KOOPERATION: Die Schülerpatenschaft Räuberleiter e.V. durfte 10-jähriges Vereinsjubiläum feiern
Lebenslauf sozialen Engagements
Die Vermittlung unentgeltlicher Nachhilfe für Kinder aus sozial benachteiligten Familien macht die Schülerpatenschaft Räuberleiter e.V. zu einem erfolgreichen Vorzeigeprojekt. Foto: oh
LAMPERTHEIM – „Wären wir in der Schule, hätten wir jetzt unseren Realschulabschluss. Als Projekt sind wir aber schon im Mai 2011 gestartet. Somit könnten wir bereits mit unserer Ausbildung fertig sein oder das Abitur haben“, freuen sich die Verantwortlichen der Schülerpatenschaft Räuberleiter e.V.
Finge man mit dem Vergleich zur Grundschule an, wären die wichtigsten Grundlagen erarbeitet und gelernt: Wo findet man Patnnen und Paten? Wo Schülerinnen und Schüler der Zielgruppe? Wie macht man das eigentlich mit den Vermittlungen? Wie können bestehende Tandems gut unterstützt werden? Es wurden erste Ausflüge gemacht, Kontakte geknüpft und ein Verein gegründet.
Darauf folgte der Wechsel auf die weiterführende Schule und die Orientierungsstufe. Passenderweise war das für die Organisatoren vor allem eine Phase, in der man aufgrund einiger privater Änderungen neue Wege für die Vereinbarkeit von Arbeit, Privatleben und Ehrenamt finden musste.
Mit der Mittelstufe wurde das anders. Der Verein bekam Zuwachs für die Patenschaftsvermittlung und -betreuung und konnte sich so gut wie nie um seine Schülerinnen und Schüler sowie Patinnen und Paten kümmern. Einige der damals vermittelten Patenschaften bestehen heute noch, genauso wie lokale Kooperationen, die der Verein vermehrt in dieser Phase eingegangen ist.
So richtig Fahrt aufgenommen habe die Sache aber nach dem Realschulabschluss, so der Vereinsvorstand, also vor 3 Jahren: „Ja, es kam Corona. Und ja, das hat auch bei uns Spuren hinterlassen. Tandemtreffen konnten nicht mehr stattfinden, die erst kürzlich gestarteten Kindernachmittage fielen weg, auch Kennenlerngespräche waren nicht mehr möglich. Alle waren in Sorge, wie es weitergehen würde, wenn uns die Grundlage unserer Arbeit entzogen ist: das persönliche Treffen.“ Aber man habe sich in digitalen Herangehensweisen versucht. Viele davon seien nicht geglückt, aber einige seien geblieben und waren für die Verantwortlichen richtige Glückstreffer. So sei das erste Abitur, das innerhalb einer Patenschaft bestanden wurde, mit einer dreijährigen Online-Patenschaft vorbereitet worden.
Man hat über digitale Gesuche ein ganzes Orgateam in Lampertheim gefunden. Ein zweiter Standort in Darmstadt wurde aufgebaut. Die Vereinsorganisation wurde verbessert. „All das hatte zur Folge, dass wir mehr Schülerinnen und Schülern helfen konnten, mehr Tandems vermittelten und auch eine steigende Anzahl an Mitgliedern zu verzeichnen haben. Dass inzwischen auch wieder regemäßige Kindernachmittage und Ausflüge in Lampertheim stattfinden können ist für uns alle eine große Freude.“
Was in diesen unterschiedlichen Abschnitten aber immer gleich geblieben ist: Der Verein bringt Menschen zusammen. Im Englischen gibt es ein schönes Sprichwort „People come for a reason, a season or a lifetime“ (Menschen kommen aus einem Grund, für eine Zeitspanne oder für ein ganzes Leben). „Das Spannende zu Beginn ist für mich immer, dass wir nicht wissen, in welche Kategorie eine Begegnung fällt, wohlwissend dass alle drei möglich sind“, ist die Erste Vorsitzende, Stefanie Wadle, fasziniert. „Es sind nun also 10 Jahre Schülerpatenschaft Räuberleiter e.V. Und wie das im Leben eben manchmal so ist, mit der Fairness: Die einen müssen für eine Prüfung lernen, wir dürfen diesen Anlass einfach feiern!“ zg