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  • Mo., 27. September 2021, 11:32 Uhr
    WALDBEGEHUNG: Auch im 200 Hektar großen Gemeindewald ist der Klimawandel spürbar / Widerstandsfähige Sorten werden bei der Neubepflanzung berücksichtigt

    Mit der Bürgerstiftung über Stock und Stein

    Irmgard Morys (Vorstand der Bürgerstiftung Biblis), Forstamtsleiter Ralf Schepp mit Hund Rosa und Gisela Gibtner (Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Biblis) beim Start der Begehung. Foto: oh


    BIBLIS – Bei herrlichem Sonnenschein starteten 23 interessierte Bürgerinnen und Bürger am Samstag, den 25. Oktober um 10 Uhr zu einer Waldbegehung mit Forstamtsleiter Ralf Schepp, zu der die Bürgerstiftung Biblis eingeladen hatte. Schepp, begleitet von seinem 5 Monate jungen Jagdhündin „Rosa“, informierte über verschiedene Aspekte des Gemeindewaldes „Gipfelhorst“, im Volksmund „die Erle“ genannt. Vor 80 Jahren wurde dieses damals sehr feuchte Waldstück mit Erlen bepflanzt – mit dem Ziel, die Bevölkerung mit Brennholz zu versorgen. Neben den 80jährigen Erlen wurden auch 40jährige Stieleichen gezeigt, die ebenfalls in der Feuchtigkeit gut gedeihen.

    Die Teilnehmer erfuhren, dass Biblis eine Fläche von 200 Hektar Gemeindewald besitzt, die von HessenForst mit dem zuständigen Forstamt Lampertheim betreut wird. Neben dem Gemeindewald gibt es in diesem Forstbezirk 100 km² Staatswald. Dass sich über Jahrhunderte so viel Wald in unserer Gegend erhalten hat verdanken wir – nach den Ausführungen von Herrn Schepp – Karl dem Großen, der den Wald zum Bannwald deklarierte, damit die adligen Herren dort auf die Jagd gehen konnten. Auch die späteren Herren über das Land hielten am Bannwald fest.

    Auf sogenannten Rückegassen durchstreifte die Gruppe den Wald, vorbei an einem Dachsbau und neuen Kulturen, wo Erlen mit Schwarznussbäumen gemischt gepflanzt wurden. Die Mischung soll die Folgen der Klimaveränderung abmindern. Gravierende Folgen der Klimaveränderung konnte an abgestorbenen Eschen und Ahornbäumen beobachtet werden. Diese werden, wenn sie durch Klimaeinflüsse geschwächt sind, von Pilzen befallen und sterben ab.

    Der Samen für die Schwarznuss werden im Steiner Wald in Nordheim gesammelt, wo alte Schwarznussbäume so große Mengen an Samen abwerfen, dass sie auch in andere Bundesländer und sogar ins Ausland verkauft werden können.

    Viele Fragen zu Wald und Baumarten sowie zur Forstwirtschaft, auch von den fünf teilnehmenden Kindern, konnte Ralf Schepp kompetent und anschaulich beantworten. Nach zwei Stunden gingen zufriedene Teilnehmer auseinander, mit dem Wunsch an die Bürgerstiftung Biblis, dieser Veranstaltung weitere folgen zu lassen, mit Ausflügen auch in den Steiner Wald und in den Jägersburger Wald. zg

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