BÜRGERSTIFTUNG LAMPERTHEIM: Reihe der Schilderaktion „Historisches Lampertheim“ in Neuschloss fortgesetzt
Neues Infoschild am Sodabuckel
Die Altlastensanierung in Neuschloss hat den Stadtteil und die Kernstadt viele Jahrzehnte beschäftigt. Nun informiert ein neues Schild der Bürgerstiftung über den Sodabuckel. Von links: Elzbieta Liermann, Dieter Goll, Erich Maier, Marius Schmidt, Carola Bihal und Jens Klingler. Foto: Eva Wiegand
NEUSCHLOSS – Die Schilderaktion der Bürgerstiftung Lampertheim geht in Neuschloss weiter: Nachdem bereits insgesamt acht Schilder in Lampertheim und Hofheim an besonderen Standorten angebracht wurden und dort über bestimmte historische Bauwerke und Plätze informieren, übergab der Vorstand der Bürgerstiftung ein weiteres Schild am Sodabuckel in Neuschloss. Die Altlastensanierung ist ein Thema, dass den Stadtteil und die Kernstadt viele Jahrzehnte beschäftigt hat. „Die Altlastensanierung war ein herausragendes Thema in Neuschloss, deshalb war es wichtig und notwendig den Hintergrund zu beleuchten und Bilder zu zeigen, wie es früher war“, meinte das Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, Bürgermeister a.D. Erich Maier, begleitet von seinen Vorstandskollegen Elzbieta Liermann und Dieter Goll. Hierfür habe der Stadtarchivar Hubert Simon das Archiv durchforstet und entsprechende Bilder, die nun auf dem Schild zu sehen sind, herausgesucht. Auf dem Schild erfahren die Spaziergänger, dass der Hügel von Menschen geschaffen und im Inneren voller Schadstoffe ist. Er ist eine der wenigen sichtbaren Erinnerungen an eine große Chemische Fabrik auf dem Gelände des heutigen Ortskern von Neuschloss. Von 1829-1927 wurden dort unter anderem Farben für Industrie hergestellt, später auch Kunstdünger. Die Abfälle legte die Fabrik beiseite in den Wald, an die Stelle, an der heute der Sodabuckel, wie ihn der Volksmund nennt, steht. Große Kiefern und Buchen wuchsen darüber - Gras auch. 1987 errichtete die Stadt Lampertheim schließlich auf dem Hügel einen Abenteuerspielplatz, doch bald stellte sich heraus, dass bereits der Sand an der Oberfläche die Gesundheit gefährdet. Er enthielt massiv Schwermetalle und Dioxine. Projektbeirat und Altlastenverein kämpftenjahrzehntelang für die Sanierung des Sodabuckels, bis die Stadt damit schließlich im Frühjahr 2014 beginnt - die Arbeiten dauern knapp zwei Jahre. Das Gelände wurde gerodet, modelliert und erhielt eine Sickerwassersperrschicht. Sie verhindert, dass Regen tiefer liegende Schadstoffe ins Grundwasser schwemmt. Über das Schild freut sich die Vorsitzende der Bürgerkammer Carola Bihal besonders. Sie hat sich mit vielen Mitstreitern viele Jahre für die Sanierung eingesetzt und hofft, irgendwann wieder Wald auf dem Hügel zu haben. Für den ersten Stadtrat Marius Schmidt ist der Sodabuckel nicht nur ein historisches Zeugnis des Fortschritts, sondern er erinnere auch an den langen Kampf, der sich gelohnt habe. Eva Wiegand