Fastnacht: Stadtgarde Biblis zündete bei Prunksitzung närrisches Feuerwerk
Mit der Polonaise durch den Saal auf die Bühne
Prinzessin Evelyn I. hatte bei der Prunksitzung ihrer Stadtgarde viel zu tun. Eine Menge Orden verlieh sie, kuschelige Geschenke erhielten die kleinen Pizzabäcker der Minigarde. Im Bild vorne die Tanzmariechen der Stadtgarde Samira Schön und Monja Marinitsch, hinten Musiker der „Modauchaoten“. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Ahoi! Der fröhliche Narrengruß war bei der Prunksitzung der Stadtgarde Biblis in der Riedhalle vielfach zu hören wie auch begeisterter Applaus. Den hatte sich der jüngste Tanz-Nachwuchs in der Rolle als Pizzabäcker und Lieferdienst verdient. Als Köche mit Kochmütze hatte die Minigarde Spaß auf der Bühne. Die Pizza kam in den Backofen, der rote Lieferwagen stand bereit.
Mit diesem entzückenden Auftakt begann das Abend füllende Show- und Unterhaltungsprogramm in der Riedhalle, das fast nach Plan um Mitternacht endete. Doch das musste nicht das Ende des fröhlichen Abends bedeuten, wer noch weiter feiern wollte, konnte noch länger bleiben lautete die Einladung des Vorsitzenden und Sitzungsleiters Matthias Marinitsch. Markenzeichen der Bibliser Prinzessin Evelyn I. von der Stadtgarde ist ein Traktor, ist sie doch die einzige Frau im Bürstädter Bulldog Club. Auf zwei Jahre Amtszeit ist sie geeicht. Im prunkvollen roten Kleid verkündete Prinzessin Evelyn I. ihr Motto: „Als echtes Wunder mache ich unsere Fastnacht bunter“.
Fantasievoll und kunterbunt
Fantasievoll und kunterbunt hatten sich die meisten Besucher für die Prunksitzung herausgeputzt und bewiesen bei mitreißender Stimmungsmusik spontane Bewegungsfreude bei der Polonaise durch den Saal und der mutigen Eroberung der Bühne. Über so viel närrischen und ausgelassenen Frohsinn staunte die Band Kolonia Express, die mit Bandleader und Sänger Stefan Krüger echter Stimmungsmacher ist. Geschunkelt wurde zum früheren Hit „Nimm mich so wie ich bin“ bis es die Zuschauer bei Stücken wie „Viva Colonia“ von den Stühlen riss. In einer Umbauphase durften die tanzlustigen Besucher die Bühne stürmen und sich in spontaner Choreografie präsentieren.
Kein Halten gab es auch bei Travestiekünstlerin Madame Gordin Rouge, die mit Worten und volumenreich singend zu begeistern wusste. Auch sie bekam mit einer Polonaise Besuch auf der Bühne. Als hochkarätige Künstlerin des frivolen Worts war sie für viele Lachsalven im Saal verantwortlich.
„Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ rief Charly aus der Kiste. Der singende Bauchredner Frank Lorenz aus Idar-Oberstein hatte Äffchen Charly mitgebracht, ein Tierchen mit frechem Mundwerk und Hang zum weiblichem Geschlecht, der zum Vergnügen des Publikums kaum zu bremsen war. In seinem Liebeslied für Prinzessin Evelyn I. wünschte er „für dich soll es Bananen regnen“ und das „holländische Schunkellied“ hieß bei ihm „Bananen aus Amsterdam“.
Madame Gordin Rouge stellte sich gesanglich schnell auf die überraschende Personalverstärkung aus dem Publikum ein. Foto: Hannelore Nowacki
Peter Maffay auf dem Schoß
Mit dem singenden Peter Maffay auf dem Schoß, der zuvor auch in der Kiste ausharrte, ging die lustige Show weiter. Mit Pauken, Trommeln und Trompeten zogen „Die Modauchaoten“ vom Karnevalclub Pfungstadt zu Beginn auf die Bühne und brachten den Saal zum Beben, ebenso wie die blau-gelben Ketscher Hewwlguggler zum Abschluss. Eindrucksvolle Tanzleistungen mit sportlichem und artistischem Können zeigten die Showtanzgruppen auswärtiger Vereine wie die „Cheers“ vom TSV aus Gaggenau in ihren roten Kostümen und die mehr als 20-köpfige Tanzgruppe des „MCV Die Geeßtreiwer“ aus Mutterstadt mit ihrer federleichten Show in Blau.
Der junge Tanzmajor Paul Schrettenbrunner vom KG Schlotte aus Schifferstadt zeigte sich sprungstark und elegant als Tanzmeister, der er auch ist, dazu ein schönes Strahlen wie bei den beiden Tanzmariechen Samira Schön und Monja Marinitsch der Stadtgarde Biblis. Nach 18 Jahren Gardetanz ist dies Monjas letzte Saison wie der Papa mitteilte. Im Vorstand ist sie Schriftführerin.
Mehrere gekrönte Häupter zu Gast
Zur Fastnacht gehört auch die Bütt‘, in der sich Prinzessin Evelyn I. zur Kleiderfrage einen Reim machte und die „Wunderschwestern“ des Vereins über ihre Hollywood-Figur sinnierten. Für Stärkung war gesorgt, im Foyer lockte die Getränkebar und ein beachtliches kulinarisches Angebot. Fastnachtsvereine und mehrere gekrönte Häupter waren vertreten – die Bibliser Gurkenkönigin Nina I. war mit Gurkenprinzessin Lenja gekommen, um einen vergnüglichen Abend zu verbringen, während die Lampertheimer Stadtprinzessin Daniela I. vom CC Rot-Weiß mit Festkleid und Gefolge in offizieller Mission ihre Aufwartung machte.