Sa., 22.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mi., 26. August 2020, 13:16 Uhr
    EHRENAMTSBÖRSE: Gemeinsame Zeit von jung und alt steht im Mittelpunkt

    Leihoma oder -opa gesucht!

    Hoffen, über die Ehrenamtsbörse eine Leihoma oder -opa zu finden: Henry und seine Mama Julia. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Immer mehr Kinder wachsen ohne Oma und Opa auf, immer öfter können viele Großeltern ihre Elternkinder nur selten sehen – das Prinzip Großfamilie geht immer mehr verloren. Dabei sind gerade Großeltern für Kinder sehr wichtige Sozialkontakte – doch allzu oft wohnen Oma und Opa weit entfernt. Um die Vorteile dieser Verwandtschaftsbeziehung dennoch nutzen zu können, gibt es das Konzept der Leihomas und -opas, welche die Ehrenamtsbörse nun gerne auch in Lampertheim etablieren möchte. 

    Beide Seiten profitieren 

    Familie Wagner kennt die Problematik, dass Oma und Opa fehlen, daher suchen sie nun für ihre beiden Kinder im Alter von zwölf Jahren und 14 Monaten eine Leihoma oder einen Leihopa, gerne auch nach einem Paar – dies ist aber keine Bedingung. Dabei geht es keineswegs darum, dass diese die Betreuung der Kinder übernehmen sollen oder als Babysitter fungieren. Vielmehr steht bei diesem ehrenamtlichen Engagement im Mittelpunkt, Zeit füreinander zu haben und wie eine Familie füreinander da zu sein und somit einen Gewinn für alle Beteiligten herzustellen.

    „Ich habe das Projekt Leihoma und -opa bei SternTV gesehen. Und auch wie alle Beteiligten der Sendung ‚Wir sind klein und ihr seid alt‘ bei VOX voneinander profitiert haben, hat mich sehr beeindruckt”, erläuterte Julia Wagner wie die Idee entstanden ist. „Wir haben leider keine Omas und Opas mehr in der Familie. Dabei ist es sehr wichtig, dass Kinder Umgang mit älteren Menschen haben, von denen sie sehr viel lernen können — und auch die Leihomas und -opas profitieren von der gemeinsamen Zeit. So kam ich auf die Idee: Warum soll so etwas nicht auch in Lampertheim funktionieren?” 

    Julia Wagner sieht in dem Projekt eine gute Möglichkeit für ältere Menschen, am Leben teilzuhaben und in eine Familie eingebunden zu werden – „besonders, da viele ältere Menschen auch oftmals einsam sind. Und für die Kinder sind Omas und Opas eine tolle und wichtige Erfahrung, denn hier lernen sie, dass sie bei diesen mehr dürfen als bei ihren Eltern. Und nicht zuletzt ist es auch für die Eltern schön, wenn sie sich mit jemanden unterhalten und zusammen einen Kaffee trinken können. Letztendlich ist es für die gesamte Familie und die Leihomas und -opas schön, wenn jemand da ist.”

    Zeit füreinander haben

    Familie Wagner wünscht sich eine Person, die einmal pro Woche zwei bis drei Stunden Zeit mit den Kindern verbringt, dies ist natürlich auch im Wechsel mit den Kindern möglich, da deren Bedürfnisse altersbedingt sehr verschieden sind. So können Spaziergänge oder kleinere Unternehmungen wie Eis essen im Sommer oder Spielplatzbesuche unternommen werden, es kann aber auch einfach gemeinsame Zeit miteinander verbracht werden, bei dem Kinder und Leihgroßeltern einfach füreinander da sind.

    Wichtig ist, dass die ehrenamtlichen Leihomas und -opas keine Tageseltern sind und ihre Besuche nicht für Geld anbieten. Zudem stehen diese auch nicht auf Abruf für die Familie bereit, sondern kommen lieber regelmäßig für ein paar Stunden in der Woche in die Familie.

    „Sollten sich mehrere Interessierte melden, können wir das Angebot gerne in der Ehrenamtsbörse erweitern”, hofft Silke Reis vom Fachdienst 40-2 der Stadtverwaltung gemeinsam mit Julia Wagner auf zahlreiche Rückmeldungen. Bei der Umsetzung des Projektes werden selbstverständlich die entsprechenden Maßnahmen rund um Corona beachtet. Und natürlich muss es auch zwischen den Familien und den Leihomas und -opas passen und Vertrauen da sein.

    Ehrenamtliches Engagement gesucht

    Die Ehrenamtsbörse wurde 2013 ins Leben gerufen – sie erleichtert den Kontakt zwischen Menschen und Vereinen, die ehrenamtliche Tätigkeiten anbieten, und jenen, die ehrenamtliche Mitarbeiter suchen. Lampertheimerinnen und Lampertheimer haben so unter www.ehrenamt-lampertheim.de die Möglichkeit, sich über die Aktivitäten und Angebote bürgerschaftlichen Engagements in Vereinen, Verbänden und Initiativen zu informieren und zu beteiligen. 

    „Bedingt durch Corona haben sich einige Helfer gefunden, prinzipiell werden jedoch mehr Projekte angeboten als sich ehrenamtliche Helfer melden”, erläuterte Silke Reis abschließend. Benjamin Kloos

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 2