ÖPNV: Positive Nachricht für Bürger in Hofheim, Nordheim, Wattenheim und Biblis / Fünf Fahrtenpaare von Montag bis Freitag mit direkter Anbindung / Zusätzliche Ringlinie geplant
Mit der Linie 642 wieder direkt nach Worms
Gute Nachricht im Bereich des ÖPNV: Die Linie 642 führt ab Mitte Februar nun doch von montags bis freitags fünfmal täglich direkt von Biblis über Wattenheim, Nordheim und Hofheim nach Worms. Foto: Benjamin Kloos
HOFHEIM – Es ist eine wesentliche Verbesserung für die Mobilität der Menschen in der Region: Ab Mitte Februar wird es montags bis freitags mit der Buslinie 642 eine Direktverbindung von Biblis über Wattenheim, Nordheim und Hofheim nach Worms geben! Diese positive Mittelung machte der für den ÖPNV zuständige Kreisdezernent Karsten Krug am Mittwoch Abend in einer Videokonferenz der SPD Hofheim.
Generell war die Mobilität in Hofheim Thema des Abends, wie Marius Schmidt zu Beginn betonte. „Uns ist ein gutes, verlässliches und bezahlbares Verkehrskonzept für Hofheim ganz wichtig. Die Linie 642 war in den letzten Jahren immer wieder im Mittelpunkt der Diskussion. Früher fuhr ein Bus von Biblis über Wattenheim, Nordheim und Hofheim direkt nach Worms. Diese Anbindung war wichtig, um Fachärzte direkt in der Wormser Innenstadt besuchen zu können. Eine erste Unterschriftenaktion war im Kreis nicht ernst genommen worden, ab 2016 haben wir immer wieder beim dann neuen Verkehrsdezernent Karsten Krug nachgefragt und dieses wichtige Thema vorgebracht”, so Marius Schmidt, der als zweites Thema einen Prüfantrag ansprach: Dabei geht es um eine neue Busverbindung, die von Hofheim über Bobstadt und Bürstadt nach Lampertheim führt und diese Gemeinden so direkt miteinander verbindet.
Karsten Krug bezog mit Blick auf den aktuellen Stand der Umsetzung des Nahverkehrsplans zunächst zu dieser Ringlinie Stellung: „Wir werden mit der VTL diesbezüglich besprechen, wie wir hier den Lückenschluss hinbekommen. Wir haben diese Verbindung mit in den Nahverkehrsplan aufgenommen, denn es ist eine sinnvolle Verbindung für die ganze Region. Die Realisierung ist frühestens 2022 möglich, wir werden aber hier intensive Gespräche führen.”
Zur Linie 642 betonte der Kreisbeigeordnete: „Die Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Gemeinden haben nie aufgegeben, die Linie 642 nach Worms wieder ins Leben zu rufen. Mit Erfolg: Die ursprünglich vorgesehene Rufbusverbindung ab Hofheim wird durch eine Linienverbindung ohne telefonische Vorbestellung ersetzt. Seitens des VRN wurde diese Entscheidung aus fachlichen und wirtschaftlichen Gründen getroffen, da unter anderem die Rufbusverbindung nur unwesentlich günstiger gewesen wäre.” Karsten Krug erläuterte, dass das neue Fahrplankonzept montags bis freitags täglich fünf Direktfahrtenpaare ohne telefonische Vorbestellung nach Worms im Zwei-Stunden-Takt als auch eine Taktverdichtung auf dem regulären Abschnitt von Biblis nach Hofheim in der Hauptverkehrszeit vorsieht. Die erste Ankunft der Direktverbindung von Biblis über Wattenheim, Nordheim und Hofheim in Worms ist um 8.03 Uhr, die letzte Abfahrt aus Worms um 16.06 Uhr. Frühere Fahrten nach Worms und spätere Fahrten aus Worms zurück sind nicht vorgesehen, da in den Zeitfenstern 6 bis 8 Uhr und 16.15 bis 18.15 Uhr jeweils sieben Zugverbindungen bestehen. Denn auch die RB63 von Worms über Hofheim nach Bensheim wird in diesen Zeiten verdichtet.
„Durch die Verstärkerfahrten in der Hauptverkehrszeit zwischen Biblis und Worms werden zum einen in Hofheim zusätzliche Anschlüsse auf die RB63 von/nach Worms sowie von/nach Bensheim und in Biblis Anschlüsse an die neue S-Bahn-Linie S9 von Groß-Rohrheim über Biblis und Mannheim nach Karlsruhe hergestellt. Die Linie S9 ersetzt seit Dezember 2020 die alte RB2. Auch dies war eine Maßnahme aus dem Nahverkehrsplan, die nun umgesetzt werden kann. Ich denke, dass dies ein sehr gutes Ergebnis für die Bürgerinnen und Bürger in Biblis und Hofheim ist”, so Karsten Krug. Ziel sei es, das Angebot am 15. Februar zu starten.
Alexander Tiefenbach, Spitzenkandidat der SPD für den Ortsbeirat Hofheim und selbst als ÖPNV-Nutzer betroffen, freute sich über diese „sehr gute Nachricht! Es gibt zwei große Vorteile durch die Direktverbindung: Das Umsteigen entfällt und damit auch das Gefahrenpotential durch den Straßenwechsel bei diesem. Gerade für Eltern mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollator ist dies sehr wichtig. Es wäre schön, wenn es künftig eine Verbindung über Bürstadt nach Lampertheim gäbe, das wäre eine große Bereicherung für die Menschen in Hofheim.”
Für den Behindertenbeirat bezog Martin Stangohr Stellung: „Kleine Bussesind leider für Menschen mit Mobilitätsbeschränkung nicht so gut geeignet, daher haben wir den Wunsch nach größeren Bussen. Zudem ist es wichtig, die Haltestellen barrierefrei auszubauen.” Bezüglich des letzten Punktes konnte Kreisdezernent Karsten Krug positives vermelden: So würden die Bushaltestellen sukzessive barrierefrei ausgebaut, zudem werden die Busfahrer geschult, wie barrierefreie Haltestellen richtig angefahren werden. Bezüglich der Busse bedauerte er, dass die meisten Busse zwar barrierearm seien, aber leider nicht alle. „Wir haben hier weiter die Minibusse im Einsatz, dies hat Kosten- und Ressourcengründe. In den Fahrplanauskünften soll markiert werden, welche Busse barrierearm sind. Derzeit ist es wegen Corona nicht möglich, seitens der Busfahrer direkt mit persönlichem Kontakt beim Ein- und Aussteigen zu helfen, aber das ändert sich hoffentlich bald wieder.” Benjamin Kloos