DIGITALTAG: Kreisvolkshochschule hatte die Klasse 3c der Schillerschule zum Digitaltag ins KamÜ eingeladen
Mit dem Einhorn in die digitale Welt springen
Konzentriert machten sich die Kinder an den iPads an die Arbeit, um ihr eigenes Einhorn zu gestalten. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Im Grunde ist jeder Tag ein Digitaltag, denn kaum ein Bereich des beruflichen und gesellschaftlichen Lebens funktioniert ohne digitale Hilfen oder Einrichtungen, ein Handy oder Smartphone trägt fast jeder mit sich herum. Aber es gibt auch einen besonderen bundesweiten Digitaltag, der fand am Freitag vor einer Woche statt und ganz besonders in Bürstadt machte er den Kindern der Klasse 3c der Schillerschule Spaß, die von ihrer Klassenlehrerin Sina Konradt begleitet wurden. Eingeladen hatte die Kreisvolkshochschule (KVHS) zu diesem Digitaltag im KamÜ, organisiert von Fachbereichsleiterin Melanie Knauf, die für Beruf und Softskills zuständig ist. Mit viel Spaß, vor allem aber mit Konzentration auf die gestellte Aufgabe, lernten die Grundschulkinder einen eigenen Avatar auf dem iPad zu konstruieren und in einem interaktiven Quiz nach dem Vorbild des früheren Fernsehratespiels von Michael Schanze 1-2-3 erweiterten die vorwiegend neun Jahre alten Kinder ihre Medienkompetenz und lernten spielerisch mit Bewegung, wie man die Gefahren bei der Nutzung des Internets vermeidet. In zwei Gruppen aufgeteilt, wechselten sie nach einer Pause die Räume und das Aufgabenfeld. Im Seminarraum des KamÜ hatten die Kinder ein iPad vor sich auf dem Tisch, auf dem großen Bildschirm an der Wand hatte Kursleiter Jan Fuchs die Aufgabe beispielhaft vorgegeben. Routiniert machten sich die Kinder mit dem Eingabestift an die Arbeit, Denkpausen gab es oder Jan Fuchs wurde durch Fingerheben aufmerksam gemacht, um bei einem Problem weiterzuhelfen. Die iPads gehören zur Ausstattung der Schillerschule, die davon dreißig Stück hat. Ein Einhorn sollte entstehen, daran arbeiteten alle Kinder, wobei sie die Ausgestaltung individuell angingen. Jan Fuchs ist Kooperationspartner der KVHS und Leiter des digi-space in Heppenheim mit Projektangeboten für Kinder und Jugendliche. Der 3-D-Drucker leuchtete vielversprechend, Spulen mit verschiedenfarbigen Plastikfäden waren eingespannt, aber bis ein Einhorn fertig wäre, würden etwa drei Stunden vergehen. Daher sollte später nur etwas Einfaches gedruckt werden. Was der Drucker kann, bewies ein mehrfarbiges Automodell mit sich drehenden Rädern, das zur Anschauung auf dem Tisch stand. Ein kleinerer 3-D-Drucker war für Schokolade ausgelegt. Im Saal im Obergeschoss unternahm Kursleiterin Claudia Grajek mit den Kindern einen unterhaltsamen und zugleich lehrreichen Ausflug in die Welt des Internets, in der die Kinder sich bereits wie zuhause fühlen, in der aber Gefahren lauern, die sie vermeiden sollten. Mit neun Jahren sind die Kinder bereits mit ihrem Smartphone vertraut, doch viele Informationen waren für sie neu oder nicht wirklich präsent. Zum Beispiel, dass man im Internet bei Onlinespielen nicht Namen und Adresse und auch nicht die besuchte Schule preisgibt. Mit Eifer waren die Kinder bei der Lösung der Quizfragen dabei und sausten in die Antwortecken. Das Thema „Sicher unterwegs im Internet“ ist auch bei der Nutzung von YouTube wichtig, wie Claudia Grajek den Kindern erklärte, die gerne den Influencern folgen und bei lustigen Kinderbildern Spaß haben. Fachbereichsleiterin Melanie Knauf plant, die neuen Räumlichkeiten im KamÜ für weitere KVHS-Kursangebote zu nutzen und noch bekannter zu machen. Im Mai wurde das neue Kultur- und Begegnungszentrum in privater Hand am Bahnhof und Gleisübergang gelegen, unter dem Namen „Kultur am Übergang“, kurz „KamÜ“, eröffnet. Hannelore Nowacki