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Do., 24. Januar 2019, 22:57 Uhr
Bürgermeister-Wahlkampf – Bürgermeisterin Schader zum Quartiersgespräch am Bahnhof
Mitte Februar Bürgerinformation zum Bahnübergang
Eine Stunde hatte Bürgermeisterin Barbara Schader für ihr Quartiersgespräch am Bahnhof eingeplant, bei Bedarf auch länger. Immer wieder kamen neue Anwohner hinzu. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Für den Winterwahlkampf hatte sich Bürgermeisterin Barbara Schader mit selbstwärmenden Einlegesohlen und Mantel bestens gerüstet und auch die Anwohnerschar, die sich am Stehtisch und CDU-Banner in der Bergstraße nahe am Bahnhof und Bahnübergang zu Schaders Quartiersgespräch eingefunden hatte, schreckte nicht vor den knackigen Minusgraden am Donnerstagnachmittag zurück und zeigten gute Laune. Zum Aufwärmen stand heißer Kaffee in Thermoskannen bereit, auch Milch und Saft gab es, mitgebracht von ortsansässigen CDU-Mitgliedern. Die Mehrwegbecher mit Deckel und Wahlwerbung durften mitgenommen werden. Die Bürgermeisterin hatte an diesem Tag Urlaub genommen, denn sie trenne Amt und Wahlkampf, erklärte sie. Während der Gespräche fuhren LKWs vorbei, Abgasfahnen erreichten den Stand und Züge übertönten jedes Wort. Für Anwohner nichts Neues, gerade am Bahnhof sind die Probleme für die Anwohner hörbar, wenn Lastwagenverkehr ins Gewerbegebiet rollt, die Züge, vor allem aber die lauten Güterzüge sind ihnen ein Ärgernis und mindern die Lebensqualität. Das Ehepaar Montag aus der Darmstädter Straße, Ecke Bergstraße erlebt das täglich: „Wir haben den ganzen Lärm, das wird erst besser, wenn der Bahnübergang zu ist, dann mit Lärmschutzwand“. Die hört jetzt vor dem Übergang auf. „Wir freuen uns, wenn alles neu ist, der Lärm und Verkehr aus der Bergstraße raus ist, darauf warten wir schon Jahrzehnte“. Doch es zeigt sich ein Licht am Ende des Tunnels – Bürgermeisterin Schader berichtete vom Gespräch mit dem neuen Projektleiter der Bahn. Die gute Nachricht für Bobstadt und die Anwohner von Mannheimer Straße, Darmstädter Straße und Bergstraße: Der Rückbau des Bahnübergangs, amtlich kurz BÜ 26 genannt, soll in absehbarer Zeit erfolgen, eine Bürgerinformationsveranstaltung ist für Mitte Februar in der Sporthalle geplant. Dort werde die Bahn ein ansprechbares Gesicht haben. Schader fasst diesen Fortschritt in den Satz: „Die Bahn hat Fahrt aufgenommen“. Die Gespräche mit der Bahn seien durch dreimaligen Projektleiterwechsel während ihrer Amtszeit ins Stocken geraten, berichtete sie. Mit dem Rückbau ergeben sich neue Möglichkeiten der Gestaltung des gesamten Umfeldes mit P+R-Parkplätzen und vermieteten Fahrradboxen, skizzierte Schader die zukünftige Entwicklung. Es gebe ein ansprechendes Umfeld mit neuem Beleuchtungskonzept wie in Bürstadt, auch für die dunklen Ecken am Bahnhof. Außerdem habe die Bahn signalisiert, dass sie das Bahnhofgebäude nach dem Rückbau nicht mehr benötige. Claudia Blüm hat eine Sorge, die sie mit der Bürgermeisterin bespricht: Bevor der Bahnübergang zurückgebaut werden kann, muss ihre Holzhandlung und das Gewerbegebiet über eine noch rechtzeitig zu bauende Verbindungsstraße an die B 44 angebunden werden, sonst wären die Firmenkomplett abgeschnitten. Diese Zufahrt werde mit der Mittelfeldplanung fertig, erklärte Schader.
Bürgermeisterin Barbara Schader hörte zu, was die Anwohner bewegt und informierte sie über die neuesten Nachrichten in Sachen Bahn und Rückbau Bahnübergang. Foto: Hannelore Nowacki
Die Sanierung der Bergstraße sei jedoch erst sinnvoll, wenn die Bahn ihre Bauarbeiten abgeschlossen habe. Das sahen die zuhörenden Anwohner auch so. Dieser Abschnitt 2 sei vorgesehen, der erste Teil der Bergstraße werde nächstes Jahr in die Planungsphase kommen. Aber wird der Rückbau tatsächlich zeitnah erfolgen, wollte eine Anwohnerin wissen oder sei etwa mit Jahrzehnten zu rechnen. Tatsächlich habe die Bahn schon vor Jahren von „zeitnah“ gesprochen, erinnerte sich Schader. „Ich habe Geduld und Hartnäckigkeit gelernt“. Man müsse abwarten, was die Bahn vorstellt: „Das ist das Entscheidende“. Eine Bobstädterin, die 22 Jahre lang mit dem Zug zur Arbeit nach Frankfurt gefahren ist, machte Schader darauf aufmerksam, dass die Taktung des Stadtbusses für den Rückweg vom Bahnhof Bürstadt nach Bobstadt nicht stimme, man müsse 20 Minuten warten. Schader will die Angelegenheit überprüfen lassen, der VRN sei für die Taktung zuständig. CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Eberle notierte alle Anliegen und wurde auch selbst von Bobstädtern angesprochen. Zum geplanten Gewerbegebiet erklärte er, dass dort Arbeiten und Wohnen verbunden werden soll. Anwohner sehen ihre Lebensqualität stark in Mitleidenschaft gezogen von Vierbeinern, deren Besitzer sie auf Wegen in der Bahnhofsgegend ausführen, aber die hinterlassenden Kothaufen nicht eintüten und korrekt entsorgen. Das sei nicht auszuhalten, auch wegen der Geruchsbelästigung.Aufgefallen ist den Anwohnern jedoch, dass ein Tütenspender abgebaut worden ist und nicht mehr ersetzt wurde. Schader will dafür sorgen, dass je ein Tütenspender mit Abfalleimer zu beiden Seiten der Gleise angebracht wird. In der Mannheimer und Frankfurter Straße wünschten sich Anwohner eine Überprüfung der Parkbuchtenmarkierung vor den ungeraden Hausnummern, weil dies unklar sei und Knöllchen verteilt wurden. Bürgermeisterin Schader will auch dies überprüfen lassen. Hannelore Nowacki