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Do., 07. September 2017, 15:44 Uhr
Rettung im Ried optimiert – Standort soll dauerhaft in Bürstadt bleiben
Magistrat besuchte neuen Notarztstützpunkt in Bürstadt
BÜRSTADT – Im Mai wurde der Notarztstandort im Ried von Lampertheim nach Bürstadt verlegt. Das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) steht auf dem Gelände von Feuerwehr und DRK in der Römerstraße in seiner Garage, wenn es nicht gerade zu einem Einsatz unterwegs ist. Die Besatzung, ein diensthabender Notarzt mit einem Rettungssanitäter oder Rettungsassistent als Fahrer, hält sich während ihres Bereitschaftsdienstes in der renovierten Wohnung im Feuerwehrhaus auf. Nach dem Auszug der letzten Mieter war die Wohnung frei, die wie der Feuerwehrstützpunkt der Stadt Bürstadt gehört. Als Bürgermeisterin Barbara Schader sowie die Magistratsmitglieder Walter Wiedemann, Erster Stadtrat, Christine Eberle Jürgen Heiser und Herbert Röchner den Notarztstützpunkt besuchten, waren Notärztin Barbara Müllerleile und Rettungsassistentin Alexandra Rettig gerade außer Haus, bei einem Einsatz im Raum Worms. Empfangen wurden die Besucher von Dr. Manfred Scheuer, Chef der Notarztgemeinschaft Scheuer & Partner, der Begrüßung Saft und Sekt mitgebracht hatte. Beim Rundgang durch die Wohnung mit zwei kombinierten Arbeits- und Schlafräumen erfuhren die Magistratsmitglieder aus erster Hand, wie der Rettungsdienst im Kreis Bergstraße organisiert ist. Auch einen Blick auf den komplexen digitalen Dienstplan der rund 50 Notärzte konnten die Besucher werfen, den Notärztechef Scheuer ebenso im Detail erläuterte wie die Bedeutung des neuen Standorts für die Menschen im Ried. Mit dem Umzug sei ein weiterer Schritt in der Optimierung der rettungsdienstlichen Versorgungsstruktur für das Ried abgeschlossen – versorgt werden Biblis, Bürstadt, Groß-Rohrheim und Lampertheim. Manfred Scheuer, der auch Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Bergstraße ist und in Laudenbach eine eigene Praxis hat, erklärte diese Versorgungsstruktur, in der die Notarztgemeinschaft „Dr. Scheuer und Partner“ als Vertragspartner des Kreises die Notarztfahrzeuge besetzt, während diese Einsatzfahrzeuge und Fahrer von Hilfsorganisationen in der Region gestellt werden, in Bürstadt vom DRK-Kreisverband Bergstraße. Nach einer EU-weiten Ausschreibung sei der Vertrag geschlossen worden. Wenn ein Notruf bei der Leitzentrale in Heppenheim unter 112 eingeht, fahren Notarzt und DRK-Rettungswagen unabhängig voneinander los, jeweils die Besatzungen, die in der Nähe sind. Ein Notarzt solle innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein, der Rettungswagen habe eine gesetzlich vorgegebene Hilfsfrist von 10 Minuten, um jeden Punkt des Einsatzgebietes zu erreichen. Als Notärztin Müllerleile und Fahrerin Rettig eintrafen, machten beide einen erstaunlich entspannten Eindruck. Dabei hatte die Ärztin 36 Stunden Bereitschaftsdienst mit fünf Einsätzen hinter sich. Eine Schicht dauert ungefähr zwölf Stunden. Bürgermeisterin Schader schilderte wie es zur Ansiedlung in Bürstadt gekommen war. Als der Kreis Bergstraße nach einem neuen Standort Ausschau hielt, habe sie „sofort ‚hier‘ geschrien“. Die leerstehende Wohnung bei der Feuerwehr habe sich als Standort angeboten, zumal die direkte Zufahrt von Feuerwehr, Notarztfahrzeug und Rettungswagen auf die B 44 einzigartig sei. „Schön, dass Sie hier stationiert sind“, sagte Schader und betonte: „Wir möchten, dass dieser Standort dauerhaft bleibt“. In den laufenden Haushaltsplan seien bereits 100.000 Euro eingestellt. Gedacht sei an einen weiteren Ausbau. „Bürstadt liegt in der Mitte des Gebietes in optimaler Lage“. Dieser Einschätzung der Bürgermeisterin schloss sich Manfred Scheuer gerne an. Mittlerweile war die Schichtablösung gekommen, so dass Rettungsassistent Andreas Plisch den Besuchern das neue Notarztfahrzeug zeigen konnte. In der Grundausstattung habe der Ford Kuga mit Zweiliter-Turbodieselmotor 35.000 Euro gekostet, nicht mitgerechnet die umfassende medizinische Ausstattung, die den gesamten Kofferraum einnimmt. Neben vielen Geräten sind Koffer mit unzähligen Ampullen zur Hand. Bis zu 56 Kilogramm Gewicht sei manchmal zum Notfallpatienten zu tragen, notfalls auch zu Fuß in den vierten Stock. Hannelore Nowacki