
LAMPERTHEIM – Martin Hilsheimer lag beim 500-Meter-Rennen vom Start an in der zweiten Position. Kurz vor dem Ziel schwamm auch noch eine Entenfamilie seine Bahn, was ihn sichtlich durcheinander brachte, da Martin eine Autismus-Störung hat. Dank dem mitgereisten Unterstützer-Team, die ihn nochmal lautstark anfeuern, schaffte er es auf den letzten Metern seinen Konkurrenten zu überholen und als Erstes über die Ziellinie zu fahren. Zusätzlich errang Martin den vierten Platz um Rennboot. In den kippligen Kanus gilt es die Balance zu finden und trotzdem schnell und mit Kraft zu paddeln. Da stellt sich dann raus, welche Sportler mit Beeinträchtigung dem am Besten gewachsen sind. Der Kanu-Club Lampertheim unterstützte die nationalen Spiele aber nicht nur mit einem Teilnehmer, sondern entsandte noch drei Kampfrichter in Richtung Saarbrücken.
Rolf Borkenhagen übernahm die Technik. Von der Erstellung des Programms mit den Startzeiten über die Auswertung der gefahrenen Zeite, das Besetzen der Finals und die Erstellung der Siegerehrungs-Listen war Rolf an diesen sechs Tagen in vollem Einsatz. Franziska Liebe hatte den Platz an vorderster Linie beim ID -Check inne. Immer im Kontakt mit den Athletinnen und Athleten sorgte sie dafür, dass die richtigen Kanuten zur richtigen Zeit an den Start gingen. Aufmunternde Worte und Motivation für jeden Einzelnen gehören genauso dazu, wie das Feiern nach dem Rennen. High-five wurde abgeklatscht und von dem Einen oder Anderen wird man dann auch mal spontan umarmt.
Ulrike Bert war für die Einteilung und Betreuung der Kampfrichter vor Ort und hatte zusätzlich die Wettbewerbsleitung. Dazu gehört das tägliche Treffen mit den Delegationen, beim Kanu waren 11 Delegationen mit über 70 Sportler am Start. Dazu gehörten auch ein Team aus Finnland und Litauen. Bei dem Treffen wurden Um- und Abmeldungen von Athletenteams besprochen, die dann an die entsprechenden Positionen weitergeleitet werden müssen. Außerdem stand sie während der Wettbewerbstage immer für Fragen, sowohl seitens der Delegationen als auch des Organisationsteams zur Verfügung. Und letztendlich muss eine Wettbewerbsleitung die auch die unangenehmen Aufgaben, wie Disqualifikationen durchführen, wenn Regeln nicht eingehalten werden. Gerade im Zusammenhang mit Menschen mit geistiger Beeinträchtigung fällt das besonders schwer, da sie immer ihr Bestes geben.
Das hessische Kampfrichter-Team wurde von Peter Horstfeld abgerundet. Er schickte die Athleten mit dem Startsignal „ready, set, go“ auf die Strecke. Nicht immer leicht, alle Athleten auf eine Linie auszurichten, da die Saar eine leichte Strömung hat. Und mit dem Kommando „links“ und „rechts“ können auch nicht alle Athleten etwas anfangen. Peter hat das mit Geschick und Kreativität gemeistert und er konnte immer faire Starts durchführen. Die Special Olympics endeten am Samstag mit einer grandiosen Abschlussfeier. Über 4.000 Athleten waren bei dem größten Multisport-Event für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung in mehr als 20 Sportarten am Start. Der Kanu-Club Lampertheim war ein Teil davon. zg
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