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  • Di., 16. Oktober 2018, 09:36 Uhr
    Kunstausstellung des Künstlervereins glänzte mit der Vielfalt von 100 Ausstellern

    Malerei, Fotografie und Skulpturen sorgten für Gesprächsstoff

    Die Collagen von Heike Hensel waren der Publikumsrenner – sie erhielt den zum ersten Mal vergebenen Publikumspreis. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – In den Wandelgängen zwischen den Gemäldestraßen und an den Skulpturen-Ensembles im Bürgerhaussaal drängten sich die Besucher der 21. Kunstausstellung, die am Freitagabend mit einer gut besuchten Vernissage eröffnet wurde und am Sonntagabend mit der Preisverleihung zu Ende ging. Malerei, Fotografie und Skulptur waren die Kategorien, in denen die Jury unter 100 Ausstellern aus nah und fern mit mehreren hundert Exponaten die Preisträger ermittelte. Wohin der Blick auch schweifte, überall war etwas Besonderes zu entdecken, einzigartige Werke, die nicht unbedingt jedem Betrachter gefallen mussten. Zum ersten Mal hatte der Künstlerverein als Veranstalter einen Publikumspreis ausgelobt – die meisten Stimmen erhielt Heike Hensel. Ihre Collagen erzählen kleine Geschichten, auch eine Fortsetzungsgeschichte aus dem Familienleben ist dabei. Im Gespräch mit dem TIP erklärte sie die Entstehung dieser großformatigen Collage, die Texte und Bilder zu einem ansprechenden Gesamtkunstwerk komponiert. Hintergrund ihrer Werke seien bestimmte Anlässe. Zum Abschied entstand die Collage und zur Rückkehr ihrer Tochter, die es nach New York gezogen hatte, ergänzte sie das Werk. Inspirationsquellen findet die Bankkauffrau und Autodidaktin auch unterwegs zur Arbeit in Frankfurt. Wenn wieder einmal ein Zug ausfällt, hat sie Zeit, stöbert in der Bahnhofsbuchhandlung und „versucht, das Beste aus der Situation zu machen“, wie sie ganz lässig erzählt. „Feel good“ ist ihr wichtig, was ihren Collagen zugutekommt, denen sie sich seit drei Jahren widmet. Ingeborg Gärtner-Grein, die 1. Vorsitzende des Künstlervereins, hatte zur Ausstellungseröffnung angeregt zu staunen wie die Kinder, in der Ausstellung zu verweilen und gerne auch ein zweites Mal zu kommen. Am Freitagabend begleitete das „Tune up Jazz-Trio“ die Werkschau, passend zum sommerlichen Wetter mit dem Song „Summertime“ beginnend. Bürgermeisterin Barbara Schader sprach in ihrer Rede von einer sinnlichen Reise und faszinierenden Eindrücken, die das Herz aufgehen lassen. Der Künstlerverein gebe dem kulturellen und geistigen Leben in der Stadt Impulse, öffne neue Horizonte. In seinen Fotografien ist Bernd Deckenbach der Natur auf ganz eigene Weise auf der Spur. Viele Motive finde er bei seinen Streifzügen durch den Wald in Riedrode vor Sonnenaufgang, wenn der Tau noch liegt, erzählte begeistert. Sein mystisches Pilzbild sei mit Hilfe einer Taschenlampe entstanden, die eindrucksvolle Tiefenschärfe solcher Makroaufnahmen erreiche er mit Fotostacking, auch sonst nutze er die technischen Möglichkeiten der Bildbearbeitung. Die Jury gab ihm den 2. Platz in der Kategorie Fotografie. Auch Uli Bormuth aus Mannheim fotografiert, sein Bild mit Perlen am Wasser in Schwarzweiß entstanden im Urlaub am Bodensee, als er im Morgentau das Nachtlager eines Schwans mit Daunen entdeckte. Im Kontrast dazu fielen daneben die kräftig bunten Bilder seiner Frau Brigitte Bauhoff auf, die von der Streetartszene inspiriert seien. Zwei Aussteller von der Behindertenwerkstatt in Bensheim sind in der Kunstszene seit Jahren bekannt. Jürgen Klaban geht mit großer Begeisterung ans Werk, die auch aus seinen Bildern spricht, die Titel tragen wie „Vogel-Mann“ oder „Baby-Mann-Frau“. Auch der stillere Robert Wilhelm, in der Ausstellung bei seinen eher abstrakten Gemälden ausdauernd präsent, ist von unermüdlicher Schaffens- und Ausdruckskraft, wie die beiden Begleiter Josef Rogala und Dariusz Wollny-Burkhard im Gespräch mit dem TIP berichteten und betonten: „Beide sind unsere Stars“.

    Uli Bormuth stellte Fotografien aus, seine Frau Brigitte Bauhoff malt. Foto: Hannelore Nowacki


    Die Bilder von Elke Emma Edinger erzählen vom früheren Alltäglichen in der Kindheit und besonderen Erlebnissen, vom Besuch bei Oma Emma oder vom Spaziergang im Wald bei Flonheim, einem Marktflecken bei Alzey im schönen rheinhessischen Hügelland, der ihre alte und neue Heimat sei, wie sie berichtet. Die Schafe in einem anderen Bild weiden jedoch in Südafrika, wo sie lange gelebt habe und kürzlich wieder dort war. Auffallend ihre Kleidung für die Ausstellung – alles noch von ihrer Oma und sehr gut erhalten. Hannelore Nowacki

    Information 

    Bei der Preisvergabe eine Überraschung: In der Kategorie Malerei gab es zwei erste Plätze bei gleicher Punktzahl. Daher entfiel der 2. Platz. Kategorie Malerei: Der Kunstpreis Bürstadt 2018 ging an Toni Keller (Bild 4) und Nadja Kimova (Bild 366). Platz 3 Heidi Darjes (Bild 357). Fotografie: 1. Platz Sylvia Markgraf; 2. Platz Helmut Deckenbach; 3. Platz Anette Müller. Skulptur: 1. Platz Rainer Rühl; 2. Platz Anette Jansen; 3. Platz Ursula Müller. Bei der Jugend erhielten die beiden Teilnehmerinnen Franziska Beideck und Shanaya-Mae Ißle jeweils 25 Euro. Die Kindergruppe erhielt für die Teilnahme einen Anerkennungspreis von 50 Euro. Preise für die ersten beiden Plätze in der Kategorie Malerei waren jeweils 250 Euro, der dritte  Platz  war mit 100 Euro dotiert, bei Fotografie und Skulptur gab es für die ersten  Plätze jeweils 300 Euro. 

     

     

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