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  • Mo., 13. Februar 2017, 12:09 Uhr
    Mitsingprojekt zum Reformationsjubiläum im Dekanat Ried

    Lust auf Luther-Lieder?

    LAMPERTHEIM - Die Kantorinnen Gunhild Streit und Heike Ittmann laden ein zu einem besonderen Chorprojekt. An den Sonntagen 19. und 26. März werden in Lampertheim und in Crumstadt um 10 Uhr Gottesdienste nach Luthers Deutscher Mess-Ordnung von 1526 gefeiert. Interessierte Sängerinnen und Sänger, die gerne Luther-Lieder singen möchten, können sich bis zum 11. März für den Probe-Nachmittag anmelden. In seiner Schrift „Deutsche Messe und Ordnung des Gottesdienstes“ entwarf Martin Luther 1526 erstmals eine eigene Gottesdienstliturgie in deutscher Sprache. Dabei übertrug er nicht nur lateinische Lesungen und Gebete ins Deutsche, sondern komponierte auch viele neue Gemeindelieder. Unter anderem vertonte Luther das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis und liturgische Stücke. „Luther selbst hat Laute gespielt und ihm war die Wirkung von Musik sehr bewusst“, erklärt Dekanatskantorin Gunhild Streit. Er habe es verstanden, dem Volk aufs Maul zu schauen und musikalische Gassenhauer, die von der Melodie bekannt waren, neu betextet. „Nach der Bibelübersetzung ging es um die Frage, wie kann der Messtext vermittelt werden“, so Streit, „Musik war da wie eine Frischzellenkur für die Gemeinde, die auch erstmals in deutsch und selbst singend in die Gottesdienstfeier eingebunden war.“ 1524 brachte Johann Walter die erste Luther-Lieder-Sammlung heraus, das sogenannte „Geistliche Gesangbüchlein“. Musik im Gottesdienst entwickelte sich in dieser Zeit immer stärker zum gleichwertigen Partner des Wortes „Noch heute gibt es Kirchen, in denen die Orgel direkt über dem Altar thront“, erklärt Streit, „das ist ein sichtbares Zeichen dafür, welchen Stellenwert die Musik in der evangelischen Tradition hatte und bis heute hat.“ Verordnen wollte Luther den Gemeinden seine Mess-Ordnung von 1526 aber nicht. Gemeinden sollten eher das vor Ort umsetzen, was passt. Ein Reformationsjubiläum ohne einen Gottesdienst nach Luthers Mess-Ordnung zu feiern, wäre aus Streits Sicht eine verpasste Chance, denn das Element des Feierns im Gottesdienst wird aus Sicht der Kirchenmusikerin durch die gesungene Lithurgie sehr viel greifbarer: „Die Texte bekommen durch die Vertonung nochmal ein anderes Gewicht und vielleicht eine neue Farbe in der eigenen Wahrnehmung.“ Im Gottesdienst werden unter anderem vierstimmige Chorsätze von Johann Walter, Hans-Leo Haßler und Michael Prätorius gesungen. Interessierte haben die Möglichkeit, diese Gesänge bei dem Proben- Nachmittag am Samstag, 18. März von 15 bis 18 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Crumstadt (Darmstädter Str. 3) für den Gottesdienst zu üben. Anmeldungen sind bei Gunhild Streit unter Telefon 06258/ 989724 oder per mail unter kirchenmusik.dek.ried@ekhn-net.de möglich. Der Gottesdienstbesuch in Lampertheim oder Crumstadt ist auch ohne die Teilnahme an der Probe möglich. zg

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