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  • Mi., 20. Januar 2016, 16:32 Uhr
    Antrittsbesuch von Landrat Engelhardt beim Bürgermeister – ein Tag in Groß-Rohrheim

    Landrat Engelhardt: „Wir müssen es gut machen“

    Auf seiner „Landrat vor Ort“-Tour besuchte Landrat Christian Engelhardt (rechts) Bürgermeister Rainer Bersch, um Groß-Rohrheim einen Tag lang näher kennenzulernen. Foto: Hannelore Nowacki


    GROSS-ROHRHEIM – Bei seiner „Landrat vor Ort“-Tour besuchte Landrat Christian Engelhardt am Dienstag die Gemeinde Groß-Rohrheim, führte mit Bürgermeister Rainer intensive Gespräche und gemeinsam besuchten sie das Gewerbegebiet. Drei der dort ansässigen Unternehmen lernte Landrat Engelhardt bei Rundgängen durch die Betriebe näher kennen. Im Rahmen eines Pressegesprächs im Rathaus berichtete Landrat Engelhardt von seinen Eindrücken, die er aus Groß-Rohrheim mitnimmt. Wie er betonte, sei er schon ein paar Mal in Groß-Rohrheim gewesen, hatte auch Kontakt zum Bürgermeister, doch dieser Tag war ganz allein dem näheren Kennenlernen der Gemeinde gewidmet. Von den 22 Städten und Gemeinden des Kreises Bergstraße, die Engelhardt auf seiner „Landrat vor Ort“-Tour eigentlich schon in den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit besuchen wollte, liegt Groß-Rohrheim im guten Mittelfeld, am Mittwoch stand Viernheim auf dem Besuchsplan. Aufgaben wie die Situation der Krankenhäuser im Kreis und die Unterbringung der Flüchtlinge hatten den Beginn seiner Amtszeit bestimmt. Gesprächsthemen zwischen Landrat und Bürgermeister waren Groß-Rohrheim im Allgemeinen, das Gewerbe und die Wachstumssituation. Bürgermeister Bersch zeigte sich wie Landrat Engelhardt von den besuchten Firmen beeindruckt – sowohl vom hohen technischen Standard, von den Produktionsverfahren als auch von der Personalausstattung. Alle drei Firmen, Franz Jäger Fensterbau, Otto Cosmetic und DEST Lösemittel, eine Niederlassung der Firma Overlack aus Worms, wollen sich am Standort weiterentwickeln und vergrößern. Eine positive Entwicklung, die Bersch auch auf die gute Zusammenarbeit von Kommune, Firmen und der Wirtschaftsförderung Bergstraße zurückführt. Neben der erfreulichen Seite des Wachstums, das die Unternehmen planen, sieht Landrat Engelhardt auch die damit verbundenen Herausforderungen: „Die Rahmenbedingungen für Wachstum müssen stimmen“.  Am Beispiel der Firma Jäger Fensterbau mit etwa hundert Mitarbeitern nannte Engelhardt den verfügbaren Flächenbedarf, der die Ansiedlung ermöglichte. Auch Otto Cosmetic mit aktuell 250 Mitarbeitern brauchte für die Investition in eine neue Fertigungsstraße Fläche, dort sei noch vor kurzem Acker gewesen. Die DEST Lösemittel GmbH sei deutlich kleiner, die Mitarbeiterzahl bewege sich im zweistelligen Bereich. Hier ging es in den Gesprächen ebenfalls um Mitarbeitergewinnung.  Die Firma habe hohe Umweltstandards, die von den Behörden überwacht werden. Auch über Genehmigungsverfahren wurde gesprochen. „Wir als Kommune sind darauf bedacht, die Firmen mit kurzen Verfahren zu unterstützen, merkte Bürgermeister Bersch an. In den Betrieben gebe es immer etwas Neues. Einige weitere Themen spielten am Dienstag eine Rolle, wie der S-Bahn-Anschluss, an dessen Kosten sich der Kreis beteiligt. Die Züge fahren ab 2019, mit verbesserter Verbindung nach Mannheim – was die Lebensqualität  in Groß-Rohrheim aufwerte. Ein Vorteil für die Firmen in Groß-Rohrheim sei Versorgung des Gewerbegebietes mit schneller Glasfaser. Der Kreis werde den Breitbandausbau fördern, teilte Engelhardt mit. Wichtig für die Lebensqualität im Kreis Bergstraße sei die Freizeit-Infrastruktur, nicht nur die touristische Entwicklung. Hier sieht Engelhardt Groß-Rohrheim schon gut aufgestellt, mit Blick auf Kulturangebote wie den Gitarrenzauber und Freizeitangebote für Kinder. Erfahren habe er vom nahe gelegenen Jägerhof auf Bibliser Gemarkung. Landrat Engelhardt sieht sich in seiner Funktion als  Kommunalaufsicht eher als Berater des Bürgermeisters denn als Aufsicht, sagte Engelhardt und sprach in diesem Zusammenhang die Erschließungsbeiträge an, die jedoch schon länger eine Herausforderung seien. Als Schuldezernent will er sich für die Entwicklung der Lindenhofschule einsetzen. Zum Thema Flüchtlinge stellte Landrat Engelhardt fest: „Wir brauchen überall im Kreis Bergstraße weiteren Raum“ und „es wird für uns ein Dauerthema bleiben“. Der Kreis bevorzuge große Objekte zur Anmietung, mit denen weniger Betreuungsaufwand verbunden sei. In kleinen Gemeinden wie Groß-Rohrheim gebe es diesen Wohnraum nicht, in den kleinen Einheiten sei jedoch die Integration leichter.  „Integration ist die Herausforderung für unsere Gesellschaft“, meinte Engelhardt, „wir müssen sie aber auch als Bringschuld einfordern“ und „wir müssen es gut machen“. Dem stimmte Bürgermeister Bersch zu und wies auf die langjährigen positiven Erfahrungen mit Flüchtlingen in Groß-Rohrheim hin. „Seit Anfang der 90er Jahre kamen schon immer Flüchtlinge“. Drei Häuser werden von der Gemeinde immer freigehalten. Mit ehemaligen Flüchtlingen aus dem Kosovo gebe es noch heute Kontakt über Skype. Bersch erzählte von einer syrischen Familie mit drei Kindern, die sich nach einem dreiviertel Jahr  gut eingelebt habe und gut aufgenommen werde. Es gebe Einladungen zum Geburtstag und von Vereinen. Groß-Rohrheim hat es dem Landrat angetan, sogar Begeisterung war spürbar, was unter anderem an einigen  Besonderheiten liegt, die Landrat Engelhardt entdeckt hatte. Eine Schlagersängerin ist hier beheimatet, ein Gitarrenbauer, dann gebe es den Gitarrenzauber und die Esel, von denen er gehört hatte. Hannelore Nowacki

     

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