GESUNDHEITSVORSORGE: Kreiskrankenhaus Bergstraße baut akut-medizinische Versorgung vor Ort weiter aus / Neben Schlaganfällen akute Behandlung sämtlicher neurologischer Erkrankungen in Heppenheim fortan möglich
Neurologie wird eigenständige Fachabteilung
Im Gespräch erklärt der Chefarzt der neuen Fachabteilung Neurologie am Kreiskrankenhaus Berg- straße, Professor Timolaos Rizos (rechts), der Ersten Kreisbeigeordneten und Gesundheitsdezernentin des Kreises Bergstraße, Diana Stolz, die Behandlung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Mit im Gespräch ist Professor Dr. Wolfgang Wick. Foto: Kreiskrankenhaus Bergstraße / Thomas J. Zelinger
KREIS BERGSTRASSE – Was sich am Kreiskrankenhaus Bergstraße derzeit vollzieht, kann als Beginn eines neuen Zeitabschnittes in dem regionalen Gesundheitszentrum und damit in der wohnortnahen Gesundheitsversorgung verstanden werden: Mit der Etablierung einer eigenen neurologischen Fachabteilung wird am Heppenheimer Haus die umfassende fachliche Expertise für die Behandlung sämtlicher neurologischer Erkrankungen erstmals gebündelt. Zugleich schließt das zum Universitätklinikum Heidelberg (UKHD) gehörende Kreiskrankenhaus damit die Versorgungslücke im Dreieck Darmstadt, Heidelberg/Mannheim, Worms.
Die neue Abteilung baut auf einer langen Geschichte neurologischer Medizin an der Kreisklinik auf, zu der auch die in 2009 eröffnete Stroke Unit zählt. Sie ist als spezielle Einheit zur Behandlung von Menschen mit Schlaganfallsymptomen das medizinische Herzstück der Abteilung und von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert. Auch hier wird die Versorgung in der neuen Organisationsform zusätzlich gestärkt. „Mit der Überführung der Neurologie in eine eigenständige Fachabteilung bauen wir das Kreiskrankenhaus und den Medizinstandort aus, es beginnt ein weiteres Stück Zukunft, von dem die Patienten der gesamten Region aufgrund der hohen Wirksamkeit und schnellen Erreichbarkeit profitiert“, bilanziert die Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses, Lina Bartruff. Vorausgegangen sind intensive fachliche Überlegungen und ein längeres Genehmigungsverfahren. Schon im Vorfeld konnte der Bereich im Zuge der derzeit laufenden Generalsanierung des Hauses neue und mit mord- ernster Medizintechnologie ausgestattete Räume beziehen. „Personell und technisch sind wir in der neurologischen Diagnostik und Therapie bestens aufgestellt für die Anforderungen von Gegenwart und Zukunft. Wir arbeiten am Standort und in Kooperation mit unseren Netzwerkpartnern auf höchstem medizinischem Niveau“, erklärt der Leitende Ärztliche Direktor des Kreiskrankenhauses, Dr. Andreas Ofenloch. Ausgerichtet ist die akute Patientenversorgung der Abteilung an internationalen Standards, eingebettet in ein interdisziplinäres Arbeiten.
Bislang war die Neurologie am Kreiskrankenhaus Teil der Fachabteilung Innere Medizin II in deren Zentrum die Kardiologie angesiedelt ist. Die Leitung der Inneren Medizin II hat Chefarzt PD Dr. Wolfgang Auch-Schwelk, der über die zurückliegenden Jahre den Ausbau der Neurologie vor Ort forcierte und die Spezialisierung einzelner Bereiche förderte. „Unser Dank gilt nicht zuletzt ihm für die schon sehr früh bewiesene Weitsicht“, so Dr. Ofenloch und fügt an: „Die Neurologie nun in eine eigene Fachabteilung zu überführen, ist aufgrund der Entwicklung der vergangenen Jahre die richtige Entscheidung. So können wir nicht nur Schlaganfälle, sondern weitere neurologische Erkrankungen wie Epilepsie oder Hirntumore akut im Kreis Bergstraße versorgen.“ Der Bereich hat innerhalb der Fachabteilungen deutlich an Gewicht gewonnen. Dafür steht die Zahl von rund 1.500 neurologischen Fällen, die inzwischen jährlich am Kreiskrankenhaus behandelt werden.
Die neue Fachabteilung ist wie schon zuvor eng mit der Neurologie des UKHD verzahnt. An der Spitze der dortigen Neurologischen Klinik steht als Ärztlicher Direktor mit Professor Dr. Wolfgang Wick ein international anerkannter Experte, der sich auch für den Heppenheimer Fachbereich federführend ver- antwortlich zeigt. Vor Ort ist Professor Dr. Timolaos Rizos sein ständiger Stellvertreter und Chefarzt der Abteilung. Er kommt ebenfalls vom UKHD, ist seit mehreren Jahren an der Kreisklinik in führender Position tätig und mitverantwortlich für die Weichenstellung zum Aufbau der Fachabteilung. zg