Bürstadt setzt sich gegen Gewalt an Frauen ein / Teenagerschwangerschaften als Schwerpunkt
„Mit Fahne Zeichen der Solidarität setzen"
Sagen deutlich NEIN zu Gewalt gegen Frauen: Bürgermeisterin Barbara Schader (2.v.l.), Christine Giesler,Externe Frauenbeauftragte der Stadt Bürstadt, 3.v.r.), Herbert Roechner (Mitglied des Magistrat, 3.v.l.), Edith Appel-Thomas (Vorsitzende des Sozialausschusses, 4.v.r.) und Annegret Fettel (VdK Bürstadt, l.). Foto: Benjamin Kloos
BÜRSTADT - Seit Dienstag weht sie gut sichtbar vor dem Eingang des Bürstädter Bürgerhauses: Die Fahne mit der Forderung „NEIN zu Gewalt an Frauen und Mädchen".
Alljährlich findet diese von Terre des Femmes initiierte Aktion am 25. November statt. „Leider müssen wir hier in Bürstadt immer noch diese Fahne hissen - denn täglich, sogar stündlich begegnet uns Gewalt gegen Frauen. Ob in der Familie oder im Großen durch Diskriminierung. Daher ist es wichtig, dass wir diese Aktion unterstützen und ein Zeichen der Solidarität senden", betonte Bürgermeisterin Barbara Schader. „Das NEIN muss laut sein, es muss deutlich werden, es muss ein Aufschrei sein. Und wir alle müssen die Augen aufmachen und dürfen sie angesichts von Gewalt nicht verschließen."
In Bürstadt wird in diesem Jahr die Aktion gegen Gewalt an Frauen durch ein weiteres wichtiges Thema ergänzt: Teenagerschwangerschaften zu verhindern. „In diesem Bereich gibt es große Probleme", erläuterte die externe Frauenbeauftragte der Stadt Bürstadt, Christine Giesler. „Daher haben wir in diesem Jahr eine Aufklärungsaktion in der Erich-Kästner-Schule gestartet. Vor Ort in einer Frauenarztpraxis werden die Mädchen im Rahmen des Sexualkundeunterrichtes aufgeklärt."
Positiv beurteilt Christine Giesler ein neues Recht, das seit Frühjahr in Kraft ist: Die vertrauliche Geburt. Hierbei haben Schwangere die Möglichkeit, sich sowohl anonym in einer Beratungsstelle zu informieren als auch in einer Klinik anonym zu entbinden. Anschließend haben die jungen Mütter ein Jahr Zeit, um sich doch noch für ihr Kind zu entscheiden. Dies ist besonders dann wichtig, wenn zunächst niemand von der Schwangerschaft erfahren soll - meist aus Angst heraus.
Wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen, aber natürlich auch die Frauen, sich trauen, stark zu sein: Ob bei sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt, oder auch im Fall von Schwangerschaften im Teenageralter. „Melden Sie sich bei uns, gerne auch anonym. Bei uns finden Sie auch immer entsprechende Broschüren mit Hilfen. Denn es gibt immer einen Ausweg", macht Christine Giesler den Betroffenen Hoffnung. „Hierbei soll diese Fahne helfen." Benjamin Kloos