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  • Mo., 12. März 2018, 08:55 Uhr
    Premiere des Mundart-Theaterstücks „Ach Gott, de Käs' is fodt, woan des de Parrer wisst!“ der „Nordemer Kuckucks“ / Eintrittskarten für den 17. März erhältlich

    „Nordemer Kuckucks“ stapazierten erneut die Lachmuskeln mit Mundarttheater

    Die „Nordemer Kuckucks" sorgten mit ihrem neuen Mundart-Theaterstück über den verlorenen Stinkerkäs' für einen äußerst amüsanten, unterhaltsamen Abend. Foto: Sigrid Samson
    NORDHEIM – Sehr lustig ging es zu in der Nordheimer Kultur- und Sporthalle mit den „Nordemer Kuckucks“ bei der Premiere ihres diesjährigen Theaterstücks „Die unglaubliche Geschichte des gestohlenen Stinkerkäs'“. Pünktlich um 19 Uhr öffnete sich der Vorhang und die rund 140 Besucher konnten einen vergnüglichen Abend mit viel Humor genießen. Die Geschichte der „Nordemer Kuckucks“ als Theatergruppe reicht zehn Jahre zurück, nachdem sie einige Zeit unter dem Vereinsdach des Volkschors beheimatet waren, haben die Kuckucks im Jahr 2015 einen eigenständigen Theaterverein gegründet, der auch eine eigene Facebookseite (facebook.com/nordemerkuckucks) mit weiteren Informationen und Möglichkeit zur Kartenreservierung hat. Bisher konnten in den vergangenen fünf Jahren bereits insgesamt sechs verschiedene Theaterstücke aufgeführt werden.
    Die acht Laiendarsteller hatten in den vergangenen Monaten eifrig geprobt. Mindestens einmal in der Woche standen sie dafür auf der Bühne – seit dem Sommer haben sie sich mit ihrem neuen Stück beschäftigt. Als Souffleuse stand ihnen Uschi Frödtert zur Seite. Bühnenmitwirkende waren Gabi Haas, Simone Gall, Tanja Karb, Emma Dornick, Stefan Uihlein, Willi Krück, Klaus Engelhardt und Marius Reuter. Das Originalstück von Bernd Gombold heißt „Die unblaubliche Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs'“, nach der Umarbeitung auf original Nordheimer Verhältnisse und das Ortsgeschehen trägt es nun den Titel „Ach Gott, de Käs' is fodt, woan des de Parrer wisst!“. Die Frage nach dem Wer, Wie, Was, Wieso, Weshalb und Warum wurden im Laufe des Stücks auf vergnügliche Weise geklärt. Der Autor Bernd Gumbold ist bekannt für seinen Spannungsbogen, weshalb Stücke von ihm auch schon in Lampertheim aufgeführt wurden. Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist der gestohlene Stinkerkäs'. Das riecht förmlich nach pikanten Verwicklungen; aber die Kuckucks setzen auf den Überraschungseffekt. Das betonte auch Marius Reuter, der im letzten Jahr als Neuling zum ersten Mal auf der Bühne stand. Vor einem Jahr hatte Vereinsvorsitzender Stefan Uihlein den Text schnell eingebaut, im aktuellen Stück hat das neue Talent die tragende Rolle als Nils, Sohn des Schreinermeisters Schorsch.
    Zu Beginn ertönt kurz das Lied „Handkäs' mit Musik“ nach der Melodie des Songs „La Bamba“ und stimmt die Gäste fröhlich ein. Das Stück begleitet den Schreinermeister Schorsch Wetzel am Morgen nach der Jahreshauptversammlung, bei der „ein bisschen viel“ getrunken wurde und nach und nach verschiedene Gegenstände auftauchen, darunter eine Leiter und ein Fensterladen, die einige Fragen aufwerfen. Auch der Geldbeutel von Schorsch und der Schnupftabak des Dorfpolizisten waren auf wundersame Art und Weise spurlos verschwunden. Was genau ist in der letzten Nacht passiert? Außerdem ist der Stinkerkäs' der Pfarrhaushälterin Maritta Schlotterbeck (alias Tanja Karb) geklaut worden – zur Lösung wird der Polizeiwachtmeister Karl-Heinz „Kalle“ Klingler beauftragt.
    Als Schauplatz des Theaterstücks dient die Schreinerei Wetzel, wo der Hauptdarsteller, Schreinermeister Schorsch, Georg Josef Wetzel, dargestellt von Stefan Uihlein, zu Beginn schlafend und schnarchend im Sägemehlkasten liegt und dem Aufwachen dort nach seinem verlorenen Gebiss sucht. Die durchzechte Nacht war der Grund der Misere. Gabi Haas tritt hinzu als seine Ehefrau Bärbel, die ebenfalls nicht verstehen kann, warum eine Sprosse in der Leiter fehlt. Auch Sohn Nils war am Vorabend mit dabei gewesen, als sie sich nach der Jahreshauptversammlung betrunken hatten – allerdings fehlt auch ihm jegliche Erinnerung an die Geschehnisse des Vorabends. Dass der Vater Rock'n Roll auf dem Tisch getanzt hatte, daran kann sich Nils dunkel erinnern. Den Fensterladen vom Haus des Dirigenten hatte er morgens unter seinem Kopfkissen gefunden. Emma Dornick ist als Eva von Stein,Tochter des Dirigenten, und Verlobte von Nils, empört darüber, dass Nils womöglich in das Zimmer seiner Schwester Tina eingedrungen war, wo der Rolladen fehlte, und dass er sie mit ihr betrogen hätte. Der Dorfpolizist Karl-Heinz „Kalle“ Klingler (Willi Krück), gleichzeitig bester Freund von Schorsch, war ebenfalls bei dem Besäufnis mit von der Partie gewesen – seine herrschsüchtige Frau Klara (Simone Gall) liest auch ihm die Leviten. Tizian von Stein (alias Klaus Engelhardt) sucht verzweifelt den Übeltäter, der für den fehlenden Rollladen im Zimmer seiner Tochter Tina verantwortlich ist und will den „Sittenstrolch“ finden, der sie womöglich unsittlich belästigt hatte. Das Stück stellt außerdem die Frage, wer sprichwörtlich die „Hosen“ in der Beziehung an hat.
    Zahlreiche lustige Verwirrungen, gepaart mit amüsanten Mundart-Einlagen in Nordheimer Dialekt sorgten für einen rundum gelungenen heiteren Abend. Großer Applaus war den Darstellern gewiss.
    Ob der Fall gelöst werden kann und was in der Nacht sonst noch alles passiert ist, kann am Samstag, den 17. März, bei der zweiten Aufführung der „Nordemer Kuckucks“ mitverfolgt werden. Für die Vorstellung für Samstag, den 17. März, sind noch Karten an der Abendkasse erhältlich – Beginn ist um 19 Uhr. Sigrid Samson


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