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  • Mi., 07. Februar 2024, 08:40 Uhr
    FORSCHEN: Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ beeindruckte mit 50 Jungforschern und 26 Projekten

    „Mach dir einen Kopf“ – das Erfolgsmotto

    Emma Martin, Alina Bickel und Paul Friedrich sind das Dreierteam von der Alfred-Delp-Schule für selbst hergestellte chemische Kälte anstatt gekaufter Kühlpacks. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Forscherjugend beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ hat eine Menge Wissen im Kopf und eine beachtliche Ausdauer, um Ergebnisse zu erzielen. Davon konnten sich die Besucher während der zweistündigen öffentlichen Präsentation in den Räumen der BASF Lampertheim am Samstag vergangener Woche ein Bild machen. „Mach dir einen Kopf“ war das diesjährige Motto des Wettbewerbs, an dem 50 Schüler und Schülerinnen aus dem Kreis Bergstraße mit 26 Projekten teilnahmen. Betreut werden sie an ihren Schulen von den Fachlehrern, die mit Rat und Tipps helfen. Vier Projekte entstanden in der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt (EKS), mit einem Projekt war die Alfred-Delp-Schule Lampertheim vertreten. An den Ständen drängten sich wissbegierige Besucher, denen die Jungforscher gerne, kompetent und ausführlich Auskunft gaben.

    Mit Köpfchen experimentieren
    Schulleiterin Stephanie Dekker von der Erich-Kästner-Schule, war von den Leistungen ihrer Schüler beeindruckt. Am Stand von Leo Wetzel und Tim Reis ließ sie sich zeigen, wie aus Regenwasser umweltfreundliche Energie erzeugen wird. Zwölf und dreizehn Jahre sind die beiden, deshalb läuft ihr Projekt in der Altersgruppe bis 14 Jahre bei „Schüler experimentieren“. Marie Viola und Elisa Brenner, beide 13 Jahre, haben mit Dünger aus Gemüseresten und Schalen experimentiert und herausgefunden, dass getrocknete, gekrümelte Kartoffelschalen als Dünger die Kresse im Topf schnell und dicht wachsen lassen, während Rote-Beete-Schalen ein kümmerliches Ergebnis bringen und auch nicht gut riechen. Schneller und direkter als Kompost und Gülle soll dieses Düngemethode sein, im Sommer hilft die Sonne beim Trocknen. Außerdem geben die beiden Nachwuchsforscherinnen zu bedenken, dass Deutschland wegen Gülle schon lange ein Grundwasserprobleme habe.

    Lilia Wolf (13) und Seher Ipek Inanc (14) haben für die Schalen von Quinoa eine Verwendung gefunden, die nach der Ernte übrig bleiben und wegen der enthaltenen Saponine nicht ans Vieh verfüttert werden können. Mit Wasser aufkochen, Zitrusölextrakte nach Wahl zugeben und schon hat man ein Geschirrspülmittel zur Hand. Die elfjährige Sophia Glensk wollte herausfinden, ob das Toilettenpapier durch die Mangellage in der Coronazeit verändert ist, zum Beispiel die Blattzahl pro Rolle weniger wurde. Da sie keine Vergleichsmuster mehr auftreiben konnte, hat ihre Blattzählung nur ergeben, dass stimmt, was auf der Verpackung steht. Spaß habe es trotzdem gemacht, sagt Sophia, denn sie habe einiges gelernt und sei nun um einiges erfahrener. Emma Martin (12), Paul Friedrich (12) und Alina Bickel (13) von der Alfred-Delp-Schule haben mit fertigen Kühlpacks experimentiert und mit Hilfe von Harnstoff und Salzen selbst ein kühlendes Päckchen mit gebastelt.

    Mit Forschergeist auf den ersten Platz
    Den ersten Platz im Fachbereich Mathematik/Informatik erreichten Anna Neundörfer (12) und Helena Aurelia Reuther (11) von der Liebfrauenschule in Bensheim. Als experimentierende Schülerinnen hatten sie zwei freundliche Roboter für Nachhilfeaufgaben gebaut und programmiert. Der Beweis ist vor Ort erbracht: Die Kommunikation funktioniert, die Roboter wissen zum Beispiel, dass Stadt auf Englisch „city“ heißt und bei „zwei plus zwei“ 100 nicht stimmt. Bei „Jugend forscht“ überzeugten Ben Schnorrenberger (15) und David Glänzel (15) von der Melibokusschule in Alsbach-Hähnlein die Juroren im Fachbereich Arbeitswelt mit ihrem aufgerüsteten Rucksack für vergessliche Schüler oder gestresste Dienstreisende.

    An den 26 Projekten waren 50 Schülerinnen und Schüler beteiligt. Die Erstplatzierten dürfen zum Landeswettbewerb nach Darmstadt. Foto: BASF Lampertheim


    Dank RFID-Chips auf allen mitzunehmenden Gegenständen, einem Lesegerät und Microcomputer mit App zum Abgleich mit dem Stundenplan auf dem Handy und Powerbank im Rucksack kann nichts mehr fehlen. Welche Pläne haben die beiden erstplatzierten Tüftler? David hat schon einen Ausbildungsvertrag in einer großen Weinheimer Firma unterschrieben, um Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung zu werden, Ben will Abitur machen und Informatik oder Maschinenbau studieren. Nach dem öffentlichen Teil des Regionalwettbewerbs ging es in Anwesenheit von Bürgermeistern und Landrat zur Siegerehrung in die Betriebskantine. Der jährliche Regionalwettbewerb wird vom Staatlichen Schulamt in Heppenheim für den Landkreis Bergstraße und den Odenwaldkreis in Zusammenarbeit mit der BASF Lampertheim als Patenunternehmen organisiert. Der Landeswettbewerb Hessen mit den Regionalsiegern findet Mitte März bei Merck in Darmstadt statt.

    Hannelore Nowacki

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