Sa., 15.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 27. Januar 2026, 12:00 Uhr
    NATURSCHUTZ: Öffentliche Informationsveranstaltung am 3. Februar 2026 um 19 Uhr in der Karl-Kübel-Schule Bensheim

    Naturschutzverbände begrüßen Raddirektverbindung

    Fazit der Naturschutzverbände: Eine Beleuchtung und Salzstreuung im Winter im Bereich des Naturschutzgebietes Tongruben lehnen die Verbände klar ab.
    Foto: oh

    KREIS BERGSTRASSE – Die Naturschutzverbände BUND Bensheim/Zwingenberg, NABU Bensheim/Zwingenberg und der "Förderverein für das Naturschutzgebiet Tongruben von Bensheim und Heppenheim e.V." begrüßen den geplanten Ausbau einer Raddirektverbindung zwischen Zwingenberg und Heppenheim. Der verstärkte Radverkehr könne einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten und den motorisierten Individualverkehr reduzieren.
    Kritisch bewerten die Verbände jedoch die geplante Trassenführung durch das Naturschutzgebiet Tongruben. Aus naturschutzfachlicher Sicht wäre ein Verlauf außerhalb des Schutzgebiets vorzuziehen gewesen, um zusätzliche Belastungen für empfindliche Lebensräume zu vermeiden. Auf kommunaler und Kreisebene wurde dennoch eine sogenannte Konsenstrasse durch das Gebiet beschlossen. Über den aktuellen Planungsstand informiert eine öffentliche Informationsveranstaltung am 3. Februar 2026 um 19 Uhr in der Karl-Kübel-Schule Bensheim.
    Der betroffene Abschnitt im Naturschutzgebiet ist bereits heute als befestigter Weg vorhanden. Ob es darüber hinaus zu weiteren Eingriffen kommt, etwa durch Beleuchtung oder Maßnahmen zur Winterunterhaltung, wird in weitere Planungsabschnitten geklärt. Hier sehen die Naturschutzverbände besonderen Handlungsbedarf. Das Gebiet „Tongrubengelände von Bensheim und Heppenheim“ ist nicht nur nach Landesrecht geschützt, sondern auch Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 (FFH- und Vogelschutzgebiet „Hessische Altneckarschlingen“). Die Naturschutzbehörden sind daher zu beteiligen.
    Besondere Sorge bereitet den Verbänden eine mögliche Beleuchtung und Winterdienste (Streusalz) der Raddirektverbindung. Der Trassenabschnitt ist derzeit unbeleuchtet – und das bewusst. Dunkelheit sei kein Mangel, sondern ein zentraler Bestandteil der ökologischen Qualität des Gebiets. Künstliches Licht wirke sich nachweislich negativ auf Insekten, Amphibien und Fledermäuse aus, störe Wanderbewegungen und entwerte Lebensräume. Diese Effekte träten auch bei moderner, energiesparender Beleuchtung auf.
    Darüber hinaus weisen die Verbände darauf hin, dass es keine gesetzliche Verpflichtung zur Beleuchtung von Radwegen gibt. Gesetzlich vorgeschrieben ist lediglich die Beleuchtung der Fahrräder selbst. Komfort- oder Nutzungsaspekte könnten aus Sicht des Naturschutzes keinen Eingriff in ein Schutzgebiet rechtfertigen. zg

    Beitrag aus der Rubrik

    » Kreis Bergstraße
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 2