Weltrekordversuch: Dirk Leonhardt will mit dem längsten Triathlon der Welt ins Guinness Buch der Rekorde
Lange Schwimmeinheit am Bibliser See
Dirk Leonhardt will mit einem Ultra-Marathon ins Guinness-Buch. Los ging es am Bibliser Badesee. Foto: oh
BIBLIS - Dirk Leonhardt hat sich ein hohes Ziel gesetzt: Er will bis Anfang August den längsten Triathlon der Welt absolvieren. Sein Ziel ist es, sich mit mehr als der 30-fachen Ironman-Distanz im Schwimmen, Fahren und Laufen einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde zu sichern – in Zahlen: 200 Kilometer Schwimmen, 5.400 Kilometer auf dem Rennrad und 1.320 Kilometer zu Fuß.
Der Hobbysportler und Familienvater startete am 2. Juli in einem Badesee in Biblis, dort schwamm er rund sieben Tage lang von einem Ufer an das andere und pausierte nur bei Dunkelheit. Die vielen Seen in Biblis waren für den Rekordversuch ein großes Glück, denn aufgrund der Einschränkungen bei der Nutzung von öffentlichen Seen und Freibädern war es eine glückliche Fügung, dass Freunde des Triathleten seit einigen Jahren ein Grundstück am Rohrbuschsee in Biblis ihr Eigen nennen. So stand schnell fest: Geschwommen wird in Biblis. „Ohne die Hilfe meiner Freunde wäre der Weltrekord vielleicht sogar ins Wasser gefallen, denn erst seit wenigen Tagen ist in Hessen das Schwimmen im öffentlichen Bereich wieder gestattet. Dafür kann ich gar nicht genug danken“, freute sich der Extremsportler.
Nach der Schwimmeinheit geht es direkt auf das Rad und auch hier hat der Ausnahmesportler nur wenig Zeit für Entspannung. Knapp 400 Kilometer möchte der Weltrekordanwärter jeden Tag fahren, rund 16 bis 18 Stunden täglich. Dafür hat er sich den Radweg entlang am Main oder auch mal am Rhein ausgesucht. „Für mich ist es wichtig, dass ich auf der Strecke guten Asphalt und möglichst wenige Höhenmeter habe, so dass ich meine Geschwindigkeit hoch genug halten kann, um den Plan zu erfüllen“, erklärt der Triathlet.
Laufen als schwerste Disziplin
Das Laufen wird für Leonhardt dann wohl die schwerste Disziplin, denn eigentlich war die Radtour durch Europa geplant, bevor die Corona-Pandemie einen Strich durch diese Überlegungen gemacht hat. So hat Dirk Leonhardt erst im Mai wieder angefangen, das Laufen regelmäßig zu trainieren. Dann auch schon mal mit einem 100 Kilometer Marsch rund um Frankfurt, denn er liebt extreme Trainingseinheiten. „Da kann ich mich so besonders gut motivieren“, so Leonhardt. Bei seinem Weltrekordversuch möchte er jeden Tag zwei Marathons laufen, damit das Laufen nach 15 Tagen beendet ist und er pünktlich zur Schuleinführung seines Sohns wieder sportfrei hat. „Grundsätzlich gibt es keine Zeitbegrenzung bei diesem Weltrekord. Es zählt allein die Distanz und nicht die Zeit. Aber als voll berufstätiger Familienvater habe ich ja noch andere Verpflichtungen und kann nicht unbegrenzt Urlaub nehmen“, erklärt Leonhardt, deshalb will er nicht mehr als 38 Tage für seinen Weltrekordversuch ansetzen.
Der aktuelle Rekord liegt bei Ilaria Corli. Die Weltrekordinhaberin schwamm in 2017 über 100 Kilometer an der Adria, fuhr mit dem Rad über Frankreich bis nach Berlin und lief dann zurück nach Italien. Diese Aktion begeisterte den Hobbysportler und ab diesem Zeitpunkt begannen die Überlegungen, ob er so eine Aktion wohl auch schaffen könnte. Der Ultrasport ist für Leonhardt kein Neuland. Er absolvierte unter anderem in Frankfurt zwei Ironmans und auch mehrere 24-Stunden-Rennen. In 2017 nahm der Hobbytriathlet dann an der Ostsee bei einen dreifachen Ironman (Ultra Triathlon) teil. Damals war er 54 Stunden unterwegs und schlief in zwei Nächten weniger als eine Stunde.
Jetzt muss er zehnmal soviel leisten – aber kann auch länger schlafen. Sein größtes Abenteuer bisher sei allerdings die Radtour mit seinem Freund Thomas Droll von Frankfurt nach Istanbul gewesen. „Damals 2015 – auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung – sind wir mit dem Fahrrad am Main und an der Donau entlang bis nach Belgrad geradelt und dann auf Landstraßen bis in die Türkei an den Bosporus und haben sogar mehrere Tausend Euro für das Bethanien Kinderdorf in Eltville gesammelt“, schwärmte Leonhardt. Nur zwei Wochen hätten die beiden damals für die 3.000 Kilometer gebraucht. „Aber jetzt setze ich nochmal eins obendrauf und fahre über 5.000 Kilometer in der gleichen Zeit.“ red