Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Lebt die Kerwe? Bei der Feuerwehr war viel los
Mo., 27. August 2018, 22:38 Uhr
Kerwe und Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr mit warmer Küche und Vorführungen
Lebt die Kerwe? Bei der Feuerwehr war viel los
Nach erfolgreicher Löschübung stellte Jugendwart Marcel Otwarko die neunköpfige Jugendfeuerwehr Wattenheim mit Stellvertreterin Fee Neumann und Betreuerin Julia Wetzel vor. Foto: Hannelore Nowacki
WATTENHEIM – Zur Kerwe hatte die Freiwillige Feuerwehr Wattenheim wieder alles aufgefahren, was den Gästen mundet und immer gut ankommt – am Freitagabend die Koteletts, am Samstag die Schnitzel und am Sonntag den Zwiebelrostbraten. Zufrieden strich das Küchenteam am Sonntagnachmittag das meiste von der Speisekarte. Wer noch Hunger hatte, konnte sich immerhin noch mit leckerer Bratwurst im Knusperbrötchen und Gyros mit Tsatsiki versorgen. Pommes und Currywurst waren ausverkauft. Auch an der Salatbar und Kuchentheke in der Fahrzeughalle waren die Behälter und Platten fast alle leer geworden – die freundlichen Helferinnen blickten auf turbulente Tage und Stunden zurück. Alles war diesmal ebenerdig erreichbar. „Das Fest ist gut gelaufen - viel gegessen und viel getrunken“, war die Einschätzung von Boris Morew, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, im Gespräch mit dem TIP. Das kühlere Wetter sei sogar von Vorteil gewesen. Eine besondere Erfahrung machte das Küchenteam, als am Freitag plötzlich alle Leute ihr Essen haben wollten. Gut angekommen sei der Groove der Liveband „Footprint“ am Samstagabend mit Rock, Pop und Blues auf Deutsch und Englisch quer durch die Musikgeschichte. Die Bühne auf der Rolle holte der Landwirt am Sonntagmorgen wieder ab. Mit dem Frühschoppen bei der Feuerwehr ging das Fest am Sonntag weiter, um die Mittagszeit war der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehren Bürstadt und Hofheim zum kleinen Platzkonzert und zur geselligen Stärkung gekommen. Das Team der DRK-Rettungshundestaffel aus Bensheim war schon beim Aufbau des Hundeparcours und zeigte nach dem Platzkonzert auf dem Fußballplatz hinter dem SG NoWa-Vereinsheim eine erfolgreiche Personensuche. Obwohl die versteckte Person auf einem Unterstand lag, hatte der Hund die richtige Spur erschnüffelt. Auf einer waagerecht aufgestellten Leiter mit Brettern und Lücken zeigten die Hunde dem Publikum ihre Trittsicherheit, geführt und anschließend belohnt von ihrem Hundeführer. Ganz vorsichtig und langsam arbeitete sich Lucky voran, um nicht in einen Spalt zu treten, am Ende ging es dann hoppla-hopp die Leiter hinunter. Auch die anderen mittelgroßen Hunde wie die sieben Monate alte Jola schafften diese Gerätearbeit, eine Übung, um in Trümmerlagen zurechtzukommen. Wie die Freiwillige Feuerwehren sind auch die Hundeführer der DRK-Rettungshundestaffel ehrenamtlich tätig. Im Ernstfall verlassen sie ihren Arbeitsplatz oder den gemütlichen Platz auf dem Sofa und fahren mit ihrem eigenen Hund zur Personensuche, erklärte Staffelleiter Gerd Thiemann im Gespräch mit dem TIP. 2017 habe die Staffel, immer im Team, an zehn Einsätzen teilgenommen. Nicht immer werde die gesuchte Person lebend gefunden. Zweimal in der Woche trainieren Hund und Hundeführer. Die mindestens zweijährige Ausbildung sei für gelehrige acht Wochen alte Welpen am einfachsten. „Je früher, desto besser lernen Hunde“. Eine Löschübung mit loderndem Feuer aus einem Feuertopf zeigte die Jugendfeuerwehr Wattenheim unter Leitung von Jugendwart Marcel Otwarko. Mit Martinshorn und Blaulicht kam das Löschfahrzeug angefahren, ruckzuck rollte der Feuerwehrnachwuchs die Schläuche aus. Ein Windzug hatte die Flamme gelöscht, doch durch die Hitze entzündete sich das Propangas noch einmal von selbst – kaum entflammt war es bald wieder gelöscht. Dem aufmerksamen Publikum erklärte Wehrführer Stefan Schweitzer das Vorgehen bei einem Löscheinsatz und was die Jugendfeuerwehr leistete.
Die DRK-Rettungshundestaffel aus Bensheim hatte eine horizontale Leiter aufgebaut. Fast geschafft, nur noch ein Blick in die Runde und dann ein paar Sprossen abwärts. Foto: Hannelore Nowacki
Für das Schätzspiel zugunsten des Kinderhospizes mit Sitz in Mannheim hatte er aus Legomaterial ein Feuerwehrauto gebaut, das im mobilen Glaskasten angeschaut werden konnte. Preise gab es für die drei besten Schätzungen. Doch wie viele Legoteile er verbaut hatte, werde sich erst herausstellen, wenn er das Feuerwehrauto nach Schätzschluss wieder zerlegt, verriet der Wehrführer dem TIP. Aber wie geht es mit der Kerwe weiter? Eine Frage, die laut Feuerwehrvereinsvorsitzendem Morew im Raum steht. Ein Kerwedorf mit Karussell und Buden gab es schon im Vorjahr nicht mehr, weil die Schausteller ohne Bezahlung nicht kommen wollten, bedauerte Morew. Aber niemand habe Karussell und Buden vermisst. Von einer Kerwerede am Montag, vor Jahren noch ein Publikumsmagnet, wusste er nichts. Demnach sei die Kerwe schon jetzt ein Fest bei der Feuerwehr, ein gut besuchtes Fest überdies. Zu überlegen sei, zukünftig statt „Kerwe“ ein Feuerwehrfest zu feiern. Hannelore Nowacki