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Mi., 01. April 2020, 13:57 Uhr
Schwarze Schwäne kamen nicht zur Verabredung
Natur am Altrhein – Paradies mit Ente im Blumentopf
Das große Ei hat die Stockentendame nicht gelegt, aber interessant ist das fremde Nest doch. Es gehört dem schwarzen Schwanenpaar, das nicht alle Eier ausgebrütet hat. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Holprig ist der Weg vom Wassersportverein Richtung Worms und still ist es nicht, denn die Lastwagen brausen auf der nahen Straße vorbei. Die Vogelwelt scheint sich daran nicht zu stören und auch einige Spaziergänger flanieren hier zur Mittagszeit bei schönstem Frühlingswetter mit und ohne Hund. Durch das Dickicht ist der Altrhein zu sehen, einige Kopfweiden am Ufer sind stark gestutzt, gegenüber liegt das Naturschutzgebiet Biedensand. Große und kleine Schiffe ruhen an den Anlegern. Ein Specht schaut sich die Baumrinde an, ob sich da vielleicht ein saftiger Happen versteckt, verzichtet jedoch aufs Klopfen. Ganz wild führen sich die Stockentenerpel auf, stürzen sich im Wasser aufeinander und prügeln sich um eine Entendame. Ein friedliches Stockentenpaar besichtigt ein Nest, ein großes Ei liegt schon darin. Sie beugt sich über das Ei, er schaut zu. Das Riesenei liegt verlassen in den unordentlich geschichteten Hölzchen. Das schwarze Schwanenpaar, das hier seine fünf Küken ausgebrütet hatte und das Ei am Rande liegen ließ, machte mit den Kleinen gerade einen Ausflug, weit und breit sind sie auch mit dem Fernglas nicht zu entdecken. Jörgen Anlauff hatte den TIP eingeladen, seine Schützlinge zu besuchen. Üblicherweise seien sie um diese Zeit zuhause und wenn sie mit dem flauschigen Nachwuchs etwas unternehmen, dann seien sie bald wieder zurück. Diesmal war es anders, das schwarze Schwanenpaar hielt sich nicht an die gewohnte Zeit und dachte auch nicht an die leckeren Salatblätter, die ihr Beschützer mitgebracht hatte. Nicht einmal das Klappern mit dem Kistendeckel half. Stunden später war die Schwanenfamilie wohlbehalten zurückgekehrt, wie der TIP durch Anlauffs Anruf erfuhr. Ein anderes Mal wird die Verabredung hoffentlich gelingen. Erst seit Oktober kenne sich das schwarze Schwanenpaar, erzählt Jörgen Anlauff, glücklicherweise habe es zwischen den beiden sofort gefunkt. Im Gegensatz zu den weißen Höckerschwänen seien die schwarzen Schwäne in dieser Gegend weithin eine Seltenheit. Daher freut es Tierfreund Anlauff besonders, dass sie sich hier niedergelassen haben. Sorgen mache er sich, wenn er sie nicht sieht. Große Welse im Altrhein könnten Appetit auf die Küken haben. Völlig unbeeindruckt von neugierigen Spaziergängern brütet eine Ente im ausgepolstertenBlumentopf. Nicht zum ersten Mal, wie Jörgen Anlauff weiß. Die Küken werden sich später einfach die Böschung hinunter in den Altrhein purzeln lassen. Eine Gänseschar tummelt sich in der Nähe des Wassersportvereins, quäkt, schläft und labt sich am kargen Grasbewuchs. Hannelore Nowacki