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  • Mo., 10. Oktober 2016, 11:16 Uhr
    Dialog mit den Naturschutzverbänden gewünscht

    NABU verurteilt die Fällung eines wichtigen Biotopbaums für seltene Fledermausarten

    Die seltene, besonders geschützte Bechsteinfledermaus ist eine hier nachgewiesene Art. Foto: Christian Stein


    LAMPERTHEIM - „Alte Bäume sind „biologische Schatzinseln“ und in besonderem Maße erhaltenswert. Ohne diese wären viele wildlebenden Säugetiere, Vögel und Insekten in unserer Landschaft nicht vorhanden. Die jüngst gefällte Eiche im Lampertheimer/Viernheimer Forst war ein Parade-Fledermaus-Baum. Er war eine wichtige Fortpflanzungs- und Ruhestätte für seltene Fledermausarten. Aufgrund ihrer Seltenheit und Gefährdung sind diese Tierarten europarechtlich sowie nach deutscher Gesetzgebung streng geschützt. Gleiches gilt für die Habitat- bzw. Biotopbäume in diesem Waldgebiet, die nach strengen FFH-Richtlinien geschützt sind. Fledermäuse wechseln häufiger ihr Zuhause. Sie benötigen Ausweichwohnungen im Umkreis von ein bis zwei Kilometern, um sich wohl zu fühlen und sich fortpflanzen zu können. Deshalb spielt es keine Rolle, ob zum Zeitpunkt der Fällung des Baumes gerade keine Fledermaus dort gewohnt hat. Werden diese Wohnungen zerstört, der Fachmann spricht von Habitaten, gehen auch die Fledermäuse mit der Zeit verloren. Im Bereich der gefällten Eiche gibt es nur noch wenige solcher Bäume, und zwar weniger als die rechtlich geforderten zehn pro Hektar (ein Hektar sind 10.000 Quadratmeter). Umso schlimmer ist es, dass einer dieser letzten Bäume gefällt wurde“, bezieht der NABU Stellung in seiner Pressemitteilung und führt weiter aus: „Das Forstamt begründet die Fällung einzig mit dem Argument der mangelnden Stand- bzw. Verkehrssicherheit. Gutachter haben uns bestätigt: Der Baum hatte ausreichend Standsicherheit. Ein Rückschnitt im Kronenbereich hätte gereicht und das wichtige Habitat wäre erhalten geblieben. Diese Alternative wurde aber nicht in Betracht gezogen. Warum? Wir wissen es nicht. So wurde eine Chance zum Erhalt eines wichtigen schutzwürdigen Baumes von Seiten des Forstes vertan. Der NABU Lampertheim fordert, dass solche rücksichtslosen Aktionen endlich der Vergangenheit angehören und ein ernsthafter Dialog mit den Naturschutzverbänden stattfindet. Es geht um den Erhalt wichtiger Lebensräume. Zum Wohle von Mensch und Natur“, so der NABU Lampertheim abschließend. zg

     

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