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Fr., 15. September 2017, 11:55 Uhr
Hospiz-Initiative im Ried seit fast 20 Jahren ehrenamtlich aktiv
Menschen mit Mut, Einfühlungsvermögen und Offenheit gesucht
Gaby Weiß-Szpera, hauptamtliche Koordinatorin und Beraterin der Hospiz-Initiative im Ried, und Vorstandsmitglied Thomas Köhler warben im Rahmen eines Pressegesprächs für ehrenamtliches Engagement als „Lebensbegleiter“. Im Anschluss fand der erste Infoabend in den Räumen der Hospiz-Initiative in der Schubertstraße 31 statt. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Begleitung durch eine besonders schwierige Zeit im Leben, wenn Schwerstkranke und ihre Angehörigen Unterstützung brauchen, ihnen begleitend zur Seite zu stehen – diesen Aufgaben stellen sich die ehrenamtlichen Lebensbegleiter der Hospiz-Initiative im Ried nun schon seit fast zwanzig Jahren. Oft haben die Schwerstkranken mit lebensverkürzenden Erkrankungen in ihrer „Patientenkarriere“ viel erlebt, was man durchaus als „würdelos“ bezeichnen kann. So schilderten Gaby Weiß-Szpera, hauptamtliche Koordinatorin und Beraterin der Hospiz-Initiative im Ried, und Vorstandsmitglied Thomas Köhler ihre Erfahrungen im Rahmen eines Pressegesprächs. Leidenschaftlich, engagiert, voller Zuversicht und Freude berichteten sie aus ihrer Tätigkeit. „Es reicht zu fühlen“, machten sie deutlich, es gehe nicht ums Funktionieren. Wichtig sei immer auch die „Selbstpflege“. Zweifellos, man braucht diese mutigen und einfühlsamen Begleiter im Ried, in Bürstadt, Biblis, Groß-Rohrheim und Lamperteim. Mehr als dreißig ehrenamtliche Begleiter setzen sich derzeit bei Begleitungen ein, Männer und Frauen, die auf diese Begleitung durch Qualifizierung zum Palliativ- und Hospizbegleiter vorbereitet sind. Noch mehr Begleiter wären nötig, um allen Anfragen gerecht werden zu können. Wenn sich die Hospiz-Initiative auf vierzig oder fünfzig Begleiter stützen könnte, wäre allen viel geholfen, meinen Gaby Weiß-Szepera und Thomas Köhler. „Wir suchen Kümmerer, Menschen, die sich für Menschen in schweren Lebenslagen einsetzen, ihnen beistehen und nicht wegsehen, wenn es schwierig wird – sondern die Ärmel hochkrempeln und bereit sind“. Zeit mitbringen, zuhören können sei wichtig, was das gegenwärtige Gesundheitssystem nicht mehr könne, werde hier ehrenamtlich geleistet. In der Ausbildung gehe es um eine Sicht auf die Ganzheitlichkeit der Dinge, der Menschen, des Lebens und des Erlebens, vor allem auch um die Auseinandersetzung mit sich selbst. Eine Ausbildung fürs Leben, nicht zu verwechseln mit einer Ausbildung zum Sterbebegleiter oder mit einem Rhetorikkurs. Deshalb sei „Lebensbegleiter“ der passende Ausdruck. Der neue Kurs zum Palliativ- und Hospizbegleiter mit insgesamt 60 Stunden beginnt am 28. Oktober, wegen der berufstätigen Teilnehmer finden die Kurse jeweils an Wochenenden statt. Erstmals wird auch die Ausbildung zum Kinderhospiz- und Familienbegleiter angeboten. Dem Grundkurs im Oktober und November folgen im Januar und Februar zwei Workshops, mit dem Vertiefungskurs im April und Mai, endet diese Qualifizierung. In der Gebühr von 85 Euro ist die Bewirtung enthalten sowie ein Jahr Absicherung durch eine Versicherung für ehrenamtliche Mitglieder. Die Kosten für die Fachreferenten trägt der Verein. Die Hospiz-Initiative lädt alle interessierten Menschen zu den noch folgenden Infoabenden ein. Der Jahrestag der Gründung vor 20 Jahren feiert die Hospiz-Initiative am 4. Februar 2018 im Gemeindezentrum St. Michael. Hannelore Nowacki
Information
Noch drei Infoabende finden zu den Qualifizierungskursen statt: Am Montag, 25. September bei der Evangelischen Kirchengemeinde in Groß-Rohrheim, Speyerstraße 5; am Mittwoch, 27. September im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Lampertheim, Hospitalstraße 1; am Mittwoch, 4. Oktober im Haus Billau in Lampertheim-Hofheim, Bahnhofstraße 12 – jeweils um 19 Uhr.