Tag der offenen Tür des NABU Lampertheim an der Sandgrube Feuerstein mit naturkundlich geführten Rundgängen und Schaukästen mit Amphibien
Natur zum Anfassen für Groß und Klein
Botaniker und 2.Vereinsvorsitzender Klaus Feldhinkel erklärte den Kindern und Erwachsenen die heimische Pflanzenwelt im Rahmen eines Rundgangs. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – Ein wunderschöner sonniger Frühlingstag lockte am vergangenen Sonntag viele Erwachsenen und Familien mit Kindern auf das Gelände der ehemaligen Sandgrube Feuerstein nahe des Kegelzentrums „Heide“, ob bei einem Spaziergang oder mit Fahrrad. Für die großen und kleinen Besucher gab es auf dem 17.000 Quadratmeter großen Gelände allerlei Neues zu entdecken, aber auch viel Wissenswertes zu erfahren – Naturbegeisterte kamen dabei voll auf ihre Kosten.
Bereits am Eingang wurden die Besucher neugierig, denn zahlreiche Amphibien, darunter Kröten, Molche und Grasfrösche, waren in Schaukästen ausgestellt. Diese konnten nicht nur betrachtet, sondern auch selbst in die Hand genommen werden. Hierzu war allerdings eine vorherige Sondergenehmigung beim Naturschutzbund durch Vereinsvorsitzende Andrea Hartkorn erforderlich, wie NABU-Vorstandsmitglied Ralf Gerlach berichtete. Die Tiere wurden anschließend wieder in die Natur freigesetzt.
Die ehemalige Sandgrube, die seit 1983 brach liegt und seit 2002 vom NABU betreut wird, hat sich zu einem wahren Paradies für Vögel, Frösche und viele weitere Tiere entwickelt. Das wertvolle Amphibienbiotop gilt als Rückzugsgebiet für viele Tierarten. Auch für eine Vielzahl an hoch spezialisierten Pflanzen ist die Grube Feuerstein, die lediglich am Tag der offenen Tür für die Bevölkerung zugänglich ist, der ideale Lebensraum.
Die Experten des NABU standen den Besuchern von 10 bis 14 Uhr für Fragen und Rundgänge zur Verfügung. Botaniker Klaus Feldhinkel, 2. Vorsitzender des Vereins, nahm mehrere Gruppen von Interessenten mit auf den Weg durch das Gelände und erklärte die vorhanden Pflanzen. Bei seinem interaktiven Spaziergang durch die Botanik stellte er unter anderem Ehrenpreis, Habichtskraut vor. „Fühlt mal, das ist weich und hat Haare – warum wohl?“ fragte Feldhinkel die Kinder. Er erklärte, dass dies einen Schutz vor der Sonne darstelle. Die Kinder hatten sichtlich ihre Freude daran, die verschiedenen Pflanzen zu fühlen und zu riechen, aber auch spielerisch etwas dabei zu lernen. Auch die vorhandenen Baumarten wie Pappel, Eiche, Kiefer und Traubenkirschen wurden von Feldhinkel erklärt. Vereinsvorsitzende Andrea Hartkorn und Vorstandsmitglied Dieter Melchior begleiteten den Rundgang und ergänzten die Ausführungen Feldhinkels – Melchior stand den Besuchern für Fragen rund um die Vogelarten zur Verfügung. An einer weiteren Station pflückte der Botaniker die essbare Scharfgarbe und reichte sie in der Gruppe weiter, ebenso wie verschiedene Kräuter und Farne. „Immer schön die Füße heben, damit ihr nicht über die Brombeeren stolpert“, wies Feldhinkel die Kinder an, die eifrig in der großen Menschengruppe immer ganz vorne mit dabei waren. Die Sandgrube Feuerstein ist ein wahres Paradies für heimische Pflanzen und Tiere und wird alljährlich beim Tag der offenen Tür des NABU der Bevölkerung zugänglich gemach. Foto: Sigrid Samson
„Wer entdeckt die dickste Hummel?“ fragte er die Kleinen und stellte dabei die Weide vor, an der es vor Hummeln nur so wimmelte. Auch die Eibe, aus deren Holz im Mittelalter Bogen gefertigt wurden, wurde vorgesstellt. „Das Holz wächst sehr langsam und wird gerne vom Reh verbissen, während es für Pferde giftig ist“ erklärte Feldhinkel. Die Fruchthülle sei auch für den Menschen giftig. Melchior wies auf das Nest der Kohlmeise hin. „Guckt mal, da sind auch Maulwurfhügel“ stellte ein Junge fest. Nach dem Rundgang konnten die interessierten Kinder unter Anleitung selbst noch ein „Waldbienenhotel“ basteln.
Da zu viele Fische im See vorhanden waren, hat man laut Feldhinkel kürzlich 30 Hechte eingesetzt, um die Population der Fische ein wenig zurückzudrängen. Darüber hinaus wurden Tümpel angelegt, damit sich die Kröten vom See weg entwickeln können. Die Mitglieder des NABU möchten der Bevölkerung alljährlich an diesem Tag die Möglichkeit geben, sich das Biotop anzusehen und ihnen aufzeigen, wie wichtig es ist, die Flora und Fauna zu pflegen und zu erhalten. Weitere Informationen, auch zu künftigen Veranstaltungen, finden Sie unter www.nabu-lampertheim.de. Sigrid Samson