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  • Mo., 20. Januar 2020, 14:26 Uhr
    Bürgermeister Bersch blickt auf ein gutes Jahr für Groß-Rohrheim zurück

    Neujahrsempfang im Wahlkampf

    Bürgermeister Rainer Bersch schätzt den Zusammenhalt in Groß-Rohrheim und sieht die Gemeinde auf einem guten Weg. Foto: Hannelore Nowacki


    GROSS-ROHRHEIM –

    ut besucht war der Neujahrsempfang der Gemeinde Groß-Rohrheim in der Rathausscheune am Sonntag. Sportler und Lokalpolitiker waren vertreten sowie Ehrengäste wie der frühere Bürgermeister Heinz Roos. Gefeiert wurde mit Sekt und weiteren Getränken, ausgeschenkt von Helfern der Freiwilligen Feuerwehr, denen Bürgermeister Rainer Bersch für ihren Einsatz dankte. Mit Spannung waren die Reden erwartet worden, nachdem sich vor einem Jahr Kritik an der Neujahrsansprache des Bürgermeisters nachfolgend entzündet hatte. Horst Menger (SPD), stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung, eröffnete den Neujahrsempfang mit Blick auf die 1920er Jahre und stellte offensichtlich zufrieden fest: „Charleston war gestern“. Was bleibt von 2019? Menger beantwortete seine Frage weltumfassend. Der Frieden sei unsicher geworden, nicht zuletzt dank einzelner Akteure, darunter der Twitter-Profi, Erdogan und der Brexit-Mann Johnson. In Deutschland sieht Menger Wasserstoff als Energieträger Nr. 1, die E-Mobilität hingegen wegen der erforderlichen Stromerzeugung als Sackgasse. Der Klimawandel sei im vollen Gange, doch „Deutschland kann die Welt nicht allein retten“. In Bezug auf Groß-Rohrheim hatte Menger Kritik an Bürgermeister Bersch, dem er vorwarf, in seiner Neujahrsansprache vor einem Jahr die Gemeindevertreter an den Pranger gestellt zu haben. Nicht die Gemeindevertretung, sondern der Gemeindevorstand habe damals selbst die Streichung der Mittel für die Partnerschaft mit Mouzon bewirkt, die nur noch privat hätte finanziert werden sollen. Auch hätten die Gemeindevertreter keine Angst vor den Bürgern, für diese Äußerung hätte sich Bersch entschuldigen sollen. Die Ablehnung des Haushaltsplans 2020 begründete Menger, dass die Ausgaben für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses nicht klar seien. Auch dass die Gemeinde die Ausgabe von Windelsäcken wegen der vorläufigen Haushaltsführung gestoppt habe, kritisierte Menger. Die SPD unterstützt im Bürgermeisterwahlkampf den Gegenkandidaten Sascha Holdefehr. 

    Neujahrsansprache von Bürgermeister Bersch

    Bürgermeister Bersch konterte die harsche Kritik mit nur einem ruhig gesprochenen Satz: „Dank, Herr Menger, für die warmen Worte“. In seiner Neujahrsansprache beschrieb Bersch ein für Groß-Rohrheim erfolgreiches Jahr 2019 und ging optimistisch auf die zukünftige Entwicklung in Groß-Rohrheim ein, die er in siebzehn Themenbereiche fasste. Den Mitarbeitern in Verwaltung und Bauhof sowie der Freiwilligen Feuerwehr dankte er für ihren engagierten Einsatz, auch in der Vorbereitung des Neujahrsempfangs. Für ein schnelles, flächendeckendes Internet gebe es mit EWR seit 2019 eine Zusammenarbeit. Um als Zuzugsgemeinde für junge Familien attraktiv zu bleiben, sei die Kinderbetreuung wegen der gestiegenen Geburtenzahlen um eine Krippengruppe erweitert. Im kommunalen Kindergarten werde es weitere Funktionsräume geben. Ein neuer Jugendrat wurde für zwei Jahre gewählt. Für den erfolgreichen Maimarkt werde ein Bürgergremium neue Ideen beisteuern. Auf der Agenda 2020 stehe die Neugestaltung des Bauernmarktes in der Lindenallee. Die Nachfrage nach Baugrundstücken für Familien halte an. Mehr bezahlbarer Wohnraum für junge Leute soll geschaffen werden. Groß-Rohrheim habe sich dem Netzwerk zur Gesundheitsversorgung im Kreis Bergstraße NORIE angeschlossen, wenngleich es keinen Ärztemangel gebe. Ein Erfolg - in der ehemaligen Sparkassenfiliale konnte sich ein Zahnarzt ansiedeln. Für die „notwendige“ Gemeindeschwester will sich Bersch stark machen. Große Sorgen bereite der Wald, der nach Neupflanzungen zukünftig eher Erholungswald als Wirtschaftsfaktor werde. Weiter nannte Bersch den Zusammenschluss mit dem Zweckverband Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße (KMB) für das Abwasser zum 1. Januar, der zur Gebührenstabilität und Einhaltung gesetzlicher Vorgaben beitrage. Außerdem entfallen zukünftig die  Straßenbeiträge für Anwohner bei grundhafter Erneuerung, eine Entscheidung, die in der Gemeindevertretung auf Antrag der CDU fiel. Bersch sieht in Groß-Rohrheim viel Zusammenhalt, zwischen den kirchlichen Gemeinden, bei den Vereinen, beim ehrenamtlichen Engagement und „es wird entwickelt und gebaut – es gibt keinen Stillstand“.  Einen „Ausnahmezustand“ nannte Bersch die Lage durch die „vorläufige Haushaltsführung“, nur rechtlichen Zahlungsverpflichtungen könne die Gemeinde nachkommen. Jedoch sei er zuversichtlich, das normale Geschäft nach der nächsten Gemeindevertretersitzung wieder aufnehmen zu können. Am 15. März ist Bürgermeisterwahl. „Gehen Sie zur Wahl“, rief Bürgermeister Bersch die Bürger auf. Im Meinungsstreit wünscht sich Bersch den Austausch von Argumenten und Lösungen. Sein Appell: „Bei aller Leidenschaft für die Politik – weniger Emotionalität, mehr Sachlichkeit an den Tag legen“. Abschließend meinte Bersch: „Ich baue auf die gute und positive Grundstimmung in Groß-Rohrheim“.   Hannelore Nowacki

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