Walderlebniscamp im Lampertheimer Stadtwald bietet Naturerlebnistage für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und mehr
Mit der Natur auf Du und Du
Weihten das Walderlebniscamp auf besondre Art und Weise ein: Carola Biehal, Ortsvorsteherin von Neuschloß (r.) sägte gemeinsam mit Bürgermeister Gottfried Störmer (l.) unter mithilfe aller Anwesenden einen Ast durch. Natur- und Wildnispädagoge Mirko Klein (2.v.r.) freut sich über das Engagement und hofft auf reges Interesse. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Die Sonne strahlte vom Himmel, laut hörbar klopften Spechte an den Bäumen – die Natur freute sich am Donnerstag sichtlich auf das, was sich derzeit direkt vor den Toren Lampertheims im Stadtwald an der Grillhütte „Heidetränke” entwickelt: Ein Walderlebniscamp. Anlässlich der Vorstellung desselben strahlte ein Tipi auf der weitläufigen Wiese, welches dort zwar nicht immer seinen Platz finden wird, aber einen ersten Eindruck über das Mögliche gab.
„Die Natur beginnt vor der Haustür. Mit dem Waldlehrpfad und der Grillhütte sind hier bereits hervorragende Bedingungen vorhanden, die ich mit Leben füllen und zu einem einzigartigen Walderlebnsiscamp ausbauen möchte. Hier soll das Basiscamp sein, für Naturerlebnistage für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Wildniswochenenden oder auch für Teambuildingmaßnahmen”, betonte Mirko Klein von Natur-Hautnah, jener Firma, die gemeinsam mit der Stadt Lampertheim die Durchführung pädagogischer Walderlebnistage realisieren möchte. „Seit Jahren war ich auf der Suche nach einem geeigneten Standort, den ich hier gefunden habe – ich habe das Gelände gesehen und mich darin verliebt. Zudem wurde ich hier herzlich aufgenommen und seitens der Stadt bei der Umsetzung unterstützt.”
Wichtig sei in erster Linie auch, die Achtsamkeit vor der Natur zu lehren und diese bei allen Aktionen umzusetzen. Symbol für das Walderlebniscamp soll die linke Hand sein, erläuterte der Natur- und Wildnispädagoge Mirko Klein. Denn die linke Hand kommt laut indianischer Tradition vom Herzen, gleichzeitig stehen die fünf Finger für die fünf Sinne, die es hier zu erleben gilt. Dies demonstrierte er den zahlreich erschienen Anwesenden direkt anhand einer kleinen Einführung in die Baumkunde: So durften alle an den Nadeln einer Douglasie riechen um zu erkennen, um welchen Baum es sich dabei handelt. Außerdem hatte er viel Wissenswertes rund um diesen Baum, der eigentlich nicht in Lampertheim heimisch, aber sehr an Klimaveränderungen angepasst ist, parat – unter anderem, dass die Nadeln viel Vitamin C enthalten und so als Tee ideal geeignet sind. Zur Freude aller hatte Mirko Klein auch eine Teammaßnahme mitgebracht: Gemeinsam musste mithilfe einer Säge ein Ast durchsägt werden – Bürgermeister Störmer und Carola Biehal, noch amtierende Ortsvorsteherin des nahen Neuschloß, ließen es sich nicht nehmen hier die Vorreiterrolle zu übernehmen.
Stolz präsentierte Bürgermeister Gottfried Störmer zudem den symbolischen Treffpunkt für das Walderlebniscamp: Eine durch Kettensägenschnitzer Jens Ruhm kostenlos erstellte Holzfigur, die mit einer Eule und Bären die direkte Verbindung zur Natur schafft. „Auch wenn es bei uns in Lampertheim Gott sein dank keine Bären gibt”, fügte Bürgermeister Störmer schmunzelnd an. Gleichzeitig hofft er, dass gerade „die junge Generation dieses Walderlebniscamp nutzen wird.”
Gelegenheit hierfür besteht durchaus. Denn weitere Angebote des natur- und erlebnispädagogischen Lernortes für Kinder und Erwachsene sollen neben Expeditionen in die Waldwildnis auch Waldkindergeburtstage, Walderlebnisnächte, Naturprojekte mit Schulklassen oder Natur-Workshops sein. Weitere Informationen sind unter www.natur-hautnah.de zu finden. Benjamin Kloos