Lebhafte Akademische Feier zum Doppeljubiläum 50 Jahre Jugendfeuerwehr und 10 Jahre Kinderfeuerwehr
„Macht weiter so“
Das Doppeljubiläum von Jugendfeuerwehr (50 Jahre) und Kinderfeuerwehr (10 Jahre) wurde bei der Akademischen Feier von mehreren Rednern gewürdigt. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Damit die Freiwillige Feuerwehr auch zukünftig zum Löschen und Helfen ausrücken kann, braucht sie stetig Nachwuchs. Der Feuerwehr in Bürstadt gelingt es seit 50 Jahren, junge Menschen für die Jugendfeuerwehr zu begeistern, junge Männer und Frauen, die als Siebzehnjährige in die Einsatzabteilung wechseln. Seit 10 Jahren gibt es auch die Kinderfeuerwehr, die „Feuerstrolche“ im Alter von vier bis zehn Jahren. Zur Akademischen Feier des doppelten Jubiläums in der neuen Fahrzeughalle des Feuerwehrstützpunktes Mitte in der Römerstraße am Freitagabend standen die Löschfahrzeuge schön aufgereiht auf dem Vorplatz, damit in der Halle gefeiert werden konnte. Nach dem offiziellen Teil wurde zum gemütlichen Zusammensein das Büffet eröffnet. 50 Jahre Jugendfeuerwehr und 10 Jahre Kinderfeuerwehr „Feuerstrolche“ wurden von Alt und Jung gemeinsam gefeiert. Alfred Engert, Vorsitzender des Feuerwehrvereins und der stellvertretende Wehrführer Christian Schembs begrüßten die Festgesellschaft und Gäste, Landrat Christian Engelhardt, Bürgermeisterin Barbara Schader, Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf, Stadtrat Roland Weinz als Vertreter des Magistrats sowie Wehrführer Sascha Brutscher und David Rennert aus Riedrode und Rupert Getrost von der Bobstädter Feuerwehr, der Grüße und ein Kuvert überbrachte. Wehrführer Simon Lambrecht konnte aus beruflichen Gründen nicht dabei sein. Der Musikzug der Feuerwehren Bürstadt und Hofheim mit Stabführer Erik Minnder zog in geordneter Formation zum musikalischen Auftakt der Akademischen Feier mit Trommeln und Flötenklängen in die Halle ein und bot ein beeindruckendes Klangerlebnis. Landrat Engelhardt sprach in seiner Rede von einem „ganz besonderen Jubiläum“. Im ganzen Land gebe es 250.000 Mitglieder der Jugendfeuerwehren, Mädchen und Jungen, die persönlich Verantwortung übernehmen, deren Einsatz jedoch nicht selbstverständlich sei. Bei einer Umfrage hätten Kinder und Jugendliche ihre Wahl begründet. „Ich will Menschen helfen“, sagten die einen, andere erzählten von einer Familientradition: „Mein Vater ist Feuerwehrmann“ oder „Mein Opa ist bei der Feuerwehr“. Engelhardt gab zu bedenken: „Ohne Jugendfeuerwehr hätten wir die Strukturen wie wir sie heute haben nicht mehr“. Doch es komme darauf an, das Interesse an der Feuerwehr frühzeitig zu wecken. Bei der Kinderfeuerwehr geschehe dies spielerisch mit Spaß, Fähigkeiten werden vermittelt. „Kameradschaft, Pflichtbewusstsein und Einsatzbereitschaft, das wird hier vorgelebt“. In seiner Ansprache machte Stadtbrandinspektor Uwe Schwara deutlich, dass die Gründung der Jugendfeuerwehr 1968 „eine zukunftssichernde Maßnahme“ gewesen sei, ebenso die Gründung der Kinderfeuerwehr vor 10 Jahren: „Ohne Jugend keine Zukunft“. Heute habe die Bürstädter Feuerwehr eine intakte und aktive Kinder- und Jugendfeuerwehr. Es sei jedoch bei der Vielzahl von Freizeitangeboten nicht immer einfach, Jugendliche für die Jugendfeuerwehr zu begeistern. Dann noch ein Lob: „Macht weiter so“. Landrat und Stadtbrandinspektor überbrachten für Kinder- und Jugendfeuerwehr ein gehaltvolles Kuvert. Auf dem Programm stand eine Tanzvorführung der Kinderfeuerwehr mit dem Titel „Schlauch nach links, Schlauch nach rechts“, die mit viel Applaus belohnt wurde, später traten die Kinder noch einmal mit kunstvoll geschwungenen Luftschlangen auf. Bürgermeisterin Schader sprach der Bürstädter Feuerwehr mit ihren Abteilungen und dem Feuerwehrverein ihre besondere Anerkennung aus: „Auf Sie, liebe Feuerwehrgemeinde, auf ihre Fähigkeiten, können wir uns zu hundert Prozent verlassen – unsere Stadt ist Feuer und Flamme für Sie“. Der Feuerwehr bescheinigte sie „ein wahres Feuerwerk an Kompetenz und Einsatzbereitschaft“. Flammendes Engagement sei es auch in der Generalversammlung am 11. Februar 1968 gewesen, als auf Vorschlag von Hans Koch die Gründung einer Jugendfeuerwehr beschlossen wurde. Am 3. April 1968 folgte die Gründungsfeier mit zahlreichen Jugendlichen und deren Eltern. Als Jugendwart sei in „weiser Vorausschau“ Josef Landgraf bestimmt worden, der dieses Amt zehn Jahre erfolgreich bekleidete, auch Ausbilder war und die Geschichte der Jugend- und Kinderfeuerwehr bis heute fotografisch dokumentiere. Kreisjugendfeuerwehrwart Lutz Machleid überreichte den Leiterinnen von Kinder- und Jugendfeuerwehr eine Ehrenurkunde zum 50-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr, unterzeichnet von Kreisbrandinspektor und Kreisjugendfeuerwehrwart, die „Dankbarkeit und Anerkennung“ für den Aufbau der Jugendfeuerwehr bekundet. „Macht weiter so“, meinte auch er. Ewald Stumpf überbrachte zum Jubiläum im Namen der Stadtverordneten Grüße und ein Kuvert. Zum Abschluss begeisterte die Tanzgruppe „Charisma“ vom HCV Bürstadt mit ihrem rasanten Feuerwehrtanz. Der Musikzug spielte das ergreifende Stück „Highland Cathedral“, bei dem Tim Fiebiger (Querflöte) und Tim Stockmann (Trommel) als Solisten einen Extraapplaus erhielten. Hannelore Nowacki Die Kinderfeuerwehr hatte zwei Tänze eingeübt. Foto: Hannelore Nowacki
Information
Als „Mann der ersten Stunde“ bat Bürgermeisterin Schader Josef Landgraf zum Interview ans Mikrofon. Mit jugendlichem Elan schilderte Landgraf aus seiner Erinnerung einige Höhepunkte wie das erste Zeltlager auf der Tromm mit 15 Jugendlichen, seinen Buben. Als schönstes Erlebnis hat Landgraf das Kreiszeltlager in Oberlaudenbach in Erinnerung als seine acht Buben und ein ihm anvertrauter Junge die Leistungsspange bekamen. In einem weiteren Interview erfuhr das Publikum von der in diesem Jahr neu gewählten Jugendwartin Jennifer Hildebrand, was sie motivierte sich für die Feuerwehr und im Besonderen für die Jugendfeuerwehr zu engagieren. Wie motiviert sie die Jugendlichen für den Brandschutz? Von der Schaumlöschübung bis zu Ausflügen und Zeltlagern reicht das Programm. In fünf Jahren sieht die Jugendwartin mehr Mitglieder, mehr Leistungsspangen und Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die an die Einsatzabteilung übergeben werden. Bei den „Feuerstrolchen“ ist ebenfalls viel geboten, wie Schader ausführte. Nicole Held, die bei der Kinderfeuerwehr „eine Frau der ersten Stunde“ und seit 2018 Leiterin ist, berichtete im Interview mit der Bürgermeisterin wie sie zur Feuerwehr gekommen ist – auch eine familiäre Geschichte von Kindesbeinen an. Wie sieht sie die Zukunft? Man müsse immer am Ball bleiben und Werbung machen, betonte die Leiterin der Kinderfeuerwehr. Hannelore Nowacki
Jugendfeuerwehrwarte
Jugendfeuerwehrwarte: 1968 bis 1978 Josef Landgraf. 1978 bis 1989 Ernst Männl. 1989 bis 1994 Gunter Möller. 1994 bis 2000 Jürgen Steffan. 2000 bis 2005 Jürgen Stollhofer. 2005 bis 2008 Hans Winkler (seit 1978 stellvertretender Jugendwart). 2008 bis 2018 Kerstin Winkler, Nachfolgerin Jennifer Hildebrand.