
LAMPERTHEIM – Die Botschaft soll alle erreichen, die auf den neuen LA-Pass Anspruch haben, das wünscht sich der Erste Stadtrat und Sozialdezernent Marius Schmidt, der das neue Angebot gemeinsam mit Fachdienstleiter Soziales Andreas Dexler und Fachdienstmitarbeiterin Jennifer Zintel-Andres bei einem Pressegespräch vorstellte. Der neue LA-Pass für Menschen mit geringem Einkommen, die in Lampertheim wohnen, kann ab 1. September beim Fachdienst Soziales der Stadtverwaltung beantragt werden. „Natürlich mitten drin in Lampertheim“ ist das Motto für Teilhabe am reichhaltigen sozialen und kulturellen Leben durch stattliche Preisnachlässe bei Angeboten der Stadt sowie der bisherigen und neuen Kooperationspartner.
Zukünftig kann man auf der Homepage der Stadt Lampertheim mit dem neuen Einkommensrechner, der zum 1. September verfügbar sein soll, selbst grob einschätzen, ob der Antrag lohnt. Bei geringem Einkommen wird nach Vorlage der Mietkosten und Einkünfte nach Gesetzeslage der Anspruch individuell berechnet, bei Grundsicherung oder Bürgergeld gibt es den LA-Pass ohne weitere Prüfung – jeweils für ein Jahr. Besteht die Bedürftigkeit weiter, gilt das auch für den Anspruch.
Über den LA-Pass und die neuen Sparvorteile informiert ein Faltblatt mit QR-Code für weitere Infos und das Antragsformular. Beim Diakonischen Werk, Caritas, AWO und Jobcenter wird es ausgelegt. Die Preisvorteile helfen beim Sparen: Ermäßigter Eintritt in die Biedensandbäder; nur halb so viel zahlen für Kurse der Volkshochschule (vhs) und Angebote der Jugendförderung wie Ausflüge und Ferienspiele; nur halbes Frühstücksgeld bei städtischen Kitas und Büchereiausweis sowie die halbe Hundesteuer für den nicht gefährlich eingestuften ersten Hund. Bei der Musikschule kosten die Kurse 30 Prozent weniger, zum Beispiel für die musikalische Früherziehung. Der EMIL-Hilfeladen und die Kulturtafel für Restkarten bei Kulturveranstaltungen können genutzt werden. Kostenpflichtige Kurse des Familienzentrums in der Dieselstraße 2 sind 25 Prozent günstiger. Ermäßigungen bei Anmeldegebühr und Mitgliedschaft gibt es bei Activity Fitness, beim Kanu-Club ist die Clubgebühr vergünstigt. Schmidt ist überzeugt: „Bei uns kann jeder mittendrin sein“. Zu schämen brauche sich niemand.
Darum ist der Sozialpass passé
Wer sparen muss, nimmt viele Angebote nicht wahr, daher hat die Stadt Lampertheim schon vor vielen Jahren den sogenannten Sozialpass eingeführt, der nun abgelöst wird vom LA-Pass. Bis zum Ende seiner Laufzeit gilt der Sozialpass weiter und umfasst auch die neuen zusätzlichen Angebote. Besonders gefragt war der Sozialpass nicht, wie die Anzahl von nur etwa 200 Anträgen jährlich vor Corona zeigt. Nach der Coronazeit gingen die Anträge sogar in den zweistelligen Bereich zurück, letztes Jahr waren es 230 Sozialpässe. Und das, obwohl in Lampertheim mindestens 2.000 Menschen anspruchsberechtigt sind, wie Schmidt darlegt.
Was also tun, was besser machen? Die Stadtverwaltung nahm die Angebote, die Darstellung und den Zugang zum Sozialpass unter die Lupe. Eine Evaluation erfolgte unter Federführung von Andreas Dexler, Jennifer Zintel-Andres und Gemeinwesenbüro. Die Umfragen im Rahmen der Gemeinwesenarbeit zeigten, dass schon die Bezeichnung nicht gut ankam. Auch sei nicht deutlich genug gewesen, wer überhaupt anspruchsberechtigt ist und wie einzelne Angebote zu verstehen waren. Der neue LA-Pass ist die Antwort.
Hannelore Nowacki
Beitrag aus der Rubrik