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  • Fr., 17. April 2026, 08:45 Uhr
    FREIWILLIGE FEUERWEHR: 1,2 Millionen Euro für die Sicherheit der Bürger in Lampertheim und Umgebung investiert

    Neue Drehleiter reicht 30 Meter hoch

    Hochgenuss im Korb der neuen Drehleiter bei den Testfahrten für die Gäste.
    Foto: Steffen Heumann

    LAMPERTHEIM – Am Dienstag wurde bei der Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim Mitte die offizielle Übergabe der neuen Drehleiter mit zahlreichen Gästen in der Fahrzeughalle gefeiert. Abordnungen der Feuerwehren aus Hüttenfeld und Hofheim sowie der Stadtbrandinspektor aus Viernheim waren gekommen, Mitglieder der „Blaulichtfamilie“ von  Polizei, DKR, THW und DLRG und weitere Ehrengäste nahmen an der Feier teil. Für die Abordnung der Partnerfeuerwehr aus Lampertheim im Elsass wurden die Mitteilungen auf dem Bildschirm zusätzlich auf Französisch dargestellt. Das Glanzstück im Fuhrpark war eindrucksvoll auf dem Vorplatz in Position gebracht – eine Symphonie in Rot zusammen mit der bisher genutzten Ersatzdrehleiter. Es gibt eine längere Vorgeschichte, die mit einem Unfall während eines Einsatzes im Oktober 2024 begann. Florian Müller, Fachbereichsleiter Verkehr, Sicherheit und Ordnung, gab im Gespräch zu bedenken, dass die rund 300 Einsatzfahrten im Jahr mit einem höheren Risiko verbunden seien. Für die betroffene Drehleiter Baujahr 1998 waren keine Ersatzteile mehr erhältlich, eine Ersatzdrehleiter musste beschafft werden: Das Modell DLK, eine Drehleiter mit Korb. Die neue Gelenk-Drehleiter mit der Typbezeichnung der M32L-AT entspricht mit einer Vielzahl neuer Funktion dem neuesten Stand der Technik, mit dem Vorteil, dass der knickbare Gelenkarm mit dem Korb auch in sonst eher unzugängliche Bereiche kommt und die seitliche Ausladung eine weitere Entfernung überbrücken kann. Auf 30 Meter kann die neue Drehleiter ausfahren, womit im Brandfall die Etagen der Lampertheimer Hochhäuser zu erreichen wären. Hauptsächlich werden diese „Hubrettungsfahrzeuge“ zur Menschenrettung eingesetzt, dienen aber auch der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung. Mit 16 Tonnen Fahrzeuggewicht und 1,2 Millionen Euro in der Anschaffung handelt es sich um eine gewichtige Investition, die bereits 2023 in der Stadtverordnetenversammlung politisch beschlossen wurde. Das Land Hessen beteiligt sich mit 248.000 Euro Fördermitteln. Bürgermeister Alexander Scholl wies in seiner Rede darauf hin, dass von städtischer Seite mehrere Jahre Vorbereitung auf diesen Tag nötig waren und auch „unglaublich viel ehrenamtliches Engagement“ der Feuerwehr in diesem Projekt stecke. Die Stadt Lampertheim mache mit diesem Projekt und weiteren angelaufenen Projekten deutlich, das sie bereit ist in die Feuerwehr zu investieren als klares Zeichen für die Sicherheit der Bürger und als Signal an die Einsatzkräfte, dass sie entsprechend ausgestattet sind auch in schwieriger finanzieller Situation. 

    Schlüsselübergabe zwischen alter und neuer Drehleiter.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Drehleiter braucht intensive Schulung

    Für den Ersten Stadtrat und Feuerwehrdezernenten Marius Schmidt war es ein denkwürdiger Tag, nämlich zugleich der Abschied von der Feuerwehr mit Ablauf seiner Amtszeit. „Lampertheim ist eine sichere Stadt, in der man sich wohlfühlen kann“ versicherte er. Die Errungenschaften ließ er Revue passieren wie den im Februar von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Feuerwehrbedarfs- und Entwicklungsplan, die Anschaffung der Notstromaggregate für alle Feuerwehren der Stadt und die Schaffung zweier hauptamtlicher Gerätewartstellen. Wehrführer Thorsten Gutschalk versorgte die Zuhörer mit Zahlen, Daten und Fakten und der Beschreibung, wie die Arbeitsgruppe bei der Definition der Anforderungen an die neue Drehleiter vorgegangen war. Laut Statistik, die seit 2009 geführt wird, hatte die damalige Drehleiter bei rund 1.600 Einsätzen an der Rettung von 797 verletzten Menschen mitgewirkt. Erst nach einer intensiven Schulung mit Lehrgang an der Hessischen Landesfeuerwehrschule zum Thema „Maschinist für Hubrettungsfahrzeuge“ und einer Einweisung auf dem örtlichen Fahrzeug werde die Drehleiter im Herbst einsatzbereit sein. Am 25. März 2026 wurde sie Empfang genommen. Das Fahrgestell ist von Mercedes, der Aufbau von Magirus. Stadtbrandinspektor Sven Gleißner dankte allen Beteiligten und besonders Marius Schmidt für seine Unterstützung als Feuerwehrdezernent. Die symbolische Schlüsselübergabe war effektvoll inszeniert – Bürgermeister Alexander Scholl mit Begleitung klemmte sich in den Korb der Ersatzdrehleiter, Wehrführer Thorsten Gutschalk mit Begleitung stand bequem im Korb der neuen Drehleiter, der Einstieg in das ältere Modell mit Bücken, der neue Korb ist mit breiter Tür ausgestattet. Beide Körbe fuhren zur Übergabe des überdimensionierten Schlüssels in die Höhe.  

    Hannelore Nowacki

     

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