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  • Do., 20. April 2023, 00:13 Uhr
    ENERGIEWENDE: Kreis Bergstraße will mit Wasserstoff-Infrastruktur beim Klimaschutz vorangehen

    Landrat stellt Wasserstoff-Strategie vor

    Ich tanke Wasserstoff“ verrät der Tankdeckel, hinter dem sich der Hochdruck-Einfüllstutzen befindet. Allerdings gibt es zurzeit in der Region nur wenige Wasserstoff-Tankstellen. Lena Maier (am Steuer) verweist fürs erste auf den Raum Frankfurt, Hirschberg und Weiterstadt. Praktischerweise fährt das Auto auch elektrisch. An der Pressekonferenz nahmen Landrat Christian Engelhardt (von rechts), Lena Maier (EMCEL), Simon Klug von der Abteilung Grundsatz und Kreisentwicklung), Anna Peise (LEA Hessen) und die Leiterin der Abteilung Grundsatz und Kreisentwickllung Corinna Simeth teil. Foto: Hannelore Nowacki


    HEPPENHEIM – Der Kreis Bergstraße hat jetzt eine Wasserstoff-Strategie, die Landrat Engelhardt im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch vorstellte. Um den Klimaschutz, um die Mobilitäts- und die Energiewende geht es und um eine zügige Umsetzung der Strategie, das machte Engelhardt deutlich. Beschlossen sei dies bereits in den Gremien. Der wirtschaftsstarke Kreis Bergstraße solle beim Klimaschutz mit zukunftsweisenden Technologien wie der Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff vorangehen und nicht abwarten, bis die schleppende Gesetzgebung auf Bundesebene und alle Rahmenbedingungen perfekt passen. Wasserstoff als Schlüsseltechnologie spiele in der Energiewende, insbesondere im Kreis Bergstraße, eine zentrale Rolle, denn für Anwendungen im Schwerlastverkehr wie bei Lastwagen, der Müllabfuhr und bei Bussen im ÖPNV sei Wasserstoff besser geeignet als Batterien, betonte Engelhardt. Auch beim Hochtemperatur-Einsatz in der Industrie und als transportfähiges Speichermedium habe der Wasserstoff Vorteile. Bald soll im Kreis Bergstraße Wasserstoff erzeugt und vielfältig genutzt werden können. Eine Pipeline soll vom Odenwald bis nach Lampertheim führen, es müssten aber Flächen für die Wasserstoff-Infrastruktur gefunden werden. Im gesamten Kreis können durch den Wasserstoff bis 2025 etwa 1.100 Arbeitsplätze entstehen. Wasserstoff-Tankstellen und Werkstätten sollen geschaffen werden und eine gemeinsame Beschaffung im gegründeten Netzwerk soll die Fahrzeuge preisgünstiger machen. Auch an die Weiterbildung des benötigten Fachpersonals muss gedacht werden. Im Zuge der Wasserstoff-Konferenz 2021 mit 70 Teilnehmern aus verschiedenen Branchen und öffentlichen Trägern im Kreis Bergstraße wurde das Netzwerk mit derzeit 25 Unternehmen gegründet, darunter die Energieunternehmen GGEW und EWR, Logistikunternehmen, Tankstellen und die Metropolregion Rhein-Neckar. Sie wollen sich an der Entwicklung von Leuchtturmprojekten beteiligen, die Hälfte hat bereits Pläne mit Wasserstoff. Unterstützung für die Wasserstoff-Strategie kommt vom Land Hessen. Auch Fördermittel werden erwartet. Anna Peise von der Landesstelle Wasserstoff der Landesenergieagentur Hessen (LEA Hessen) gratulierte Engelhardt für die vorgestellte Wasserstoff-Strategie. Als Ziel nannte Engelhardt eine „Technologie offene“ Gestaltung, da sich alles laufend weiterentwickle. Daher begrüßte er auch den Einsatz des Verkehrsministers in Brüssel für E-Fuels. Engelhardt zeigte sich überzeugt, dass das Konzept nach diesen ersten Schritten fortgeschrieben wird. Mit der Erarbeitung der Wasserstoff-Strategie war die EMCEL GmbH (Ingenieurbüro für Brennstoffzelle, Wasserstofftechnologie und Elektromobilität) mit Sitz in Köln beauftragt. Lena Maier präsentierte die umfassende Agenda, angefangen von den vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten in der Mobilität und stationären Nutzung sowie der klimaneutralen Erzeugung, sobald ausreichend grüne Energie für die Elektrolyse zur Verfügung steht – bis 2030 sei die Selbstversorgung mit grünem Wasserstoff möglich. 2030 wird mit einer Einsparung von 42.000 Tonnen CO2 gerechnet. Als Herzstück der Wasserstoff-Strategie nannte Maier die Wasserstoff-Roadmap entsprechend der Marktentwicklung als „lebendes Dokument“ mit Handlungsempfehlungen, dabei hätten sich Kreis und Unternehmen ambitionierte Meilensteine gesetzt. Von der Gesetzgebung werde mehr Tempo erwartet. Hannelore Nowacki

    So sieht es hinter dem Wasserstoff-Tankdeckel aus. Foto: Hannelore Nowacki

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