Förderverein Domkirche in Bretten und Bruchsal unterwegs
Melanchthonhaus und Bruchsaler Schloss besichtigt
Die Lampertheimer Reisegruppe vor dem Bruchsaler Schloss. Foto: oh
LAMPERTHEIM - Der Jahresausflug des Fördervereins Domkirche Lampertheim e.V. führte in diesem Jahr nach Bretten und Bruchsal. Nachdem in den beiden Jahren zuvor eine Tagestour nach Marburg sowie eine mehrtägige Reise nach Eisenach, Wittenberg und Eisleben unternommen wurden, fand die „Reformationstour“ in diesem Jahr in Bretten ihren Abschluss. Insgesamt 48 Personen nahmen an der eintägigen Fahrt teil, die zunächst in den westlichen Kraichgau nach Bretten führte. Seit 2015 ist Bretten Reformationsstadt Europas. Berühmtester Sohn der Stadt ist der Kirchenreformator und Luther-Zeitgenosse Philipp Melanchthon, weshalb sich Bretten „Melanchthonstadt“ nennt. Melanchthon, der ursprünglich Schwartzerdt hieß, und von Johannes Reuchlin den griechischen Namen Melanchthon („Schwarze Erde“) erhielt, trug als „Lehrer Deutschlands“, Humanist und Wegbegleiter Martin Luthers maßgeblich zum Gelingen der Reformation bei. Der Besuch des Geburtshauses von Melanchthon war einer der Höhepunkte des Tagesausflugs. In zwei Gruppen wurde eine rund einstündige Führung durch das Melanchthonhaus unternommen. Das als europäisches Kulturerbe ausgezeichnete Haus fasziniert in der Gedächtnishalle mit Wandgemälden, die Episoden aus Melanchthons Leben zeigen. Im Obergeschoss sind neben Gemälden, Stichen und anderen sehenswerten Exponaten auch verschiedene Originalhandschriften Melanchthons sowie zeitgenössische Drucke seiner Werke ausgestellt. Die Lampertheimer Reisegruppe zeigte sich sehr angetan vom Leben und Wirken dieses Universalgelehrten, der erst in der Nachkriegszeit entsprechend gewürdigt wurde. Zu Recht wurde ihm der Ehrentitel „größte ökumenische Gestalt der Reformationszeit“ verliehen. Für einen kleinen Besuch der historischen Altstadt blieb anschließend leider nur wenig Zeit. Nach dieser eindrucksvollen Besichtigung in Bretten fand die Reise mit der Fahrt nach Bruchsal ihre Fortsetzung. In Bruchsal wurde das gemeinsame Mittagessen in einem renommierten Gasthof eingenommen, der sich in einem denkmalgeschützen Haus aus dem Jahr 1780 befindet. Nach dem Mittagessen stand die Besichtigung des Bruchsaler Schlosses auf dem Tagesprogramm. Auch hier erfolgte die etwa einstündige Schlossführung in zwei Gruppen.
Das Schloss Bruchsal war einst die Residenz der Fürstbischöfe von Speyer. Es diente als Ersatz für die im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstörte Bischofspfalz. Die Reisegruppe konnte sich ein Bild machen vom früheren Leben am Hofe. Besonders beeindruckten die zahlreichen kunstvoll gestalteten Räumlichkeiten mit ihren ausdrucksvollen Deckengemälden. Ein Besuch des deutschen Musikautomatenmuseums, das sich im Schloss befindet, rundete die positive Gesamtbetrachtung dieser Sehenswürdigkeit ab. Hier beeindruckten die zahlreichen Exponate aus vergangenen Tagen. Nach dem Schlossbesuch blieb noch ausreichend Zeit für individuelle Unternehmungen, wie einem Besuch des Schlosscafe, Besichtigung und Wanderung durch die weitläufigen Parkanlagen oder Einkäufe in der Bruchsaler Innenstadt. Mit positiven und imponierenden Eindrücken kehrte die Reisegruppe in die Spargelstadt zurück. Auch das Wetter hatte es in diesem Jahr mit den Beteiligten gut gemeint. Alle Reiseteilnehmer waren sich einig, dass auch in der näheren Umgebung äußerst sehenswerte Kulturgüter zu besichtigen sind. Im Jahr 2020 wird der Förderverein Domkirche Lampertheim e.V. wieder einen Mehrtagesfahrt anbieten. Ziel ist Ostfriesland. Nähere Einzelheiten werden noch bekannt gegeben. zg