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  • Mo., 18. Mai 2020, 09:47 Uhr
    BÜRSTADT REDSKINS: Nach Zwangspause Training in Kleingruppen möglich 

    Mit Disziplin und Willenskraft durchs erste „Corona-Training“ 

    Abstand halten war beim ersten „Corona-Training” der Bürstadt Redskins angesagt. Foto: oh


    BÜRSTADT – Es ist 13 Uhr am Samstag. Strahlend blauer Himmel über Bürstadt, der einen die Pandemie fast vergessen lässt. Vor dem Homefield der Redskins, am Eingang zum TV-Gelände steht Anna Messina. Die Head of Redskins begrüßte höchstpersönlich ihre American Footballer zum ersten Training nach der Zwangspause. Nicht wie gewohnt per Handschlag oder in familiärer Umarmung, sondern gemäß der vereinsinternen Vorgabe mit zwei Metern Sicherheitsabstand. Die schwarze Maske mit dem Emblem der Redskins auf der einen und den Intialen „AM“ auf der anderen Seite wirkt fast schon schick und passt sehr gut zu ihrem Hoodie. 

    Seit drei Stunden bereits begrüßt sie Spieler und Coaches der verschiedenen Teams nacheinander, gibt ihnen erste Verhaltenshinweise zur Sicherheit auf dem Platz und lässt sie dann in kleinen Gruppen auf das Gelände. Man erkennt die Freude in ihren strahlenden Augen. Hervorgerufen durch das Wiedersehen mit den vielen Sportlern, welche sich alle maskiert wie an einer Schnur aufgereiht, artig und mit gebotenem Abstand hintereinander aufstellen und diszipliniert auf Einlass warten. „Dabei sind wir doch Family“, sagt einer der Jugendspieler scherzhaft, „und wir müssten doch eigentlich gar keinen Abstand halten“. Dennoch tut er es. Denn wie alle anderen kann er es kaum erwarten, mit seinen „Brüdern“ wieder Seite an Seite auf dem Feld zu stehen. 

    Die Redskins stellen aktuell vier Teams mit mehr als 150 aktiven Footballern, Coaches und Betreuern. Heute dürfen nur die Spieler und deren Coaches auf den Platz. Die Eltern der kleineren Spieler müssen direkt wieder wegfahren, oder von außerhalb des Geländes zusehen. Noch nicht einmal die im American Football so wichtigen Betreuer sind zugelassen. 

    In vorab fest eingeteilten Gruppen zu fünf Leuten, welche auch in absehbarer Zeit so zusammen bleiben werden, dürfen die erwartungsvollen Trainingsteilnehmer weitergehen. Alle sind bereits in kompletter Übungsmontur angekommen und gehalten, unmittelbar ihren vorgegebenen Platz auf dem heiligen Rasen der Redskins einzunehmen. Und dann endlich, der erste Schritt auf’s Spielfeld. In dessen Inneren werden sie bereits vom Head of Sports Bernd Fengel erwartet. Auch er ist schon seit Stunden im Einsatz und überprüft – wie zuvor bei den Spielern seiner drei Jugendteams - Handschuhe, Maske, Vorhandensein der gesundheitlichen Selbsterklärungen und was es eben in diesen Zeiten sonst noch zu beachten gibt. 

    Der Platz füllt sich derweil. Auf 15 gleich große und mit Hütchen markierte Felder verteilen sich nun die Akteure der Redskins-Seniors. Immer mit mindestens zwei Metern Abstand innerhalb der jeweiligen 5er-Gruppe und 10 Metern Abstand zur nächsten Gruppe. Die ersten vertreiben sich die Wartezeit auf ihre Kollegen durch humorvollen Austausch. Lautes Lachen und sogar Gesang schallt über den Platz. Sie alle genießen es sichtlich und hörbar, wieder mit ihren Sportfreunden zusammen sein zu können. 

    Wie es bei den Footballern auf der ganzen Welt Tradition ist, beginnt das WarmUp mit deutlich hörbaren Ansagen der Spielführer und lauten Feedbackrufen des Teams. Das sind diese Momente, welche bei jedem Fan auch vor einem Spiel Gänsehaut erzeugen. Und wenngleich das hier lediglich eine Trainingseinheit ist, heute hat jeder auf dem Platz in dieser Phase einen ganz emotionalen Moment. Weiter geht es mit Ausdauerläufen, Linienläufen, Laufrouten, Backpaddles und ganz am Ende dem Abschlusshuddle. 

    „Mir ging es erst mal darum, dass ein Training in Pandemie-Zeiten funktionieren kann und vor allem, den Spielern zu ermöglichen, sich wieder zu sehen“, erklärte uns Bernd Fengel im Anschluss. „Es war echt toll sich umzusehen und so viele engagierte Spieler und Coaches um mich zu haben. Ich bin unheimlich stolz. Alle haben sich vorbildlich verhalten. Vielleicht liegt es auch in der Natur unserer Sportarten Cheerleading und Football, die sich besonders durch Disziplin auszeichnen, dass ein Training selbst unter solchen Bedingungen perfekt funktioniert.“ 

    Stichwort Cheerleading. Für die Cheers der Redskins geht es dann am Dienstagabend in’s erste Training. Auch hier kontaktlos und mit Schwerpunkt auf Fitness und Motorik. Es wird draußen trainiert, da hier das Risiko geringer erscheint. 

    Insgesamt kann man festhalten, die Redskins haben die Herausforderung angenommen. Dieses erste Training in Corona hat funktioniert. Oder wie Anna Messina es formulierte: „Die Redskins haben einen Beweis dafür angetreten, dass man mit Disziplin und Willenskraft auch im Vereinssport solche Krisen meistern kann.“ zg

     
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