KULTUR: Theatergruppe „Nordemer Kuckucks“ zeigte packende Premiere mit „Koffer voller Geld“ – zweite Vorstellung am Sonntag
Lustige Gaunerei und spannende Liebesgeschichte
Dorfpolizist Stoppel gibt alles, um den Bankräuber zu finden, sogar Schüsse fallen. Foto: Hannelore Nowacki
NORDHEIM – Der Titel bietet Stoff für Wunschträume. Brave Bürger haben ihr Geld eher auf dem Bankkonto, doch gibt es Gauner wie den Pfarrer Christoph, der fremdes Geld lieber anders verwahrt, zum Beispiel in einem Koffer ohne besondere Merkmale. „Ein Koffer voller Geld“ heißt das neue Stück der Theatergruppe „Nordemer Kuckucks“ in drei Akten, ein Gaunerstück von Wilfried Reinehr, das mit Nordemer Mundart und Lokalkolorit und einer ordentlichen Prise Humor gestärkt, für einen gelungenen Samstagabend sorgte. Das Publikum in der ausverkauften Kultur- und Sporthalle blieb während der knapp drei Stunden, die für die Vorstellung des neuen Theaterstücks der „Nordemer Kuckucks“ einschließlich der beiden Pausen einzuplanen war, mit Szenen-Applaus immer in Bewegung. Am Schluss belohnte anhaltender Beifall die Darsteller.
Stimmiger Rahmen für die Handlung
Vor und nach der Vorstellung und während der Pausen war Gelegenheit, sich im Foyer von Vereinsmitgliedern bewirten zu lassen. Die Theatergruppe bot mit dem selbst geschaffenen Bühnenbild einen stimmigen Rahmen für die Handlung, mit zahlreichen Details, die von der Begeisterung für das Theater zeugen. Zum Neuanfang nach der Coronazeit freuen sich die „Nordemer Kuckucks“ über Schauspielerzuwachs: Für Ramona Bersch und Bernd Wagner war die Vorstellung auch ihre eigene Premiere. Bernd Wagner bewährte sich sogleich in einer großen Rolle als vermeintlicher Pfarrer Christoph und Ramona Bersch machte als Nachbarsmädel Rosi mit hübschen Zöpfen eine gute Figur. Allerdings brachte sie ihren Liebsten, den Andi Schmitt (Mathias Walsch), Sohn vom Karl (Stefan Uihlein), schwer in Bedrängnis. „Das ist jetzt ganz bleed geloffe“, erkennt sie. Karl als Wirt des Hessischen Hofs liefert sich mit Wirtin Leni (Gabi Haas) von der benachbarten Traube einen fantasiereichen Konkurrenzkampf, in dem die Gäste und Wirtsleute zum Vergnügen der Zuschauer für allerlei Verwirrung sorgen. „Alt Fregatt“ nennt der Karl die Leni. Auch sonst gibt sich Wirt Karl ruppig, glaubt aber an seinen Erfolg: „Jetzt kenne die Gäschd komme“. Die kommen, bleiben aber nicht.
Spaß mit ein wenig Lampenfieber
Elisabeth von Mühlberg (Tanja Mayer) und ihre Komplizin Susi (Simone Gall) sind Hochstaplerinnen mit ausgeprägter Geld- und Neugier, die im Gasthaus der Leni mit allem Komfort verwöhnt werden und auf einen umtriebigen Herrn vom Film treffen. Der ist zwar nur für die Requisiten zuständig, stellt der Susi aber eine Filmkarriere in Aussicht. Dieser Herr Lenz (Klaus Engelhardt) hat es faustdick hinter den Ohren, aber auch einen Koffer ohne besondere Merkmale im Gepäck. Nicht weniger an weiblicher Gesellschaft interessiert zeigt sich der Pfarrer, doch muss er sich als Mann Gottes unter seinem Gewand bedeckt halten und zugleich ein Auge auf seinen Koffer haben. Ein Banküberfall hatte in der Nähe stattgefunden, der Täter unerkannt auf der Flucht: Dorfpolizist Stoppel war ihm mit Eifer auf den Fersen, doch immer wieder auf der falschen Spur unterwegs. Willi Krück mimt den trotteligen Dorfpolizisten glaubhaft mit aller Leidenschaft, leider hat er auch in der Liebe wenig Glück. Als Souffleur feierte auch Jens Bitsch Premiere. Bei den Proben hat er bei Abwesenheit aus beruflichen Gründen in den Rollen ausgeholfen und als gute Seele im Hintergrund für die Stapel von Koffergeld gesorgt. „Wir haben uns darauf gefreut wieder aufzutreten“, sagte Willi Krück im Gespräch mit dem TiP nach der Premiere. Spaß habe es gemacht, nur mit ein wenig Lampenfieber zu Beginn. Für die zweite Vorstellung am kommenden Sonntag, 2. Dezember um 19 Uhr, sind mit etwas Glück noch Restkarten erhältlich.