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  • Mo., 23. April 2018, 13:31 Uhr
    60 Jahre Katholischer Kirchenmusikverein – Stiftungsfest mit Unterhaltungsprogramm

    Musik und Genuss nach Art der 50er und 60er Jahre

    Beschwingt leitete das Newcomer-Orchester unter der Leitung von Helmut Baumer das Unterhaltungsprogramm ein. Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – „Back to the Sixties“ war das Motto, das der Vorstand des Katholischen Kirchenmusikvereins (KKMV) für dieses besondere Jubiläumsstiftungsfest am Samstagabend im Jugendheim von Mariä Verkündigung ausgesucht hatte. Damals, das war die Zeit der schwungvollen Damenkleider, die durch den darunter getragenen Petticoat zur optischen Entfaltung kamen und kulinarisch machte der Hawaiitoast bei der Hausfrau Furore, Falscher Hase kam auf den Tisch und der Kalte Hund hatte ebenfalls viele Liebhaber. Stilecht bot daher die Vereinsküche diese Köstlichkeiten an, dazu Trauben und Käse mit 60er-Schild arrangiert. Historisch war auch die Bar angepasst. Um das Bild perfekt zu machen, hatten sich viele Damen, Vereinsmitglieder und Gäste, nach Art der späten 50er Jahre in Schale geworfen. Die Musik aus dieser Zeit, davon konnten sich die Besucher des Stiftungsfestes überzeugen, klingt frisch und modern, mit Rhythmen, die zum Tanzen auffordern. Dafür sorgten auf fröhliche und spielfreudige Weise das Newcomer-Orchester und das große KKM-Orchester, beide unter der Leitung von Helmut Baumer. Viele Stücke rangieren heute als Oldies und Evergreens wie „Spanish Eyes“ und „Rote Lippen sollst du küssen“ oder die leichtfüßigen Melodien eines Bert Kaempfert - immer wieder gerne gehört von den Fans, im Fernsehen und im Radio. Auf Langspielplatten wurde damals die Musik gepresst, aber auch die kleinen Singles wurden in Plattenschränken gehütet, nun schmückten viele dieser schwarzen Vinylscheiben die Saalwände, hübsch gelocht zum Aufhängen. Einige Platten waren durch Hitze zu welligen Teelichthaltern und Schalen für Knabberzeug umfunktioniert. Birgit Steube, 1. Vorsitzende, ließ in ihrer Begrüßungsansprache die Zeit der Vereinsgründung Revue passieren, die 1950er und 1960er Jahre, die Zeit des Aufbruchs und der Neuerungen nur wenige Jahre nach Kriegsende. Einige Männer hätten damals überlegt, einen Kirchenmusikverein zu gründen, viele seien aus dem „Bruderverein“ des St.-Andreas-Kirchenchors gekommen. Aus Spenden der beiden Kirchengemeinden war der Grundstock für die Instrumentenausstattung gelegt. Bald folgte der erste Auftritt zur Kommunion, wenig später war die Kirchenmusik aus dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. In der Satzung wurde festgehalten: „Zur großen Freude für die Bevölkerung spielte die KKM zu Ostern 1958 einige Choräle“. Was hat sich seitdem geändert? Die 1. Vorsitzende wies auf die vielen Frauen hin, die Musik machen und Verantwortung in der Vorstandsarbeit (2. Vorsitzende ist Claudia Fischer) übernommen haben. Der Applaus zeigte, wie wichtig das ist. Auch evangelische Mitglieder spielen mittlerweile mit. Was ist geblieben? „Die Liebe zur Musik, klassisch bis modern und experimentell“, fasste Steube das umfangreiche Repertoire der Orchester zusammen. Ein Dankeschön sprach sie allen Fördermitgliedern aus, die den Verein stützen und unterstützen. Zahlreiche fördernde Mitglieder wurden geehrt, die zwischen fünfzig und zehn Jahren dem KKMV die Treue halten. Astrid Nießner, die seit 25 Jahren im Orchester Klarinette spielt, erhielt neben der Vereinsehrung für ihre 25-jährige Tätigkeit im Dienste der KKM die Ehrenurkunde und Ehrennadel in Silber vom Diözesanverband der Bläserchöre im Bistum Mainz, ausgehändigt von Bernhard Frey. Einige Vereinsmitglieder, die schon im Gründungsjahr 1958 eingetreten waren, bat die 1.Vorsitzende zum gemeinsamen Foto mit den geehrten Mitgliedern nach vorne. Im amüsanten Werbeblock des Jubiläumsprogramms flimmerte Werbung aus den 1950er und 1960er Jahren im damals normalen Schwarzweiß über die Leinwand - mit Frauengold und dem HB-Männchen konnten bei den Älteren Erinnerungen geweckt werden, die Jüngeren im Saal machten Bekanntschaft mit einer völlig anderen Welt. Erstaunliches aus der Mode, Politik und Sport bot das Wissensquiz im Auswahlverfahren zum Mitraten des Publikums. Auch wer Nachfolger von Papst Pius XII. wurde, war gefragt. Erinnerung oder Wissen – am Ende erhielten alle drei altersgemischten Rate-Teams einen Preis: Ein schön verpacktes Gebinde mit einer Dose Caro-Kaffee, Bärenmarke und einer Tasse mit Röhrenfernseher-Aufdruck. Ebenso kamen die Sieger des Schätzspiels in den Genuss dieses Präsents, die der richtigen Zahl von 623 Murmeln in der Schüssel am nächsten gekommen waren.
    Langzeittreue ist beim KKMV verbreitet, wie bei der Mitgliederehrung deutlich wurde. Auch Mitglieder aus dem Gründungsjahr waren zum unterhaltsamen Stiftungsfest gekommen. Foto: Hannelore Nowacki

    Der reimbegabte Komiker Heinz Erhardt, der vor Jahrzehnten Millionen von Fernsehzuschauern das Leben mit lustigen Geschichten versüßte, trat am späten Abend als Höhepunkt in Gestalt des Lampertheimer Krimiautoren Manfred Krämer ans Mikrofon, jedoch deutlich schlanker. Die berühmte Made von Heinz Erhardt verwandelte er schließlich mit Lambada Zungenschlag, auch weitere Erhardt-Gedichte hatte er zum Vergnügen des Publikums in den heimischen Dialekt umformatiert. Danach spielte das KKM-Orchester Tanzmusik - solange bis irgendwann diese besondere Geburtstagsfete zu Ende ging. Zum Feierlichen Gottesdienst mit Pfarrvikar Claus Peter Stockh, der eine Stunde früher als üblich stattfand, waren viele Besucher erschienen, was die KKMV-Vorsitzende besonders freute. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst an der Orgel von Maria Karb sowie vom Newcomer-Orchester und dem St.-Andreas-Kirchenchor. Hannelore Nowacki

    Information

    Als fördernde Mitglieder wurden geehrt: 50 Jahre: Karin Felleisen und Ludwig Franz. 25 Jahre: Beatrix Holz und Florian Weppelmann. Astrid Nießner (Klarinette) wurde auch als aktives Mitglied vom Verband geehrt. 10 Jahre: Die zehnjährige Sophie Fischer, die aktiv Klarinette spielt; Christine Weppelmann, Lydia Morweiser, Gabi Adam, Bernhard Schüßler, Bastian Hahl, Katharina Hahl und Damiane Jakob.







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