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Mo., 23. November 2015, 23:38 Uhr
„Aschenputtel“ in Bürstädter Mundart begeisterte Publikum
Märchenhaftes Bühnenbild und volles Bürgerhaus
Ende gut, alles gut und alle waren glücklich – auch das Publikum. Aschenputtel und der Prinz hatten zueinander gefunden, nur die bösen Stiefschwestern hatten Blut im Schuh. Foto: Hannelore Nowacki
RIEDRODE – „Aschenputtel“ fand ihren Prinzen zweimal, nachdem sie zweimal auf der Bühne perfekt in den verlorenen Schuh gepasst hatte. Bei der Premiere am Freitagabend war die Vorstellung nicht ganz ausverkauft, für die Aufführung am Samstagnachmittag waren schon frühzeitig keine Karten mehr zu haben. In Abwandlung der Grimmschen Fassung sprachen die Darsteller echte Bürstädter Mundart und warteten mit witzigen Pointen auf. Außerdem hatte das Märchen einen Untertitel erhalten: „Wie aus ʼem Bäschdädder Meedsche ebbes worre iss“. Pfarrer Peter Kern wechselte im dritten Akt aus den Zuschauerreihen als Überraschungsgast auf die Bühne, um die anberaumte Hochzeit von Aschenputtel (Jana Purdack) mit ihrem Prinzen Edelmut (Sandra Eberle) offiziell zu machen. Das Publikum am Freitag klatschte immer wieder begeistert Beifall und belohnte auch den geistlichen Auftritt mit einer Extraportion. Am Schluss erhielten die Darsteller, Souffleusen und weiteren Akteure hinter den Kulissen anhaltenden Applaus, der mit der Note Eins plus vergleichbar wäre. Das stilgerechte Bühnenbild war anfänglich der Rahmen für die Stieffamilie im trauten Heim, märchenhaft prächtig waren Bühnenbild und Kostüme im zweiten und dritten Akt. Dazwischen lagen zwei Pausen mit der Gelegenheit zur Stärkung. Neun Mädchen und drei Buben der „Flower-Power-Kids“ der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) St. Peter hatten fleißig unter der Regie von Frank Gumbel für die Aufführung geprobt, unterstützt wurden sie von fünf Erwachsenen in den Rollen von König Heinrich dem Gnädigen (Gerhardt Rother), Königin Hildegunde (Hilde Rother), der liebenswerten aber vergesslichen königlichen Großmutter Else (Elke Held) und Aschenputtels Stiefmutter Erna (Heike Jung). Frank Gumbel spielte den belastbaren Hofmarschall. Fürwahr, leicht war seine Aufgabe nicht, dafür zu sorgen, dass der Prinz zu seiner Allerliebsten findet. Denn die große Frage war: Wer ist seine Auserwählte? Das Märchen spielte im Jahr 1756, in der angenommenen Blütezeit des Bürstädter Barocks. Die „Amtssprache“ war „Bäschdädderisch“, verpönt waren Hochdeutsch und „Lamberdärisch“, das der Prinz im ungünstigen Fall von der Spargeline (Zoe Molitor) als ungeliebte Gattin zu erwarten gehabt hätte. Nach dem Erfolg der Gruppe im letzten Jahr mit der Krimikomödie „Elses Worschdbud“ hatten sich die Kinder diesmal für ein Märchen entschieden, berichtete Frank Gumbel dem Publikum. Der Erlös kommt der Elterninitiative Sonnenkinder Bensheim zugute. Unterstützt wurden die Aufführungen von der Theatergruppe „Sainäwwel“ und von Hermann Hofmann von der Firma Stadtmüller. Emma Jung und Selina Kipfstuhl spielten die Stiefschwestern Schakeline und Schantalle, Nele Jung war die geflügelte Fee, die Aschenputtel das prächtige Kleid zauberte, Hofbote war Felix Glück. Den Majordomus im Schloss spielte Louisa Wilms, den königlichen Schuhpagen Hannah Ofenloch. Entzückende Zofe der Großmutter war Luca Molitor. Janik Neuwirth spielte Junker Hans, Lukas Neuwirth spielte Junker Hänschen. Lill Janson und Cathrin Kipfstuhl soufflierten hinter dem roten Vorhang, die Kostüme steuerten die Eltern der Kinder bei. Für Maske und Frisuren war der Salon Valentino zuständig, für die Kulissen Gerhardt Rother und Eltern der Kinder. Hannelore Nowacki