eine funktionierende Ersatzlösung besteht, hat Schulleiterin Arzberger sich aufs Abwarten eingestellt und freut sich auf die Zeit, wenn die Halle fertig ist: „Das ist nun mal so“. Die Arbeiten in der Halle auf 700 Quadratmetern vom Boden bis zum Dach sind umfangreich: Alles wurde entkernt, das Dach ist neu, die Fenster sind eingebaut, der Rohbau ist fertig und an der Fassadenverkleidung wird gearbeitet. Eine Fußbodenheizung wird eingebaut, darüber kommt der Schwingboden. Mit Foyer, Umkleiden, Sanitärräumen, Küche und den beiden Essensausgaben und sonstigen Räumen wird auf 1.268 Quadratmetern gearbeitet. Eine Botschaft richtet der Landrat an ungeduldig Wartende: Der Innenausbau sei immer aufwändiger als der Rohbau, da viele Gewerke beteiligt seien, fällt eins aus, komme es zu Verzögerungen. Beim Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Bürstadt ist der Kreis für die Kosten der Halle, die Stadt für das Foyer zuständig. Engelhardt nannte 6,9 Millionen Euro Gesamtkosten, davon kommen 1,5 Millionen Euro aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen zur Sanierung kommunaler Sport- und Kulturprojekte, die Stadt Bürstadt trägt 1,2 Millionen Euro. Als Mehrzweckhalle wird die Sporthalle neben dem Schulsport von Sportvereinen und für Veranstaltungen aller Art genutzt. Auch die Gewerbeausstellung GABO hat hier seit Jahrzehnten Erfolge gefeiert.
Hannelore Nowacki
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