
LAMPERTHEIM – Die turnusgemäße Mitgliederversammlung der Baugenossenschaft Lampertheim (BGLA) hatte am Dienstagabend eine umfangreiche Tagesordnung vor sich, die mehrere wichtige Beschlussfassungen vorsah. Abgestimmt wurde durchweg in harmonischer Einstimmigkeit. So konnten die Mitglieder aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung eine Dividende von drei Prozent beschließen. Aufsichtsratsvorsitzender Walter Konrad freute sich, dass auch alle ehemaligen Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder gekommen waren. Allerdings waren im Saal des Gasthauses „Zur Krone“ einige Stühle leer geblieben wie auch im Vorjahr. Zu Beginn verlas Konrad die Namen der verstorbenen Mitglieder, denen in einer Schweigeminute gedacht wurde. Schon nach einer straffen Stunde konnte der Aufsichtsratsvorsitzende Konrad zum geselligen Teil des Abends beim gemeinsamen Genuss von Schnitzel, Pommes und Salat überleiten. Mit dem Bericht über das Geschäftsjahr 2024 lag den Mitgliedern ein umfangreiches Zahlenwerk vor, das Vorständin Martina Sotornik in ihrem Bericht des Vorstandes erläuterte. Auch die allgemeine krisenhafte wirtschaftliche Entwicklung und die Lage der Wohnungswirtschaft im Besonderen mit den bekannten erheblichen Herausforderungen nahm Satornik in den Blick. Die steigenden Bau- und Finanzierungskosten, Unsicherheiten bei Förderprogrammen und verschärfte gesetzliche Vorgaben erschwerten Investitionen in Neubau und Sanierung, dazu komme die Flächenknappheit, während die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum unvermindert hoch bleibe. Trotz dieser Rahmenbedingungen habe die BGLA im Jahr 2024 den Wohnungsbestand durch Bauvorhaben im Weinheimer Weg mit 29 Wohnungen und in der Daimlerstraße mit 18 Wohnungen für insgesamt 130 Bewohner noch einmal erweitern können – auf jetzt 838 Wohnungen (Stand 31.12.2024). Die Vermietung laufe weiterhin erfolgreich.
Archivfoto: Hannelore Nowacki
Sozialer Auftrag
In Lampertheim mit allen Stadtteilen erfülle die BGLA einen sozialen Auftrag, zum einen durch das Mietniveau, zum anderen werde das Angebot durch nachhaltige Instandhaltung, Modernisierungsmaßnahmen weiterentwickelt und aufgewertet. Der Schwerpunkt werde auf die energetische Sanierung gelegt. Ein nach außen sichtbares Zeichen für den Klimaschutz werde ab 2026 sein, dass für jedes neue Genossenschaftsmitglied ein Baum gesetzt werde. Weitere Neubauprojekte sind nicht geplant. Mit einem durchschnittlichen Mietpreis von 6,23 Euro pro Quadratmeter bleibe die BGLA deutlich unter der ortsüblichen Vergleichsmiete. Die Hälfte des BGLA-Wohnungsbestandes sei öffentlich gefördert. Auch die Nebenkostenbelastung solle so gering wie möglich bleiben, betonte Sotornik. Allerdings müssten Lohnkosten in den Betriebskosten an die Mieter weitergegeben werden. Für 2025 gebe es jedoch keine zusätzlichen Energiepreissteigerungen. „Die Baugenossenschaft steht auf solidem Fundament“, stellte Sotornik fest, „wir sehen zuversichtlich in die Zukunft“. Die Vermögens- und Kapitalstruktur sei unverändert stabil. Modernen Wohnraum zu schaffen und zu erhalten nannte Sotornik als weiterhin geltendes Ziel. Zahlen des Geschäftsjahres zeigen die positive Entwicklung: In der Gesamtsumme hat die BGLA 15 Mitglieder mehr als im Vorjahr. Insgesamt haben die 1.269 Mitglieder 12.306 Anteile. Die Mieteinnahmen wurden auf 388.000 Euro erhöht. Die Bilanzsumme beträgt rund 60 Millionen Euro, der Bilanzgewinn liebt bei rund 101.000 Euro. Rund eine Million Euro wurden in Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen investiert. In seinem Bericht des Aufsichtsrates bestätigte Vorsitzender Konrad die ordnungsgemäße Geschäftsführung des Vorstandes. Auch der Aufsichtsrat habe seine Aufgaben ordnungsgemäß erfüllt, der Prüfungsausschuss habe keine Beanstandungen im Rechnungswesen festgestellt. Entsprechend einstimmig haben die Mitglieder den Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Einige Mieter meldeten sich unter dem Punkt Verschiedenes zu Wort, um ihre Anliegen und Vorschläge vorzubringen. Zur Frage Aufbewahrung der Gelben Säcke bis zur Abholung gab Vorständin Sotornik die Empfehlung diese im eigenen Keller aufzubewahren, da es keinen Platz in anderen Räumlichkeiten gebe. Bei den modernen Unterflursystem für die Müllentsorgung beobachten Mieter, dass dort Müll von fremden Personen abgelagert werde. Mieter verfügen über einen Schlüssel, wobei es bei einer Anlage damit zu Problemen komme.
Wechsel im Aufsichtsrat
Als ehrenamtliche Nachfolgerin im Aufsichtsrat für den 74-jährigen Heinz Staab wurde die 42-jährige Kerstin Biehal einstimmig gewählt. Bekannt ist die Sozialpädagogin in Lampertheim durch die Gemeinwesenarbeit. Da die Satzung eine Altersgrenze vorschreibt, konnte Heinz Staab nicht für weitere drei Jahre wiedergewählt werden. Aufsichtsratsvorsitzender Konrad dankte ihm für 27 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit im Aufsichtsrat, ebenso lange sei Staab Mitglieder der Baugenossenschaft. Mit den Worten Konrads „Du warst immer auch ein guter Geist im Aufsichtsrat, kompetent und kollegial“, einem Geschenkkorb und Applaus wurde Heinz Staab verabschiedet. Peter Medert, im Amt seit 2019, war krankheitsbedingt nicht anwesend, hatte aber einer satzungsgemäßen möglichen Wiederwahl zugestimmt. Die Mitgliederversammlung wählte ihn einstimmig.
Hannelore Nowacki
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