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  • Fr., 03. August 2018, 08:46 Uhr
    „Kunst im Rathaus“ – Malerei von Klaus Odenwald und Plastiken von Rainer E. Rühl

    Landschaften und Plastiken mit dem Blick unter die Oberfläche

    Bürgermeister Felix Kusicka (links) ließ sich von den beiden Künstlern die Werke erläutern – Klaus Odenwald aus Oftersheim (Mitte) hat die Ölbilder gemalt, Rainer E. Rühl gestaltet Plastiken aus verschiedenen leichten Materialien zu Themen, die ihn bewegen. Foto: Hannelore Nowacki

    BIBLIS – Und wieder ist in der Reihe „Kunst im Rathaus“ wieder viel Neues zu sehen. Am Dienstag eröffnete Bürgermeister Felix Kusicka die Ausstellung gemeinsam mit zwei Künstlern, die sich auf wunderbare Weise mit ihren Werken ergänzen. Den Bildern sind originelle Plastiken zur Seite gestellt, die sich in Farbe und Ausdruck mit den Bildmotiven verbinden, ein optischer Genuss. Im Foyer bis in den zweiten Stock sind Bilder und Plastiken platziert, ein Erlebnisrundgang, der mit dem Fahrstuhl sogar ganz bequem zu bewältigen ist.
    Bis zum 12. September ist die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen. Klaus Odenwald aus Oftersheim, seit 2010 als freischaffender Künstler tätig, malt grundsätzlich Landschaften ohne Menschen und Häuser, worauf er ausdrücklich hinwies. Aber seine Bilder sind mit einem Gefühl für ausdrucksstarke Stimmungen im Wechsel der Tageszeiten, auch der Jahreszeiten entstanden. Eindrücke von Reisen verarbeitet er ebenso wie Ausflüge in der Region. Ein Bild hat er dem südhessischen Ried gewidmet, ein Motiv mit zitronengelbem Horizont, so wie er es bei seinem Ausflug erlebt hatte. Bei seinen Reisen, unter anderem nach Island, fotografiert Odenwald, zuhause lässt er sich von der Erinnerung und den Fotos für seine Gemälde inspirieren. Er male in Öl, in der Wirkung jedoch wie Aquarelle, erklärte er. Beinahe abstrakt, aber doch genügend gegenständlich, um das Geheimnisvolle in den Bildern selbst entdecken. Farbenspiele mit dem Licht, der vielfarbige Himmel, Wolkenformationen, Wasser und Felsen verleihen den Bildern eine mystische Ruhe. Titel hat Klaus Odenwald seinen Bildern nicht gegeben, sie werden nach Nummern unterschieden. Rainer E. Rühl, hingegen legt besonderen Wert auf Titel für seine Werke. Seine Gefühle und Gedanken während des kreativen Prozesses finden sich im Titel in konzentrierter Begrifflichkeit wieder. Sein außergewöhnliches „Luftschiff“ symbolisiere Freiheit und Gebundenheit so wie die meisten seiner Plastiken, die er durch besondere Techniken und Materialien teilweise wie Bronzeskulpturen aussehen lässt. Verschnürt sind die Figuren, diese Bindungen seien jedoch wie ein Netzwerk. „Der Kopf ist jeweils frei und ungebunden“.
    Das „Luftschiff“ in der Schwebe hat Rainer E. Rühl auf ein zwei Meter langes Metallstück montiert. Foto: Hannelore Nowacki

    In Patina, Grünspan und Rost sieht Rühl die Vergänglichkeit allen Lebens angezeigt. Erst seit fünf Jahren ist er in dieser künstlerischen Richtung aktiv, ein Freund, der Steinmetz und Bildhauer ist, habe ihn auf die Idee gebracht, berichtete Rühl. Verblüffend ist die Anmutung der aufgemalten Patina – die leichten Materialien wirken wie Metall. Doch seine Kunstwerke schweben an dünnen Stangen oder Schnüren, sitzen im Glasterrarium oder sind auf Granit montiert. Die Idee bestimme die Auswahl der Materialien, ein Spaziergang durch den Baumarkt sei für ihn wie ein Abenteuer. Wie solche Kunstwerke entstehen, interessiere ihn, sagte Bürgermeister Kusicka, wobei ihm die ausgestellten Werke durch Farbgebung und Stimmung gelungen erschienen. In der nächsten Ausstellung vom 19. September bis 31. Oktober wird Glaskünstler Heinz Schader Werke in Weiß in Kombination aus Glas, Holz und Metall präsentieren. Hannelore Nowacki




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