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  • Do., 21. November 2019, 15:43 Uhr
    Theaterstück zum internationalen Gedenktag greift Problematik auf und zeigt Szenen psychischer und physischer Gewalt an Frauen

    „NEIN zu Gewalt gegen Frauen“

    Rund um den internationalen Gedenktag gegen Gewalt an Frauen am 25. November fanden und  finden verschiedene Aktionen statt. Am Mittwochabend stand Lore Seichter-Murath mit dem Solo-Theaterstück „Nach der Schattenwelt folgt bestenfalls Zorn“ auf der Aula-Bühne im Lessing-Gymnasium. Foto: Eva Wiegand


    LAMPERTHEIM - Am 25. November findet der alljährliche internationale Gedenk- und Aktionstag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ statt. Diesen nehmen die beiden Frauenbeauftragten, Gerasimoula Grigoraki für Bürstadt und Sonja Niederhöfer für Lampertheim, seit Jahren zum Anlass, rund um den Tag Veranstaltungen und Aktionen zu organisieren, die den gesamten November durchziehen und ein Zeichen setzen sollen. Denn Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist nach wie vor ein Tabu-Thema im privaten wie im öffentlichen Raum, in Deutschland und weltweit. In bereits achter Auflage fand in diesem Jahr wieder die Brötchentütenaktion statt, an der sich über 100 Bäckereien im Kreis Bergstraße beteiligten. Am Mittwochabend waren Interessierte zusätzlich in die Aula des Lessing-Gymnasiums eingeladen. Dort lagen im Vorraum Flyer aus, die über die verschiedenen Formen und Auswirkungen der gegen Frauen und Mädchen ausgeübten Gewalt informierten, für das Thema sensibilisierten und Handlungsmöglichkeiten sowie Hilfestellungen für Opfer aufzeigten. Außerdem waren die Besucher zu dem Solo-Theaterstück „Nach der Schattenwelt folgt bestenfalls der Zorn“ mit Lore Seichter-Murath eingeladen, in dem das Publikum von verschiedenen Frauen und deren Schicksalen erfuhr, die von psychischer und physischer Gewalt geprägt waren. Denn Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat viele Gesichter: von der Belästigung, über psychische und körperliche Verletzung und Misshandlung, sexuellen Missbrauch, Abhängigkeit vom Partner oder der Familie, Frauenhandel, Verschleppung und Vergewaltigung, Zwangsheirat und Zwangsprostitution bis zur Verletzung elementarer Menschenrechte wie der Verweigerung von Selbstbestimmung und Eigenständigkeit bis hin zur Tötung. Und auch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Jede vierte Frau in Deutschland wurde bereits Opfer von Gewalt, 147 Frauen wurden im Jahr 2018 Opfer eines Tötungsdelikts. Auch in Lampertheim zeigt sich ein trauriges Bild: In 2019 gab bis Ende Oktober bereits 19 Fälle häuslicher Gewalt, im gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizei waren es 45. „Im Winter nimmt die Tendenz zu, über die Dunkelziffer wollen wir gar nicht erst sprechen“, sagte Sonja Niederhöfer, die die Gäste mit ihrer Bürstädter Kollegin in der Aula begrüßte. Etwas enttäuschend sei, dass nicht mehr Leute gekommen seien, doch das Thema Gewalt an Frauen sei eben kein leichtes, schönes Thema. Seit 1981 arbeitet Terre des Femmes als gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für die Rechte von Frauen und Mädchen und zeigt jedes Jahr Flagge – mit der Fahnenaktion, die in Lampertheim bereits gehisst wurde und in Bürstadt am 25. November um 16.30 Uhr gehisst wird. Außerdem hat Terre des Femmes eine Petition gestartet: Unter dem Titel „Den Kopf frei haben“ sammelt die Menschenrechtsorganisation derzeit Unterschriften und fordert ein gesetzliches Verbot des sogenannten „Kinderkopftuchs“ im öffentlichen Raum, vor allem in Ausbildungsinstitutionen für alle minderjährigen Mädchen. Die Unterschriften werden im ersten Quartal 2020 an das Bundesjustizministerium übergeben. Eva Wiegand

     

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