Architekt stellt Pläne für den Neubau der Schule in den Weschnitzauen vor / Landrat Christian Engelhardt besucht DRK-Rettungswache
Neues Gebäude, neues Konzept
Architekt Marek Lindemann erläutert den Vorentwurf für den Neubau der Schule in den Weschnitzauen. Foto: Petra Gahabka
BIBLIS – Nach langen Diskussionen um die zwei Schulstandorte ist die Entscheidung gefallen. Bei der Einschulungsfeier im August hatte Landrat Christian Engelhardt den Neubau der Schule in den Weschnitzauen mitgeteilt. Jetzt wurden bei einem Treffen im Rathaus erste Pläne vorgestellt. „2014 hatte Biblis 8.400 Einwohner, fünf Jahre später über 9.000. Wir stützen uns nicht auf Prognosen, das sind die realen Zahlen“, sagte Bürgermeister Felix Kusicka. Angesichts der in die Jahre gekommenen Schulgebäude und steigender Schülerzahlen – die Schule in den Weschnitzauen hat aktuell neun Klassen mit 201 Kindern - sei der Neubau ein richtungsweisendes Signal für die Gemeinde. Die wirtschaftlichste und sinnvollste Lösung sei die Zusammenlegung aller schulischen Aktivitäten an einen Standort, merkte Christian Engelhardt an. Daher plane der Kreis Bergstraße das Schulgebäude in der Freiherr-vom-Stein-Straße durch einen Neubau zu ersetzen. Kostenpunkt: 14 bis 15 Millionen Euro. „Wir planen Schule mit Blick auf die Pädagogik“, das gehöre zum neuen Konzept für die Schulen im Kreis, so der Landrat. Die Schulgemeinschaft werde ermuntert „ihre Schule weiterzudenken und die räumlichen Funktionen“, es solle moderne Pädagogik stattfinden. Die Planung des Neubaus obliegt Dipl. Ing. Architekt Marek Lindemann von „Lindemann Architekten“ in Mannheim. Sein am Donnerstag präsentierter Vorentwurf zeigte ein dreigeschossiges Gebäude auf dem Pausenhof der Schule in den Weschnitzauen, nach dessen Fertigstellung der Abriss des alten Baus erfolgt. Das lichtdurchflutete Atrium als Kommunikationszone stellt das Herz des Schulhauses dar, die breite Zentraltreppe mit Sitzgelegenheiten kann ebenso zum Verweilen wie für Morgenrituale oder das Monatssingen genutzt werden. Das Erdgeschoss beherbergt darüber hinaus den Ganztagesbereich sowie die Küche mit Mensa, die bei Großveranstaltungen mit genutzt werden kann. Die vier Jahrgangsstufen sind im ersten und zweiten Stock untergebracht, Computerraum, Mehrzweckraum und Arbeitsbereiche für Lehrer inklusive. Für jede Jahrgangsstufe gibt es einen eigenen WC-Bereich mit barrierefreier Toilette. „Wir setzen auf nachhaltige Energien“, ließ Johannes Kühn, Abteilungsleiter Eigenbetrieb Schule und Gebäudewirtschaft wissen. Aktuell werde untersucht, ob das Gebäude mit Erdwärme versorgt werden kann. Auch Photovoltaik und Biodiversität sollen eine Rolle spielen. Ob es auf dem Gelände eine neue Schulsporthalle braucht oder eine Sanierung der benachbarten Riedhalle nicht sinnvoller ist, darüber wird noch zu reden sein. Rektorin Nicole Skubella zeigte sich mit der Planung vollends zufrieden: „Wir sind absolut glücklich, wir haben das bekommen, was wir uns gewünscht haben.“ Der Spatenstich könnte laut Eik Burger, Sachgebietsleitung Hochbau, 2021 erfolgen, die Bauzeit schätzt er auf 18 Monate. Im Anschluss besuchte Christian Engelhardt noch den DRK-Ortsverband Biblis in der Wattenheimer Straße, um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Am Wochenende hatte es in der Rettungswache zwei Mal gebrannt, Einsatzfahrzeuge und Fahrzeughalle wurden massiv beschädigt. Die Kripo habe Spuren gesichert, das Ermittlungsverfahren laufe, erzählt Christian Keilmann, Geschäftsführer DRK-Rettungsdienst Bergstraße. „Mir fehlen die Worte“, entfuhr es dem Landrat beim Anblick des entstandenen Schadens, ein Neubau sei wahrscheinlich - auch mit Blick auf das Alter des Gebäudes. Der Rettungswagen muss wegen des Pulverlöschers einer Spezialreinigung unterzogen werden, wenn alles reibungslos verläuft ist er in vier bis fünf Wochen wieder einsatzfähig. Das Ersatzfahrzeug war zunächst bei der Feuerwehr untergebracht, nun hat die Werksfeuerwehr des RWE einen Stellplatz zur Verfügung gestellt, darüber hinaus können die Rettungssanitäter auch die dortigen Ruheräume nutzen. Petra Gahabka