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    HILFE FÜR DIE UKRAINE: Lampertheimer Thomas Nawar und Kristian Spingel unterstützen vor Ort in Rzepin / Sach- und Geldspenden erbeten

    Mit der Gulaschkanone Strahlen in die Gesichter von Flüchtlingen gezaubert

    Voller Einsatz für die Flüchtlinge: Im polnischen Rzepin sorgten Thomas Nawar, Kristian Spingel, Tamara Nawar und Lukas Vogel für eine warme Suppe. Foto: oh


    LAMPERTHEIM – Es ist ein besonderer Einsatz mit Herz für die ukrainischen Flüchtlinge, den zwei Lampertheimer auf die Beine gestellt haben und der am Wochenende des 1. und 2. April seine Fortsetzung finden soll: Mit einer Feldküche reisten Thomas Nawar und Kristian Spingel gemeinsam mit Tamara Nawar und Lukas Vogel ins polnische Rzepin, um dort Menschen, die auf der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine sind, mit einer warmen Mahlzeit in Form einer Suppe zu stärken. Was voranging war jedoch eine bürokratische Odyssee durch Deutschland, bevor in Polen ein herzlicher und warmer Empfang wartete. 

    „Thomas Nawar hatte die Idee, Flüchtlinge vor Ort zu unterstützen und hat sich hierzu aus eigenen Mitteln eine Gulaschkanone gekauft. Ich bin gerne mit eingestiegen. Die erste Idee war, direkt an die ukrainische Grenze zu fahren – davon wurde uns aber abgeraten, sowohl aus Sicherheitsgründen als auch der Tatsache, dass sich dort bereits viele Hilfsorganisationen befinden”, berichtete Kristian Spingel im Gespräch mit dem TIP. „Also hatten wir uns für Berlin entschieden, da hier viele Flüchtlinge ankommen. Nachdem wir leider nichts gehört haben, hatten wir in München angefragt. Von dort erhielten wir jedoch kurzfristig eine Absage, verbunden mit dem Hinweis, dass es uns verboten sei die Feldküche einfach irgendwo hinzustellen.”

    Zwischenzeitlich waren allerdings Lebensmittel und auch Fleisch organisiert worden, zudem waren unzählige Kartoffeln und weiteres Gemüse bereits geschält. „Wir konnten und wollten diese Nahrungsmittel nicht einfach wegwerfen und sind so Richtung Berlin aufgebrochen, zunächst zur Sammelstelle am Flughafen Tegel”, so Kristian Spingel weiter. Und auch hier nahm die Bürokratie ihren Lauf: Da dort ein Caterer eingestellt wurde, konnten die beiden Lampertheimer ihre Suppenküche und ihr kostenfreies Angebot auch hier nicht umsetzen – ebenso wenig wie bei einer weiteren Flüchtlingsunterkunft, bei der es keinen Ansprechpartner vor Ort gab und am Hauptbahnhof. „Hier hatte uns zwar die Deutsche Bahn eine Fläche von vier Quadratmetern zur Verfügung gestellt, allerdings musste noch mit der Stadtmission abgeklärt werden, ob dies auch für diese in Ordnung ist. Bis heute haben wir jedoch von dieser keine Antwort erhalten”, zeigte sich Kristian Spingel sichtlich enttäuscht. 

    Warmer Empfang in Polen

    Um 2 Uhr nachts schlief das engagierte Team schließlich auf einem Rastplatz an der Autobahn – um am nächsten Morgen einen Entschluss zu fassen: „Wir hatten bereits über Rzepin gehört, welches sich 50 Kilometer hinter der Grenze bei Frankfurt/Oder befindet. Viele Flüchtlinge kommen auf ihrem Weg dort an, um in andere Städte und Länder weitergeleitet zu werden. Hier wurden wir mit offenen Armen empfangen und aufgenommen. Zehn Minuten nach dem ersten Gespräch mit der dortigen Polizei war der Koordinator mit Dolmetscher anwesend und wir konnten direkt loslegen.” Selbst der Bürgermeister, mit dem Thomas Nawar und Kristian Spingel auch jetzt noch im Austausch stehen, kam vorbei um sich zu bedanken, ebenso hat ein polnisches Fernsehteam über den selbstlosen Einsatz berichtet. Und auch den Geflüchteten selbst – vor allem Mütter mit Kindern sowie ältere Ukrainer – war die Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben.

    In vier Tagen vor Ort konnten in der Feldküche dreimal Gulaschsuppe und dreimal Bohnensuppe von je 100 Litern gekocht werden, zudem wurden 50 Kilogramm Brot und 300 Kilogramm Würstchen, die vor Ort gekauft wurden, an die Menschen, die aus der Ukraine kamen, ausgegeben. Und dies war auch dringen notwendig: „Täglich kommen 2.500 bis 3.000 Flüchtlinge in Rzepin an, bei einer Einwohnerzahl von 9.600! 24 Stunden lang stehen die Ehrenamtlichen und Freiwilligen bereit, um am Bahnhof zu helfen. Die Flüchtlinge selbst sind und waren teilweise bereits sechs bis sieben Tage unterwegs. Wir haben Gespräche geführt, die unter die Haut gingen, mit Tränen in den Augen auf beiden Seiten angesichts der vielen Schicksale”, war Kristian Spingel die Emotion bei den Erinnerungen deutlich anzumerken.  

    Diese Feldküche, eigens von Thomas Nawar erworben, sorgte bei tausenden ukrainischen Flüchtlingen für Freude. Foto: oh


    „Wir hatten auch viele Sachspenden mit dabei, und da Tee und Kaffee vor Ort angeboten wurden haben wir hier unsere mitgebrachten 4.000 Teebeutel ebenfalls gerne zur Verfügung gestellt – ebenso wie die mitgebrachten Kuscheltiere für die Kinder. Pro Zug kommen 900 bis 1.200 Menschen am Bahnhof in Rzepin an, wo sie Reiseproviant und Hygieneartikel erhalten. Anschließend konnten sie sich mit unseren Suppen und Würstchen stärken bevor es weitergeht. Die Deutsche Bahn hat zwei Sonderzüge bereitgestellt, zudem 25 bis 30 Busse, die zwischen Deutschland und Polen pendeln. 

    Spenden bis 31. März möglich

    „Am 1. April werden wir erneut nach Rzepin fahren und würden uns über Spenden sehr freuen. Wie wir aus Rzepin erfahren haben, werden Sporthallen jetzt zu Flüchtlingsunterkünften umgebaut – es werden viele Schlafsäcke, Decken und Bettwäsche benötigt. Aber auch Hygieneartikel im Allgemeinen, darunter auch Zahnbürsten und -creme und Einweggeschirr, damit wir die Suppe ausgeben können. Die Flüchtlinge freuen sich auch über Quetschies oder Getränkepäckchen sowie einzel verpackte Kekse für die Kinder sowie alles, was man gut auf einer Reise mitnehmen kann, auch kleine Kuscheltiere. Was aber derzeit auf keinen Fall benötigt wird ist Kleidung”, weiß Kristian Spingel. Wer die engagierten Lampertheimer bei ihrer Hilfe für die ukrainischen Flüchtlinge unterstützen möchte, kann sich gerne bis zum 31. März telefonisch an Kristian Spingel unter 0176-34947565, an Thomas Nawar unter 0172-6227793, an Pia Spingel unter 0176-64891242 oder an Kurt Poppek unter 0176-47595588 wenden.

    Auch Geldspenden sind gerne gesehen, um wie beim ersten Aufenthalt vor Ort noch benötigte Lebensmittel wie frisches Fleisch und auch Wasser nachkaufen zu können. Hierzu können Spenden auf die PayPal-Konten piaspingel@web.de oder iukpoppek@hotmail.de eingezahlt werden. 

    Dank an Unterstützer

    „Wir ziehen den Hut vor Polen. Wo in Deutschland Bürokratie pur herrscht und für alles Anträge notwendig sind, wird hier einfach gehandelt, um wichtige Hilfe und Unterstützung zu leisten. Statt ehrenamtlichen Helfern eine Chance zu geben, wird bei uns auf teure Caterer gesetzt. Zum Glück ist unsere große Frustration um so größerer Freude gewaschen und auch die Caritas-Verantwortliche vor Ort ist über unsere Unterstützung sehr dankbar und beeinruckt. Jeder Cent, der in Rzepin ankommt, wird benötigt und ist es wert. Auf diesem Weg möchten wir uns bei den zahlreichen bisherigen Spendern aus unserem Freundes- und Familienkreis bedanken, ebenso wie bei Imbiss Herrmann, der uns Einweggeschirr gespendet hatte sowie bei Landwirt Pascal Eberts für Kartoffeln und Zwiebeln”, betonte Kristian Spingel abschließend und hofft auf viele Unterstützer für dieses sinnvolle Hilfsangebot. Benjamin Kloos

     

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