
LAMPERTHEIM – Unter dem Motto „April, April, der macht, was er will“ öffneten die „Lômbadda Babbler“ erneut die Türen zum Luthersaal der Martin-Luther-Kirche. Und wie es das Motto bereits versprach, wurde dieser Abend zu einem Spiegelbild des unberechenbaren Aprils – mal heiter und unbeschwert, dann wieder tiefgründig und nachdenklich. Die Gäste erlebten eine wundervolle Mischung aus Humor und Herzenswärme, aus Geschichten, die zum Lachen brachten, und solchen, die zum Innehalten anregten. Einmal mehr wurde deutlich, wie lebendig und ausdrucksstark die Mundart ist und welch besondere Kraft sie besitzt, Menschen miteinander zu verbinden.
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Für einen echten Gänsehautmoment sorgte „Owwerbabbler“ Kalle Horstfeld, als er mit sichtlichem Stolz die Teilnahmeurkunde des Hessischen Mundartpreises präsentierte. Eine Würdigung, die die harte Arbeit, das Engagement und die Leidenschaft der Lômbadda Babbler bestätigt. Diese besondere Auszeichnung erhielt er kürzlich in Rüdesheim aus den Händen von Landesheimatminister Ingmar Jung – ein Zeichen dafür, dass die Mundart auch in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle spielt. Mit Begeisterung berichtete Horstfeld von diesem denkwürdigen Moment und davon, wie sich das Gespräch mit dem Minister nicht nur über den Dialekt, sondern auch in Dialekt entwickelte. Diese Begegnung unterstrich eindrucksvoll, dass Mundart weit mehr ist als nur ein Sprachgebrauch – sie ist gelebte Kultur, Heimatgefühl und Identität. Die Gäste quittierten diese besondere Ehrung mit viel Applaus, voller Freude darüber, dass ihre Lômbadda Babbler eine solche Anerkennung erfahren haben. Getragen von dieser feierlichen Stimmung entfaltete sich das Programm des Abends zu einem bunten Strauß an Geschichten, Gedichten und Anekdoten. Die Themen waren so vielfältig wie der Frühling selbst: das launische Wetter, die freudige Erwartung des Osterfestes, das Erwachen der Natur und die ersten warmen Sonnenstrahlen, die nicht nur Blumen, sondern auch die Lebensgeister wieder aufblühen lassen. Auch die Tierwelt, das Lebensgefühl dieser besonderen Jahreszeit und die Weisheiten des Alltags fanden ihren Platz in den Beiträgen.
Besonders herzerwärmend war ein Beitrag über das traditionelle Ostereierfärben, der bei vielen Gästen nostalgische Erinnerungen weckte und zugleich verdeutlichte, wie tief solche Bräuche in den Familien verankert sind. Mit viel Witz wurde auch die alljährliche Frühjahrsmüdigkeit beleuchtet – eine herrlich treffende Erzählung darüber, dass man sich in dieser Jahreszeit entweder voller Tatendrang ins Leben stürzt oder einfach noch ein wenig länger im Bett bleibt. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war eine humorvolle, aber tiefgründige Geschichte, die sich mit der Frage beschäftigte, ob es im Alter wohl besser sei, in ein Seniorenheim zu ziehen oder doch lieber eine Kreuzfahrt zu machen. Während das Publikum herzlich lachte, blieb doch ein nachdenklicher Unterton – eine Geschichte, die gleichermaßen amüsierte und bewegte. Besonders emotional wurde es, als die Erinnerungen an Lampertheim in der Kriegszeit lebendig wurden. Eindringlich wurde geschildert, wie die Stadt und ihre Bewohner schwierige Zeiten durchlebten, aber niemals ihren Mut und ihren Zusammenhalt verloren. Ein Moment des Innehaltens, der zeigte, wie wertvoll solche Erinnerungen für die Gemeinschaft sind.
Mit viel Charme, Witz und Einfühlungsvermögen trugen die Mitwirkenden der „Lômbadda Babbler“-Familie ihre Geschichten vor. Dabei spürte man in jedem Wort ihre tiefe Verbundenheit zur Region, zur Mundart und zu den Menschen, die diese Kultur mittragen. Besonders bewegend war der Beitrag von Kurt Seilheimer, der vor 50 Jahren nach Bensheim gezogen war, doch dessen Liebe zu seiner Geburtsstadt Lampertheim in jedem Satz spürbar wurde. Eine Liebeserklärung an die Heimat, die das Publikum sichtlich berührte. Die „Babbler“-Familie zeigte an diesem Abend einmal mehr, dass ihre Erzählungen mehr sind als bloße Unterhaltung – sie sind gelebte Tradition, zeitlose Weisheiten und liebevolle Erinnerungen an das, was unsere Heimat ausmacht. Neben den fesselnden Geschichten und Gedichten sorgte die musikalische Begleitung von Matthias Karb für besondere Momente. Seine gefühlvollen Klänge verstärkten die Stimmung, ließen das Publikum innehalten und schufen eine Atmosphäre, in der sich Lachen, Nachdenklichkeit und Freude auf wunderbare Weise verbanden. Das nächste Treffen sollte man nicht verpassen. Wer erneut in den Genuss dieses einzigartigen Erlebnisses kommen möchte, sollte sich den 6. Mai dick im Kalender anstreichen. Dann laden die „Lômbadda Babbler“ wieder zum Treffen im Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche, das um 19 Uhr beginnt. zg
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