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  • Mo., 05. Dezember 2022, 07:27 Uhr
    BILDUNG: Millionen-Investitionen für Neubau und Sanierung von 18 Schulen im Kreis Bergstraße

    Landrat Engelhardt stellte Wirtschaftsplan 2023 und Bauvorhaben für Schulen vor



    Das Zahlenwerk des Wirtschaftsplans 2023 und die Baumaßnahmen bei 18 Schulen des Kreises Bergstraße und zwei weiteren Liegenschaften waren Thema des Pressetermins mit Landrat Christian Engelhardt (von links), Johannes Kühn (Technischer Betriebsleiter des Eigenbetriebs), Alexander Löffelholz (Abteilung Grundsatz und Kreisentwicklung), Stefan Lienert (Stabsstelle Controlling des Eigenbetriebs) und Simon Menden (Kaufmännischer Leiter des Eigenbetriebs). Foto: Hannelore Nowacki


    HEPPENHEIM – Der Wirtschaftsplan 2023 und eine Übersicht über die wichtigsten Projekte aus dem Investitions- und Sanierungsprogramm für die Jahre 2023 bis 2026 waren Thema des Pressetermins, zu dem Landrat Christian Engelhardt mit den Führungskräften des Eigenbetriebs Schule und Gebäudewirtschaft des Kreises Bergstraße eingeladen hatte. Dabei geht es um 18 Schulen im Kreis, das geplante MINT-Zentrum in Bensheim, das 2024 fertiggestellt sein soll, sowie um die Erweiterung und Sanierung eines Wohngebäudes im kommenden Jahr. Der Wirtschaftsplan für das kommende Jahr ist viele Millionen Euro schwer und muss noch vom Kreis beschlossen werden. Für den Zeitraum 2022 bis 2026 werden im Sanierungsprogramm insgesamt 40 Millionen Euro veranschlagt, das sind jährlich 8 Millionen Euro. Im  Investitionsprogramm bis 2026 sind über 315 Millionen Euro vorgesehen, für notwendige Ausgaben in den Folgejahren sind weitere 124 Millionen Euro eingeplant. Bisher hat der Kreis Bergstraße innerhalb von 20 Jahren, von 2000 bis 2021, etwa 551 Millionen Euro für Sanierungen und Investitionen an Schulen ausgegeben. „Der Entwicklung unserer Schulen räumen wir einen enormen Stellenwert ein“, erklärte Engelhardt, „Gebäude sind mehr als Zweckgebäude, wir betrachten Gebäude mit einem besonderen pädagogischen Blick“. In der Planungsphase würden daher pädagogische Fachleute einbezogen. Mit 1.500 Euro pro Schüler und Jahr für Bau und Modernisierung der Schulen befinde sich der Kreis Bergstraße in Hessen in der Spitzengruppe. Im guten Schulangebot sieht Engelhardt einen wichtigen Standortfaktor, um als Kreis für Familien attraktiv zu sein, denn die könnten sich ihren Wohnort aussuchen. Im regionalen Wettbewerb seien dies Rahmenbedingungen, die der Kreis Bergstraße beeinflussen könne. Bei der Umsetzung der Projekte nannte Engelhardt die Preisanstiege beim Bau und Verzögerungen bei Terminvergaben durch den Fachkräftemangel als Unwägbarkeiten. Als „ein sehr ambitioniertes Bauprogramm“ bezeichnete Engelhardt die Vorhaben, finanziert über die Umlagen der Kreiskommunen. Gestiegen sind auch die Kosten für den Materialaufwand, die im Wirtschaftsplan mit 60,5 Millionen für 2022 gegenüber 63,4 Millionen Euro für 2023 ausgewiesen sind. Beispielsweise sind bei den Energiekosten 7,5 Millionen Euro (2022: 5,1 Millionen Euro), bei der Schulsozialarbeit mit schulärztlichem Dienst und Querschnittsämtern 14,1 Millionen Euro (2022: 12,9 Millionen Euro) verzeichnet. Im Weiteren ging Engelhardt auf die Schulprojekte im Einzelnen ein.

    Das neue Gebäude der Schule in den Weschnitzauen in der Freiherr-vom-Stein-Straße soll 2025 fertiggestellt sein, dann sind Lehrer und Schüler der Grundschule an einem Standort vereint. Foto: Hannelore Nowacki


    Schulen im Ried – Bau und Sanierung

    So sieht das Programm für die Schulen im Ried aus: Planmäßig gehen die Arbeiten bei der Schule in den Weschnitzauen in Biblis am Standort Freiherr-vom-Stein-Straße mit dem Ersatzneubau voran. Aktuell werden die Rohbauarbeiten ausgeführt, Fertigstellung 2025. Bei der Schillerschule in Bürstadt haben die Tiefbauarbeiten begonnen, die Betonarbeiten beginnen im Dezember. Das Hauptgebäude wird für sechs Züge ausgebaut, der östliche Ersatzneubau befindet sich in fortgeschrittener  Planungsphase. Die Sanierung der Mehrzweckhalle in Bobstadt in Kooperation mit der Stadt Bürstadt verzögert sich, weil Bewilligungsbescheide für Fördermittel noch nicht vorliegen. Abgeschlossen ist hingegen die Schadstoffsanierung im 1. Abschnitt. Mit der Hallensperrung ist ab 3. Quartal 2023 zu rechnen. Dennoch können Schule und Vereine die Halle durch die geplante Teilsperrung weiter nach Absprache nutzen. Das größte Schulprojekt im Kreis mit 80 Millionen Euro ist auf absehbare Zeit der Ersatzneubau des Lessing-Gymnasiums Lampertheim (LGL). Mit dem Baubeginn ist frühestens ab 2024 zu rechnen, die Bauzeit soll etwa drei Jahre betragen. Ursprünglich wurde das Projekt mit 40 Millionen Euro geplant, der Campus sollte komplett neu gebaut werden. Landrat Engelhardt wies darauf hin, dass nach dem neuen Konzept die Altrheinhalle nicht zuerst abgerissen wird und der LGL-Neubau auf dem Sportgelände errichtet wird, nötig sei kompakter und höher zu bauen. Die veränderte Kostenlage verlangt ein neues Konzept und eine Neuausrichtung der Planung mit einem neuen Planungsteam. Einige Monate Zeitverzug habe die Abrechnung mit den vorherigen Planern gekostet. Laut Johannes Kühn, Technischer Betriebsleiter des Eigenbetriebs, kann erst jetzt erst die Europa weite Ausschreibung erfolgen, was mehrere Monate erfordere. Von der Fertigstellung des LGL hängen direkt Umbau und Erweiterung der Alfred-Delp-Schule Lampertheim (ADS) ab, die für die geplante Bauzeit von etwa drei Jahren erst in das alte LGL-Schulgebäude umziehen kann, wenn das neue LGL-Gebäude bezogen ist. Zur Neuorientierung gehört bei der ADS der Erhalt der vorhandenen Bausubstanz, wofür nach Kostensteigerung 40 Millionen Euro eingeplant werden. Aktuell werde mit der Schulgemeinschaft das pädagogische und Raumkonzept beraten. Weit fortgeschritten ist die Sanierung und Erweiterung der Lindenhofschule in Groß-Rohrheim mit Innenausbau und Installation der technischen Gebäudeausrüstung (TGA). Fertigstellung ist 2023, der Umzug vom Schüco-Gebäude ist während der Sommerferien geplant. Das neue Schuljahr beginnt dann am alten Standort in den neuen und sanierten Gebäuden der Lindenhofschule. Hannelore Nowacki

     

     
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