Mi., 16. August 2017, 09:19 Uhr
Stadt startet Probebetrieb mit privatem Sicherheitsdienst / Interessenten für freiwilligen Polizeidienst gesucht
Mehr Sicherheit für Lampertheim
LAMPERTHEIM – Das letzte Juliwochenende 2017 bot dem Ordnungsamt und den technischen Betriebsdiensten der Stadt Lampertheim kein erfreuliches Bild. Zwischen Freitag und Sonntag wurden von bisher Unbekannten im Stadtpark drei Lampenschirme sowie eine komplette Laterne zerlegt, drei Bäume umgerissen und im Bereich der Pergola massiv Müll hinterlassen. Die Verwaltung schätzt den Schaden auf rund 5.000 Euro. Aus diesem Grund hat man sich dazu entschlossen, den privaten Sicherheitsdienst Pabst mit der Bewachung und Kontrolle verschiedener Punkte in Lampertheim zu beauftragen. „Wir wollen diesen Dienst probeweise in einem festgelegten Zeitraum testen“, erklärt Bürgermeister Gottfried Störmer. „Nach Ablauf der Probephase werden wir ein Resümee ziehen und dann entscheiden, ob die Zusammenarbeit fortgeführt wird.“ Eine Verdrängung des städtischen Ordnungsdienstes durch private Dienstleister sieht das Stadtoberhaupt indes nicht: „Wir sehen diese Maßnahme als Unterstützung und teilweise Entlastung unserer eigenen Ordnungsbeamten, die jetzt schon Überstunden machen und auch freiwillige Dienste durchführen.“ Mit dem Sicherheitsdienst Pabst arbeitet die Stadt bereits seit einiger Zeit bei städtischen Veranstaltungen zusammen.
Aber auch die Bürger können sich engagieren. Der seit Mitte 2006 eingerichtete freiwillige Polizeidienst unterstützt mit Erfolg die Ordnungskräfte der Städte Lampertheim und Bürstadt, der Gemeinde Biblis und der Polizeistation Lampertheim/Viernheim. Die Unterstützung dient vorrangig dem Ziel, durch sichtbare Präsenz, durch das Beobachten und Melden von Wahrnehmungen betreffend die öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie durch das vorbeugende Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern die Sicherheitslage in den Kommunen zu verbessern. Der Freiwillige Polizeidienst soll zur Unterstützung insbesondere eingesetzt werden bei der vorbeugenden Bekämpfung von Straftaten, bei der Überwachung des Straßenverkehrs, beim polizeilichen Streifendienst, beim polizeilichen Ermittlungsdienst, bei der Sicherung und dem Schutz von Gebäuden und öffentlichen Anlagen sowie bei der Erforschung von Ordnungswidrigkeiten.
Im Rahmen der erweiterten Kooperation mit der Gemeinde Groß-Rohrheim und zur Ergänzung des bestehenden Helferteams werden weitere engagierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region gesucht.
Vorbereitet auf den interessanten und abwechslungsreichen Dienst wird in 50 Unterrichtsstunden, welche die Polizei während der arbeitsfreien Zeit erteilt. Themen sind unter anderem Recht, taktisches Verhalten, die Handhabung der Einsatzmittel und Psychologie. Die Polizeihelfer oder –helferinnen, die in ihrer Freizeit bis zu 25 Stunden im Monat eingesetzt werden können erhalten eine Aufwandsentschädigung von 7 EUR/Stunde. Sie werden mit blauen Uniformen ausgestattet und sind mit Handy und Pfefferspray ausgerüstet.
Unabhängig von der Staatsangehörigkeit kann sich bewerben, wer mindestens 18 und höchstens 64 Jahre alt ist, gesundheitlich in der Lage ist, die übertragenen Aufgaben zu erfüllen, einen Schulabschluss oder eine abgeschlossenen Berufsausbildung nachweisen kann, die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrscht und nach der Gesamtpersönlichkeit geeignet erscheint, die Aufgaben des Freiwilligen Polizeidienstes zu erfüllen.
Aufgenommen kann weiterhin nur, wer jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung eintritt und nicht zu einer Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen verurteilt worden ist.
Interessenten können sich telefonisch, schriftlich oder direkt an folgende Dienststellen wenden: Polizeistation Lampertheim-Viernheim, Florianstraße 2, 68623 Lampertheim, Herr Neumann, telefonisch untwe 06206/9440-180 sowie die Stadt Lampertheim, Römerstraße 102, 68623 Lampertheim, Herr Becher, telefonisch unter 06206/935-247.
Die erforderlichen Bewerbungsunterlagen werden dann von dort aus zugesandt. Interessierte Personen werden gebeten, sich spätestens bis zum 31. August 2017 zu melden. zg