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  • Do., 07. September 2023, 17:27 Uhr
    BILDUNG: Schule in den Weschnitzauen feierte Richtfest / Umzug zu Weihnachten 2024

    Neubau und Pädagogik in Harmonie

    Länger als die Erstellung des Rohbaus dauert der Innenausbau mit der gesamten Technik. In den Weihnachtsferien 2024 soll der Umzug erfolgen. Foto: Hannelore Nowacki


    BIBLIS – Raum für die Freude am Lernen entsteht gerade mit dem Ersatzneubau der Schule in den Weschnitzauen, auch für viele zukünftige Schülergenerationen, wie der kommissarische Schulleiter Timo Helweg-Thome in seinem Begrüßungswort zum Richtfest der neuen Schule am Dienstagmorgen betonte. Dankbar sei er, Teil dieser Veränderungen sein zu dürfen. Landrat Christian Engelhardt sprach mit Blick auf Vorfälle an der Schule in der jüngeren Vergangenheit mit der damaligen Schulleiterin einen Wunsch aus, der alle verbinde: Dass Timo Helweg-Thome mit seiner Erfahrung als Schulleiter im schwierigen Umfeld der Bonhoeffer-Schule in Rimbach mit ruhiger Hand die pädagogische Arbeit in Biblis leite. Die neue Schule stehe für einen Neuanfang, ein Fundament und eine Brücke in die Zukunft werde geschaffen, eine moderne Schule bedeute eine neue Pädagogik zu denken. Der dreigeschossige Rohbau der neuen Schule in den Weschnitzauen beeindruckt durch seine beachtliche Größe, die auch nötig ist. Denn die Grundschule verteilt sich bislang auf zwei Standorte und die Schülerzahlen wachsen: Die alte Schule im Ortskern liegt mit dem Hauptgebäude in der Viktoriastraße für die ersten und zweiten Klassen, das Nebengebäude steht an der Kirchstraße neben der St.-Bartholomäus-Kirche und die „neue Schule“ und in der Freiherr-vom-Stein-Straße für die dritten und vierten Klassen gilt mit ihren 60 Jahren als marode und abrissreif.

    Bestandsbau muss Platz machen

    Nach Bezug der ganz neuen Schule am Standort Freiherr-vom-Stein-Straße muss dieser Bestandsbau für den neu gestalteten Schulhof Platz machen. Am Mittwochvormittag wurde der Schulhof zur Feier des Richtfestes zum Festplatz. Landrat Christian Engelhardt hatte zur Feier eingeladen, ein kaltes Büffet sowie Sekt und Saft gespendet. Ein eigenes Naschwerk-Büffet bekamen die Kinder. Gemeinsam feierten die Schulgemeinde und Kita-Leitungen, Ehrengäste, Lokalpolitiker, Mitarbeiter des Eigenbetriebs Schule und Gebäudewirtschaft dieses Ereignis, während die Bauarbeiten im Innern hörbar mit Klopfen und Hämmern weitergingen. Schöne Rhythmen nach Noten präsentierte Maxim Munk am Schlagzeug zur Begrüßung und noch einmal zum Abschluss. Das neue Schuljahr hat für ihn im Gymnasium begonnen, doch für das Richtfest hatte er frei bekommen. Applaus vom Publikum erhielt er und der kommissarische Schulleiter Timo Helwig-Thome hatte ein kleines Präsent für ihn.

    Lieferprobleme führten zu Verzögerungen

    Eigentlich war das Richtfest schon zehn Monate früher geplant, doch Lieferprobleme in der Coronazeit und Wasserzulauf durch hohen Grundwasserstand hätten zu dieser Verzögerung geführt, erklärte der technische Leiter der Gebäudewirtschaft Johannes Kühn. Ein eigenes Schullied hat die zertifizierte „Musikalische Grundschule“, gesungen vom Chor der dritten und vierten Klassen, an der Gitarre begleitet von ihrer Musiklehrerin und Konrektorin Nora Snaschel. „Kran und Bagger rollen hier für die Klassen eins bis vier“, lautet die aktuelle neueste Strophe zur Shanty-Melodie. Ansonsten hieß es wie gewohnt „Bei uns geht es rund, unsere Welt ist kunterbunt“. Wie Nora Snaschel auf Nachfrage erklärte, hat das Lehrerkollegium das Lied selbst getextet und ergänzt die Strophen nach Bedarf. Die zweiten Klassen führten einen Tanz vor. Hoch oben am Kran hängend wehten bunte Bänder am Richtfestkranz, auch einen Richtspruch gab es. Da das gesamte Gebäude einschließlich Dach aus Beton gebaut ist, also kein Dachstuhl aus Holz vorhanden ist, übernahm Projektleiter Bernd Rössler Rede und Spruch, den traditionellen Glaswurf ersetzte er jedoch durch die Einladung zum Anstoßen beim gemeinsamen Umtrunk. Trotz Baulärm immer gute Laune und strahlende Gesichter, das sei ihm an der Schule angenehm aufgefallen. Erster Beigeordneter Herbert Ritzert überbrachte in Vertretung des Bürgermeisters die Grüße des Gemeindevorstandes. In die „nei Schul“ sei er damals im Jahr 1965 als Drittklässler gekommen, erinnerte er sich, und sei froh gewesen nicht in die alte Schule im Ortskern gehen zu müssen. Hannelore Nowacki

    Das Schullied stimmte auf das Richtfest ein. Foto: Hannelore Nowacki


    Infos zum Bau: Landrat Engelhardt teilte in seiner Rede mit, dass hier mit 15 Millionen Baukosten eine der größten Baumaßnahmen im Kreis laufe. Ein helles Gebäude werde entstehen, ein Ort zum Wohlfühlen, in der Mitte unter einer Glaskuppel ein Raum wie ein Amphitheater als Herz der Schule, wo sich alle Schüler treffen und Veranstaltungen stattfinden können. Beim Rundgang mit Landrat Engelhardt durch das Erdgeschoss und den ersten Stock erläuterte Projektleiter Rössler den Baufortschritt. Mit dem Innenausbau werde in den kommenden Wochen begonnen, zuerst werden Fenster geliefert und eingebaut, noch vor der Heizperiode soll die Gebäudehülle dicht sein, geheizt werde mit Geothermie. Dafür werde 150 Meter tief gebohrt. Trockenbauwände für die Einteilung der Klassenzimmer ließen flexible Lösungen für die Zukunft zu. Der dreigeschossige Massivbau wird mit Gründach und Holzfassade nachhaltig gebaut. In den Weihnachtsferien 2024 ist der Umzug in die neue Schule geplant. Die benachbarte, energetisch nicht mehr zeitgemäße und marode Riedhalle gehöre als Mehrzweckhalle der Gemeinde Biblis, werde aber auch als Turnhalle genutzt. Eine Entscheidung der Gemeinde Biblis stehe noch aus. Der Kreis sei bereit sich an einer neuen Mehrzweckhalle zu beteiligen, denkbar sei auch eine Halle des Kreises mit Beteiligung der Kommune.

    Hannelore Nowacki

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