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  • Di., 14. Mai 2019, 08:01 Uhr
    „Die HerbstZeitLosen” feierten Premiere mit der Tragikkomödie "Mitbewohnerin gesucht"

    Lebhafter Zweiakter mit Themen aus dem hier und jetzt

    Die HerbstZeitLosen schlüpften gekonnt in ihre Rollen und bereiteten dem Publikum einen gelungenen Abend. Foto: Eva Wiegand


    LAMPERTHEIM - Das vom Lampertheimer Seniorenbeirat initiierte Seniorenamateurtheater „Die HerbstZeitLosen“ feierte am vergangenen Samstagabend im voll besetzten Schwanensaal erfolgreich Premiere. Begrüßt wurde das Publikum von Albert Breckner vom Seniorenbeirat, der neben Bürgermeister Gottfried Störmer als Schirmherr auch den Präsident des Verbands Hessischer Amateurtheater, Norbert Deforth, sowie Kulturamtsleiter Rolf Hecher und einige Mandatsträger willkommen hieß. Bereits am Tag zuvor kamen bei der Generalprobe fast 100 Senioren aus Lampertheimer Senioren-Residenzen kostenlos in den Genuss des Stücks von Jule Vollmer "Mitbewohnerin gesucht", bei der Premiere verfolgten schließlich 250 Zuschauer das Geschehen auf der Bühne im Schwanensaal. Noch bevor sich allerdings der sprichwörtliche Vorhang hob, ließ es sich Regisseur Heiner Kraft nicht nehmen, einige Worte an das Publikum zu richten. Nicht selten suchten sich Amateurtheatergruppen ihre Stücke nach der Zahl der Pointen aus, berichtete Kraft, der schon in den Neunziger Jahren mit dem Theaterspielen begonnen hatte. Aber nicht so die Herbstzeitlosen: "Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst", machte Kraft deutlich. Wer nun also einen lustigen Schwank mit vielen Lachern erwartete, der wurde bei der Premiere der HerstZeitLosen eher nicht bedient, denn das Stück, das sich die erst im letzten Jahr gegründete Theatergruppe ausgesucht hatte, bot zwar einige lustige Momente, griff aber vielmehr die Themen auf, denen sich wohl jeder, aber ganz besonders Senioren, im Leben hin und wieder stellen müssen: Einsamkeit, politische Umstände und persönliche Schicksalsschläge. In dem Stück trafen im Salon einer alten Villa sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander - alle hatten sich aufgrund einer Zeitungsanzeige gemeldet, um ein Zimmer im Haus von Frau von Malstein zu ergattern. Um sich die Zeit bis zur Ankunft der verspäteten Hausherrin zu verkürzen, kommen sich die sieben Damen näher und erzählen sich schließlich Geschichten aus ihrem Leben, während der Butler Erwin Wolters (Herbert Tiefel) die Besucherinnen mit Getränken und Snacks versorgt. Da ist zum Beispiel Cäcilie Doren (Gabriele Schuster), die seit dem Tod ihres Mannes einen großen Werkzeugkoffer mit sich herumschleppt. Diesen hätte sie vor 30 Jahren gut brauchen können, als sie sich im Urlaub versehentlich mit ihrem Mann im Keller und ohne seine benötigten Herzmedikamente eingesperrt sah. Seitdem lebt sie allein und hofft auf einen schönen Lebensabend in der Villa Malstein. Diesen Wunsch hegt sie allerdings nicht allein: Edelgard Ferner (Monika Schlappner) hat ihr Leben lang ihre Eltern gepflegt und damit auf ein eigenes Leben verzichtet. Ingeborg Kallmann (Karin Breckner) berichtet von ihrem Leben in der ehemaligen DDR und die elegante Adelheid Braun (Friedel Keller) hat sich nach einer misslungenen Liebesgeschichte nie mehr auf einen Mann eingelassen. Gertrud Habermaß (Christina Kiehs-Glos) ist als mathematisches Wunderkind groß geworden, war siebenmal verheiratet und hat nun kein Geld mehr. Bleibt nur noch die Sechste im Bunde: Lore Stein (Melitta Hertel). Sie stellt sich schließlich als die Nichte ihrer verstorbenen Patentante von Malstein vor, die sich mit Schmerz- und Schlaftabletten ein langes und einsames Sterben erspart hat. Das gesamte Vermögen sowie die Villa mit 21 Zimmern hat sie ihrer Nichte vermacht, unter der Voraussetzung, dass Lore nicht alleine dort lebt. Selbst hätte sich die Tante ein Leben mit anderen gewünscht, was läge da näher, als die Wünsche der Tante in die Tat umzusetzen und mit allen Damen gemeinsam in die Villa einzuziehen. Begeistert von der Leistung der Theatergruppe waren sowohl die Senioren bei der Generalprobe, als auch die Zuschauer der Premiere und spendeten reichlich Beifall. Großen Anklang fand auch die in der Pause gereichte Mulligatawny-Soup. Die scharfe Suppe wurde nicht nur den Damen im Stück serviert, sondern auch anschließend großzügig im Publikum verteilt. Eva Wiegand

     

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